Mensch und Arbeitswelt

Bäume, Rutschen, Chill-Ecke – die Arbeitswelt der Zukunft mit Kinderaugen sehen

Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten? Wer kann diese zentrale Forschungsfrage, mit der wir uns am Fraunhofer IAO tagtäglich in unseren Projekten und Arbeiten beschäftigen, besser beantworten als Kinder, die Arbeitnehmer von morgen? Alle zwei Jahre nutzen wir daher den »Türöffner-Tag der Sendung mit der Maus« nicht nur dafür, unsere Forschungsthemen kind- (und eltern-)gerecht vorzustellen, sondern hören auch selbst zu, sehen die Welt aus Kinderaugen und lassen uns von deren Ideen und Impulsen inspirieren.

Studienarbeit per Scrum – Erfahrungsbericht einer Erfolgsgeschichte

Jedes Semester erhalten Bachelor-Studierende der Fachrichtungen Technologiemanagement, Fahrzeug- und Motorentechnik, Mechatronik oder Maschinenbau der Universität Stuttgart die Gelegenheit, eine Studienarbeit durchzuführen, die von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fraunhofer IAO bzw. des IAT der Universität Stuttgart betreut wird. Die Zusammenarbeit erfolgt in Kleingruppen mit bis zu sechs Studierenden.

Kompetent dank Roboter

Stellen Sie sich vor, Ihr Chef eröffnet Ihnen eines Tages: »Ab Montag arbeiten Sie mit einem Roboter zusammen!« Wenn Sie auf diese Nachricht mit ambivalenten Gefühlen reagieren, gehören Sie wohl zur Mehrheit der Beschäftigten. Mit diesen teilen Sie die Sorge, ob Sie durch die Zusammenarbeit mit dem Roboter interessante Arbeitsaufgaben verlieren und ob dadurch Ihre Qualifikation leidet. Zeit für ein Zukunftsszenario, in dem die Zusammenarbeit mit dem Roboter Ihre Kompetenzen stärkt!

Unsere Polizei – Auf Spurensuche nach der Agilität im öffentlichen Dienst

»Agilität« ist das neue Paradigma moderner Arbeitsorganisation. Unsere Spurensuche nach Agilität im öffentlichen Dienst führte uns in das Polizeipräsidium Stuttgart. Im Gespräch mit dem leitenden Polizeidirektor Harald Weber sowie seinen beiden Kollegen Gerd Burkhardt und Florian Brachvogel gingen wir der Frage nach, ob Polizeiarbeit überhaupt etwas mit Agilität zu tun haben kann. Wir waren überrascht über so manche Antwort. Unsere Polizei ist in einigen Teilen agiler, als man zunächst vermuten mag.

Distance Leadership: Zentraler Baustein der digitalen Transformation

Als Forschungsteam am Fraunhofer IAO befinden wir uns nach einer ersten Forschungsstudie zum Thema »Führung in der grenzenlosen Arbeitswelt« derzeit in einer zweiten Projektphase. Unser Ziel: Unser Konzept einer wirksamen Vorbereitung und Begleitung von Führungskräften und ihren Mitarbeitern auf dem Weg in flexible Arbeitsformen in insgesamt fünf Unternehmen praktisch zu erproben.
Was ist das Ziel dieser Aktivitäten? Wir wollen eine Reihe von erkannten Defiziten in der praktischen Unterstützung der handelnden Personen beseitigen. Indem wir mit diesen in drei aufeinanderfolgenden Teamtrainings folgende Fragen bearbeiten:

Was eigentlich macht ein Unternehmen zu einem »agilen« Unternehmen? Von Seescheiden und Oktopussen – Tauchgang 3

Am 27. Juni 2017 war es soweit: Ich begab mich zusammen mit Teilnehmern unserer Veranstaltung »Transformation zum agilen Unternehmen« auf den dritten Tauchgang in die Untiefen der Unternehmensorganisation. Ziel war diesmal, die zentralen Unterschiede zwischen Seescheiden und Oktopussen, die ich bereits hier im IAO-Blog beschrieben habe, in der Praxis aufzuspüren. Ausgehend von der Überlegung, wie sie agieren, wollten wir Äquivalente für ein Seescheiden- bzw. Oktopus-Handeln in den Unternehmen identifizieren. Und vielleicht auch herausfinden, wie viel wovon benötigt wird.

Die Sprache der »Agile Change Leader« und deren Wirkung im Transformationsprozess

Viele Führungskräfte sprechen im Kontext von Transformationsprojekten vom »Umgang mit Fehlern«, der »Bedeutung von Null-Fehler-Zielsetzung« oder von einer »Fehlerkultur«. Ein sehr geschätzter Kollege, vor dessen Arbeit ich höchsten Respekt habe, schreibt gar über die »Misstrauenskultur« und »es gibt Fehler, die dürfen nicht passieren« und »es gibt Fehler, die müssen passieren, weil wir sonst nicht innovativ genug sind.« Wir haben in längeren Sozialisierungsprozessen gelernt, oftmals das auszudrücken und zu betonen, was wir nicht wollen. Hier möchte ich einhaken und eine Mini-Intervention zur Reflektion auf der sprachlichen Ebene für Change Leader geben. Ich werfe meines Erachtens folgende erfolgskritische Frage auf:

Mitbestimmung 4.0 – Sozialpartnerschaft zwischen Selbstorganisation und alten Ritualen

Letzte Woche wurde im Bundeskanzleramt das acatech-Arbeitspapier zur Arbeit in der digitalen Transformation präsentiert. Ein Teilthema, an dem ich mitarbeiten konnte, umfasst die Frage, wie die betriebliche Mitbestimmung in der digitalen Transformation aussehen sollte. Denn es ist offensichtlich, dass angesichts der Verflüssigung organisatorischer Strukturen (Stichwort Agilität), der zunehmenden Selbst- bzw. Teamorganisation (z. B. in vernetzten Produktionssystemen), der steigenden Innovationsdynamik sowie der veränderten Belastungsformen der Mitarbeiter ein prüfender Blick auf eine der wesentlichsten Errungenschaften unserer sozialen Marktwirtschaft lohnenswert ist. Auf der Basis des acatech IMPULS »Die digitale Transformation gestalten – Was Personalvorstände zur Zukunft der Arbeit sagen« aus dem Herbst 2016 hat sich die Arbeitsgruppe aus HR-Praktikern, Betriebsräten und Arbeitswissenschaftlern verschiedene Themen herausgegriffen. Welche Fragen und Forderungen waren meines Erachtens besonders wichtig?

Auftaktbeitrag Blogreihe »Digitale Disruption«: Modebegriff, echte Herausforderung oder gar richtige Chance?

Digitale Disruption
Blogreihe »Digitale Disruption«: Technologien und Anwendungsfelder mit Disruptions­potenzial: »Das Bessere ist des Guten größter Feind« – frei nach diesem alten Sprichwort von Voltaire lädt das Fraunhofer IAO zu einer Blogreihe ein, in der unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler disruptive Trends und Technologien vorstellen und deren Potenziale für Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen. Diskutieren Sie mit!


Der Begriff »Disruption« wird momentan geradezu inflationär verwendet: ob in Vorträgen, Presseartikeln, von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik: Kein Vortrag über die Zukunft, kein Artikel, in dem nicht von Disruption die Rede ist. Aber was bedeutet Disruption im eigentlichen Wortsinn? Nach Duden meint es einfach »zerrüttend«, »zerreißend«, »durchschlagend«. Mit anderen Worten: grundsätzliches Anderssein des Nachherigen. Eingeführt hat den Begriff vor 20 Jahren der Harvard-Professor Clayton Christensen: in seinem Buch »The Innovator’s Dilemma« schrieb er über »disruptive Technologien«. Etablierte, erfolgreiche Unternehmen scheitern, so seine These, wenn sie von umstürzenden Innovationen attackiert werden. »Schöpferische Zerstörung« nannte das schon ein halbes Jahrhundert zuvor der österreichische Harvard-Ökonom Joseph Schumpeter.