Arbeit der Zukunft

Mobiles Arbeiten bei Daimler

Die Daimler AG hat in einer großangelegten, gemeinsam von Unternehmensleitung, Gesamtbetriebsrat und IG Metall getragenen Neugestaltung eine Regelung zu mobilen Arbeitsformen angestoßen. Hierfür wurden bundesweit mehr als 80 000 Mitarbeitende befragt und konkrete Ausgestaltungswünsche in 37 Workshops mit mehr als 1000 Beteiligten ausgearbeitet. Ich habe mit meinem Team den intensiven Beteiligungsprozess wissenschaftlich begleitet und die zentralen Köpfe der sozialpartnerschaftlich getragenen Beteiligungsinitiative zum Projekt interviewt.

Zukunftsfähige Führung: Aufgabe mit wachsenden Anforderungen

Am 18. Oktober haben wir am Fraunhofer IAO zu unserem Forum mit dem Titel »Zukunftsfähige Führung« 6 hochinteressante Referenten und über 50 Teilnehmende aus Wirtschaft und Wissenschaft begrüßt. Das Programm spannte einen weiten Bogen und adressierte höchst unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema »Führung«. Wir diskutierten basisdemokratische Ansätze und die Konsequenzen des Wegfalls formaler Hierarchien, die Anwendbarkeit militärischer Führungsprinzipien auf die Privatwirtschaft, spezielle Führungsherausforderungen in hochgradig virtuellen Arbeitsstrukturen und bei komplexen polizeilichen Herausforderungen und setzten uns auch mit den Anforderungen an ein Digital Leadership auseinander. Gender- und CSR-bezogene Fragen komplettierten das Bild. Bei aller Unterschiedlichkeit der Organisationen, aus denen die Referenten stammten, waren sich einige ihrer Aussagen erstaunlich ähnlich.

Hier die wichtigsten Punkte:

Führung in Teilzeit – Notlösung für Frauen oder Modell mit Zukunft?

Ich hatte kürzlich die Möglichkeit, im Rahmen der dritten Konferenz des Bundeskanzleramts zum Thema »Frauen in Führungspositionen« einen Workshop zum Thema »Führung in Teilzeit« vorzubereiten und mitzugestalten. Dafür konnte ich großartigen Input und Praxiserfahrungen aus vier Unternehmen (der Daimler AG, der Kärcher GmbH & Co KG, der BASF und der Commerzbank) organisieren – und das gemeinsam mit den KollegInnen in einem Workshop in Berlin präsentieren und diskutieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit durften wir anschließend vor Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerin Manuela Schwesig und dem kompletten Plenum präsentieren. Was waren die Highlights der Diskussion und der Reflektion auch vieler hochrangiger Frauen in Führungspositionen zum Thema?

Führung: Kritische Diskussion statt Patentrezept

Unsere beiden letzten Kommentare nähern sich dem Thema neuer Führungskonzepte insbesondere in agilen Organisationsformen auf recht kritische Weise. Sie weisen mit Recht darauf hin, dass unter dem Konzept der Agilität sehr viel subsumiert wird – das ist das Schicksal aller bedeutenderen Organisations- bzw. Managementtrends unserer Zeit. Sie werden bekannt, und Wissenschaftler, Berater und Praktiker machen Erklärungsversuche, die an der individuellen Erfahrungswelt andocken – was die Abgrenzbarkeit erschwert und fast notwendigerweise zu einem »Ausfransen« führt. Beflügelt wird die Diskussion auch deshalb wohl so stark, weil sie Agilität in ihren Bezügen zu Formen der Selbstorganisation, der Hierarchiefreiheit und der vermeintlichen »Führungslosigkeit« diskutieren. Von da ist es dann zu Konzepten der Holacracy nicht weit.

Gestalten statt verwalten – über die (Führungs-)Kultur in KMU

Gute Führung beinhaltet auch, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt zu fördern und weiterzuentwickeln. Große Unternehmen besitzen dazu eigene Abteilungen, die sich um die Weiterqualifizierung des Personals kümmern. Wir haben uns gefragt, wie es um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) steht: Werden sie gezielt gefördert und entwickelt? Oder muss hier jeder selbst schauen, wo er bleibt? Über eine Online-Befragung (N= 311) haben uns Mitarbeiter wie Führungskräfte im Mai und Juni ihre Erfahrungen dazu mitgeteilt – hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

Ist unser Arbeitszeitgesetz »out of date«?

In der Debatte um flexible Arbeitsformen und in der aktuellen Arbeit innerhalb der »Arbeit 4.0«-Grünbuch-Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) kommen immer wieder die Grenzen bzw. die Zukunftsfähigkeit bestehender arbeitszeitgesetzlicher Vorschriften zur Sprache. Worum geht es? Um die Frage, ob Regelungen wie die Einhaltung täglicher Höchstarbeitszeiten oder die Ruhezeit zwischen Arbeitsbeendigung und Arbeitsaufnahme im Kontext zunehmend entgrenzter Arbeitsformen noch zeitgemäß sind. Und ab wann, salopp formuliert, Arbeit »anfängt«.

Flexibel, flexibler, agil: wie arbeiten wir in der Zukunft?

Mit dem traditionellen Zukunftsforum werfen wir am Fraunhofer IAO immer zum Jahresanfang einen umfassenden und weit vorausschauenden Blick in die Arbeitswelt der Zukunft. Das diesjährige Motto »Agile working – Transformation in die digitale Welt« war offenbar ein Volltreffer: mit rund 280 Menschen hatten wir am 28. und 29. Januar in den Wagenhallen Stuttgart »die Bude voll« wie eine Teilnehmerin auf Twitter so treffend feststellte.

Einfach mehr Licht?! Warum die Beleuchtung in Produktionshallen besser werden muss

Licht ist ein Produktivitätsfaktor. Mit der richtigen Beleuchtung fühlen wir uns nicht nur wohl, sondern sind auch leistungsfähiger. Nur in einer hellen Umgebung weiß unser Körper, dass es Tag ist – und wir nehmen aktiviert, wach und aufmerksam unsere Umgebung wahr. Besonders in Räumen, in denen Menschen über längere Zeit künstlichem Licht ausgesetzt sind, spielt die richtige Beleuchtung natürlich eine wichtige Rolle. Wie steht es also mit Produktionsstätten oder Fertigungen, wo Menschen schichtweise langfristig bei künstlicher Beleuchtung arbeiten?

Fachkräftemangel hoch zwei: warum und wie sollten wir Ältere zielgruppengerechter qualifizieren?

Emanzipation meint die Befreiung aus Unmündigkeit und Abhängigkeit. Per Gesetz und finanzieller Anreize klappt das eher nicht. Das erleben wir zurzeit mit der Frauenquote, den Initiativen zur Förderung der Älteren und den Bildungsfreistellungsgesetzen der Bundesländer. So zeigen die Erfahrungen aus jenen Bundesländern, in welchen es seither bereits ein Bildungsfreistellungsgesetz gab, dass nur ca. ein Prozent der Berechtigten Gebrauch davon macht.