Arbeitsgestaltung

Praxisbeispiel Unternehmensagilität: Wie man Start-up-Kultur und Stabilität vereint

Die Digitalisierung schafft vor allem für technologiebasierte Geschäftsmodelle ein neues Dilemma: Einerseits sollen Mitarbeiter, Teams und die Organisation als Ganzes so schnell und flexibel reagieren können wie Start-ups, anderseits bleibt jedoch der Anspruch der Kunden nach Stabilität und Berechenbarkeit eines klassischen Unternehmens. »Agilität«, also die flexible Selbstorganisation innerhalb von Unternehmensstrukturen, ist zur Zauberformel für die Lösung dieses Dilemmas geworden – unklar bleibt, wie der Weg in die neue Agilität aussieht.

Viele Tools, wenig Nutzer: woran IT-Collaboration (noch) scheitert

Digitalisierung ist das Wort, das so manchem Vorstand den Angstschweiß auf die Stirn und vielen Beratern die Dollarzeichen in die Augen treibt. Dinge werden von nun an Daten produzieren und diese an Netzwerke verteilen. Mit Big Data können dann aus diesen Daten Informationen werden, die konkrete Aktionen auslösen oder menschliche Entscheidungen von der operativen bis hin zur strategischen Ebene beeinflussen.

Oops, IBM did it again: Zurück ins Office – Marissa Mayer reloaded

Es ist wieder passiert. Nach Yahoo im Jahr 2013 hat nun auch IBM, bereits in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends Vorreiter und Preisträger für innovative Arbeitsformen, die Rolle rückwärts geschlagen. Im Spiegel-Online der letzten Woche stand zu lesen, dass nun auch »rund 2600 Mitarbeiter der US-Marketing-Abteilung nicht mehr im Homeoffice, sondern nur noch „Seite an Seite“ in Büros an sechs zentralen Standorten in den USA arbeiten sollen«. Ähnlich wie im Fall Yahoo ist ein ähnliches Rauschen im (digitalen) Blätterwald zu erwarten. Waren es damals (zumindest offiziell) die Gründe: »Krise, Zusammenrücken, gemeinsam kämpfen«, ist es dieses Mal »Kreativität und Innovation«, die in dieser Lesart eben doch die direkte Zusammenarbeit unbedingt erforderlich mache. Erste Rückfragen bei deutschen Kollegen auf der Arbeitsebene von IBM bringen differenziertere Stellungnahmen hervor. Aber die Debatte wird wieder mit Schwung geführt werden, dessen bin ich sicher.

Agile Organisation – von der Herausforderung, Unternehmen veränderungs- und gleichzeitig arbeitsfähig zu halten

Agilität ist ein Prinzip, das zuerst vor allem in der Softwareentwicklung Eingang gefunden hat. Der Begriff beschreibt im Kern eine extrem kundenorientierte Herangehensweise, ein iteratives Vorgehen und die dazugehörige Haltung. In diesen Beschreibungsdimensionen ist es eine wichtige Antwort auf die Umwelt, in der sich Wirtschaft und Gesellschaft heute befinden: Schnell veränderlich, komplex, international vernetzt, extrem auf technologische, geschäftsmodellbezogene und soziale Innovationen angewiesen. Diese Innovationsfähigkeit erfordert eine große Offenheit, veränderte Anforderungen schnell aufzunehmen, Dinge auszuprobieren, sich von dem Glauben zu verabschieden, alles »durchplanen« zu können und bisherige langwierige, häufig auch hierarchische Abstimmungswege, immer unbedingt durchlaufen zu müssen: mithin agil zu arbeiten. Zugleich setzen agile Prinzipien auf die breite Aktivierung der Tatkraft und Ideen möglichst vieler Beteiligter, Mitarbeiter, Bürger. Nicht ohne Zufall fallen daher Ansätze der agilen Organisation mit der Diskussion um die Abkehr von klassischer hierarchisierter Organisations- und Kommunikationsgestaltung zeitlich wie inhaltlich zusammen.

Mobiles Arbeiten bei Daimler

Die Daimler AG hat in einer großangelegten, gemeinsam von Unternehmensleitung, Gesamtbetriebsrat und IG Metall getragenen Neugestaltung eine Regelung zu mobilen Arbeitsformen angestoßen. Hierfür wurden bundesweit mehr als 80 000 Mitarbeitende befragt und konkrete Ausgestaltungswünsche in 37 Workshops mit mehr als 1000 Beteiligten ausgearbeitet. Ich habe mit meinem Team den intensiven Beteiligungsprozess wissenschaftlich begleitet und die zentralen Köpfe der sozialpartnerschaftlich getragenen Beteiligungsinitiative zum Projekt interviewt.

Flexibel, flexibler, agil: wie arbeiten wir in der Zukunft?

Mit dem traditionellen Zukunftsforum werfen wir am Fraunhofer IAO immer zum Jahresanfang einen umfassenden und weit vorausschauenden Blick in die Arbeitswelt der Zukunft. Das diesjährige Motto »Agile working – Transformation in die digitale Welt« war offenbar ein Volltreffer: mit rund 280 Menschen hatten wir am 28. und 29. Januar in den Wagenhallen Stuttgart »die Bude voll« wie eine Teilnehmerin auf Twitter so treffend feststellte.

Flexibles Arbeiten ist keine »Reise nach Jerusalem«

In einem Beitrag des CIO-Magazins und der Computerwoche wurde zuletzt die These formuliert, dass der Umzug der Microsoft Deutschland-Zentrale nach München-Schwabing emotional mit dem Spiel »Reise nach Jerusalem« vergleichbar sei – zumindest gebe es psychologische Parallelen. Was ist an dieser These dran?