Arbeitsgestaltung

Grenzenlose Arbeitswelt (1): Geht Führen (auch) anders, als Manager es heute tun?

Gastbeitrag

Auf der Abschlussveranstaltung unseres Projekts »Führung in der grenzenlosen Arbeitswelt« hatten wir die Zukunft zu Gast – in Gestalt unserer Projektpartner, die neue Führungsmodelle erprobt haben. Ihre Erfahrungen weichen teils erheblich von heutigen Modellen ab, teils zeigen sie heute schon, wie wir morgen führen werden – und uns heute darauf einstellen sollten.

Ihr Weg zum demografierobusten Unternehmen

Das demografische Potenzial Ihrer Belegschaft

Ich habe mich früher schon gewundert, warum Unternehmen sich mit tollen Konzepten zur »Personal«-Entwicklung brüsten, wenn sie damit eigentlich nur ein paar Prozent der Belegschaft, die so genannten High Potentials, gefördert und zu Goldfischen der Belegschaft veredelt haben. Wer heute Reserven anzapfen will, muss sich auf die Entdeckungsreise zu neuen Personalgruppen begeben. Im Rahmen unserer Studie »alternsgerechtes Arbeiten« haben wir dazu wunderschöne Beispiele aufnehmen können. Sie zeigen, in welchen Belegschaftsgruppen heute vielfach noch demografisches Potenzial schlummert:

Der demografische Scheideweg: Investieren wir heute in die notwendigen Maßnahmen?

Sie sind der Meinung, dass nur solche Unternehmen schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen, wie sie zukünftig agieren wollen, deren Branchen vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind? Weit gefehlt. Heute sitzen alle Branchen in der Demografiefalle. Entweder buhlen die Unternehmen in den kommenden zehn Jahren erfolgreich um Nachwuchskräfte, verändern sukzessive Geschäfts- und Ertragsmodelle oder schöpfen verborgene Potenziale ihrer Mitarbeiter aus, um der steigenden Arbeitsverdichtung die Stirn zu bieten.

Fit für flexible Arbeitsformen – nur guter Vorsatz oder schon strategische Priorität?

In vielen Unternehmen sitzen gerade Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern zusammen, um Ziele zu entwickeln, zu operationalisieren und fürs neue Jahr auszurichten. Der Fokus der Führungskräfte selbst verschiebt sich nach einer aktuellen Studie von Hays und IBE von rein fachlichen Aufgaben / Kennzahlen hin zu weicheren, mitarbeiterorientierten Themen. Ein wesentlicher Baustein hierfür sind flexible Arbeitsformen zur Steigerung der Mitarbeitermotivation und Effizienz. Und wie gestaltet sich die Praxis? Die Rückmeldung von knapp zweieinhalbtausend Führungskräften in unserer Studie »Führung in der grenzenlosen Arbeitswelt« gibt einen guten Eindruck über den Status Quo:

Social Freezing: Zeitaufschub – zum Wohl des Unternehmens oder der eigenen Karriere?

Seit gestern überschlagen sich die Meldungen über den neuesten Vorstoß von Apple und Facebook, Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Mit der Kostenübernahme für das Einfrieren von Eizellen soll es jungen Frauen leichter gemacht werden, sich unbeschwert und – vor allem – mit Volldampf der eigenen Karriere und damit auch dem Erfolg des Unternehmens widmen zu können. Kinder sind dann später, wenn Frau fester im Sattel sitzt, immer noch »realisierbar«. Und man hat dann überdies auch noch mehr Zeit, sich für dieses »Projekt« den passenden Vater zu suchen.

Reif für die digitale Gesellschaft? Warum Unternehmen der digitale Schiffbruch droht

Wissenschaftsjahr 2014: Die digitale Gesellschaft

»Digitalisierte Arbeitswelten«
– IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2014:
»Die digitale Gesellschaft«

Mit der Digitalisierung verhält es sich ein bisschen wie mit der Jungfernfahrt der Titanic: Die Entwicklung ging sehr schnell, die Technik ist ausgereift, die Hindernisse scheinen überschaubar zu sein. Seit neustem hat die Bundesregierung sogar eine »digitale Agenda« auf den Weg gebracht.
Wäre da nicht das dicke Ende unter der Oberfläche.
Einige der verborgenen, aber schwer wiegenden Hindernisse unter der Spitze des Eisbergs beleuchten wir hier im IAO-Blog:

Die zweite Welle der Flexibilisierung

In einem Beitrag in der ZEIT vom 28.8.2014 (»Sie wollen an der Uhr drehen«) beschreiben Marc Brost und Elisabeth Niejahr einen grundsätzlichen Wandel in den Motiven und in der Akteurslandschaft derer, die wesentliche Leitplanken flexibler Arbeitskonzepte verantworten. Flexibilisierung, so die These, dient ab jetzt primär den Interessen der Arbeitnehmer, und diese Interessen heißen zunehmend auch: weniger Arbeit oder zumindest lebensphasenangepasste Dimensionierungen und Zuschnitte von Arbeitsarrangements.