Die 24h der Innovation – Ein Spektakel der Ideen

24h Innovation

In 24 Stunden mit dem Rennauto möglichst viele Kilometer zurücklegen – das existiert seit 1923 in Le Mans und ist heutzutage weitgehend bekannt und etabliert. Übertragen auf das Innovationsmanagement ist das 24 Stunden Rennen jedoch noch recht wenig verbreitet. Eine Ausnahme sind die 24 Stunden der Innovation die im letzten Oktober an der Hochschule ESTIA in Frankreich bereits das dritte Jahr in Folge stattgefunden haben.

Diese Art des Innovationsmanagement bedeutet höchstes Tempo für einen sehr begrenzten Zeitraum. Damit stehen die 24 Stunden der Innovation im Gegensatz zu den meisten Ansätzen des unternehmerischen Innovationsmanagement, in denen der Zeitdruck sicherlich nicht zu unterschätzen ist, die sich jedoch in der Regel über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Der Rahmen ist schnell erklärt: Unternehmen geben Fragestellungen vor, interdisziplinäre Teams aus Studenten und Unternehmensvertretern haben 24 Stunden Zeit eine Lösung zu erarbeiten. Danach wird jede Idee innerhalb von 3 Minuten präsentiert und durch eine unabhängige Jury bewertet. Während den 24 Stunden werden die Projektteams zusätzlich durch Experten beim Einsatz verschiedener Innovationsmethoden unterstützt.

Mars-Eye

Rock-Jumper
Abb. 1: Das Siegerkonzept – Ein Fort-
bewegungsmittel für den Planeten Mars

Wie sah das im Oktober 2009 in der Realität aus? 240 Teilnehmer, 30 bearbeitete Projekte, 250 Pizzen, 100 Liter Kaffee, 400 Dosen Energiedrinks und schlussendlich 3 Minuten, um die Jury zu überzeugen (an der das Fraunhofer IAO hoffentlich auch im nächsten Jahr beteiligt sein wird) – von der pragmatischen Fragestellung nach einem Verankerungssystem für Verkehrsschilder das ohne Beton verwendet werden kann bis hin zu der eher visionären Fragestellung nach einem Fahrradkonzept für die Besiedelung des Planeten Mars wurden Konzepte, Produkte und Prototypen entwickelt.

Innovationsmanagement mit Eventcharakter. Für Unternehmen eignet sich diese Art der Lösungsentwicklung hervorragend um die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und neuartige Ideen und Lösungsansätze in interdisziplinären Teams zu generieren. Für die Teilnehmer stellt sie sicherlich eine unvergessliche Gelegenheit dar um an spannenden und praxisnahen Themenstellungen zu arbeiten und in kurzer Zeit eine Vielzahl an Innovationsmethoden zu lernen und anzuwenden.

Weitere Informationen:
www.24h.estia.fr (franz./engl.)

Sven Schimpf

Sven Schimpf

Interdisziplinärer Forscher und Vordenker am Fraunhofer IAO. Bloggt rund um das Thema strategisches Technologie- und F&E Management. Warum? Weil spannende Ideen und technologische Möglichkeiten, die Mehrwert generieren, diskutiert und verbreitet werden müssen!

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