Die grüne Dividende: Wieviel bringen Ihnen Green Services?

Der Markt fordert zwar mehr und mehr grüne Produkte und Dienstleistungen. Anbieter von Dienstleistungen im B2B-Bereich fragen sich jedoch, ob es sich rechnet, das bisherige Dienstleistungsportfolio auf Grün zu trimmen. Zu groß ist die Angst vor hohen Kosten, zu unsicher sind die Aussichten auf langfristige Gewinne. Doch warum eigentlich? Drei Argumente, warum nachhaltiges Wirtschaften erfolgreich ist.

Green Services

Erstens: Kurzfristig grün investieren – langfristig sparen
Eine ökologische Ausrichtung muss nicht heißen, dass das Verhältnis von Kosten zum Nutzen ungünstig ausfällt. Hier ist ein langfristiger und vor allem ganzheitlicher Betrachtungshorizont gefragt. Ökologisch nachhaltiges Wirtschaften geht oft Hand in Hand mit Kosteneinsparungen, Effizienzsteigerungen und Umsatzwachstum. Hierbei gehen Unternehmen ein Win-Win-Verhältnis mit der natürlichen Umwelt und der Gesellschaft ein. Die Spitzenreiter der grünen Dienstleistungsbranche zeigen, wie Geschäftsmodelle mit ökologischem Kern funktionieren können. Sie reagieren mit ihren Angeboten nicht nur auf Bedürfnisse ihrer Kunden, sondern vermeiden gleichzeitig Risiken für Mensch, Umwelt und Gesundheit. In einer Studie der Deutschen Post zu nachhaltiger Logistik wird treffend hierzu ein Zitat von Marshall McLuhan bemüht: »There are no Passengers on Spaceship Earth. We are all crew.«. Auch Unternehmen, die Energieeffizienzdienstleistungen anbieten oder die ihre Dienstleistungsprozesse energiesparender gestalten, wissen, dass umweltverträglichere Alternativen ökonomisch vorteilhaft eingesetzt werden können und dass dafür Zahlungsbereitschaften bestehen. CO2-reduziert transportieren, Ressourcen sparen und alternative Energiequellen nutzen sind nur einige Beispiele mit stark positiver Wirkung auf Mutter Natur und die großen Geldbeutel. Immerhin verbrauchen Produktion und Dienstleistungen bundesweit am meisten Energie, gefolgt von Privathaushalten, die in der Wahl alternativer Energiequellen zunehmend einen Nutzen erkennen. Folgen Unternehmen diesem Trend, treffen sie den Nerv der Zeit, stoßen auf Verständnis – und vielleicht mehr Zahlungsbereitschaft, als zunächst angenommen. Angeregt von Öko-Verfechtern wie Greenpeace mischen besonders »CO2-gewichtige« Anbieter wie zum Beispiel Facebook inzwischen offensiv bei der Frage mit, welche Bedeutung die Nutzung regenerativer Energien hat und nutzen hierbei gleichzeitig auch Image-förderliche Effekte. Es muss aber nicht immer groß und schillernd sein – unternehmerisches Umdenken geht bereits bei Kleinigkeiten wie der Auswahl klimaneutraler Druckereien los. Oder der Wahl umweltfreundlicherer Fortbewegungsmittel, wie es die Deutsche Bahn über Alltagsempfehlungen transportiert, die natürlich auch für Unternehmen gelten. Neben Dienstleistungen, die durch entsprechenden Ressourceneinsatz grün sind, gibt es auch solche, die anderen Bereichen dabei helfen, grüner zu werden. Hierzu zählen zum Beispiel Angebote wie Chemikalienleasing oder auch ganz wichtig: Finanzdienstleistungen, die es Unternehmen erst ermöglichen, nachhaltige Investitionen zu tätigen. Hier ist jedes Unternehmen gefragt, durch »grüne« Ideen neue Ertragswerte zu schaffen und diese im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft zu genießen.

Zweitens: Die Erde als Shareholder und der »Return on Eco Invest«
Ein visionärer Unternehmer aus dem Produktbereich und vehementer Pionier umweltschonender Prinzipien, Yvon Chouinard, antwortete in einem Interview auf die Frage, warum er angesichts des Unverständnisses der breiten Masse gegenüber dem Nachhaltigkeitsprinzip nicht aufgebe, äußerst drastisch: »Weil es kein Geschäft gibt, das man auf einem toten Planeten machen kann (…) Unser Shareholder ist die Erde.«. Dabei verknüpft er erfolgreich ökologische Nachhaltigkeit mit dem Prinzip nachhaltigen Wachstums: es ist aus seiner Sicht besser, moderat zu wachsen, da dies Unternehmen langfristig Stabilität verleiht. Wenn wir nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern volkswirtschaftlich denken, wird schnell klar, dass Ressourcenverschwendung nur die Vorstufe für Ressourcenknappheit und fehlende Rohstoffe für unsere Wirtschaft ist. Unser Planet stellt uns quasi sein Vermögen zur Verfügung – wie ein Aktionär. Unser Auftrag ist es, mit diesem Einsatz Rendite zu erwirtschaften, nicht die Wertbasis zu vernichten. Man kann es betriebswirtschaftlich oder makroökonomisch betrachten: Ressourcenschonung zahlt sich langfristig aus – und wer früh anfängt, erwirtschaftet auch eine handfeste Rendite.

Drittens: Besser durch Klugheit erfolgreich als durch Schaden klug
Unsere natürliche Umwelt hat an allen Prozessen Teil, bei denen Ressourcen verbraucht oder Emissionen ausgestoßen werden. Sie gibt und gleicht Belastungen durch regenerative Prozesse wieder aus. Tatsächlich wirkt Ressourcenverbrauch wie ein Kredit, der auf zwei Arten zurückgezahlt werden kann: Indem man nachhaltig wirtschaftet und für eine Regeneration natürlicher Ressourcen sorgt oder indem man irgendwann mit einer immensen Zinslast konfrontiert wird, weil man zu lange nicht bedient hat. Ist der Schaden zu groß, kann er nicht auf einen Schlag behoben werden, sondern nur allmählich und unter hohen Kosten. Umweltschäden, deren Sanierung teuer ist, sind Wirtschaftsfaktoren, die noch nicht in den Bilanzen berücksichtigt werden.

Wo steckt die Öko-Rendite Ihres Unternehmens?
Ökologisch und ökonomisch geht es darum, die Kosten der Ressourcennutzung so gering wie möglich zu halten. Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass Dienstleistungs-, ja ganze Unternehmensprozesse, neu gedacht werden müssen – oder positiv formuliert: dass viele Unternehmen ein verborgenes Öko-Rendite-Potenzial haben, das erschlossen werden muss. Neben gründlichen Analysen auf grünes Optimierungspotenzial, Re-Modellierungen von ökologisch nicht optimalen Prozessen und eventueller Umstrukturierung des Zulieferer- und Outsourcingpartner-Netzwerks ist dafür auch eine Sensibilisierung von Mitarbeitern notwendig.

Das Fraunhofer IAO bietet Entscheidern und Interessenten im Bereich nachhaltiger technischer Dienstleistungen ein Seminar zum Thema »Green Services – Neue Geschäftsfelder durch nachhaltige Dienstleistungen erschließen« an. Es findet am 19. April 2012 im Institutszentrum Stuttgart der Fraunhofer-Gesellschaft statt. Im Rahmen des Seminars möchten wir Fragestellungen der Entwicklung von Green Services im Kontext der Wirtschaftlichkeit diskutieren. Erfahrene Referenten stellen konzeptionelle Lösungsansätze sowie erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor.

Ziel der Veranstaltung ist es, wertvolle Impulse und Arbeitshilfen zu geben, die Unternehmen bei der Entwicklung und Gestaltung nachhaltiger Dienstleistungen und Services sinnvoll unterstützen. Gerne können Sie für weitere Informationen Kontakt zu uns aufnehmen.

Sabrina Lamberth-Cocca

Sabrina Lamberth-Cocca

Projektleiterin, erforscht und entwickelt neue Dienstleistungen. Kommunikationswissenschaftlerin mit Affinität zu Informationstechnologie, Ökologie, Philosophie, Wortspielen und Skandinavien. Passionierte Freizeitsportlerin, die sich gelegentlich am Schlagzeug entspannt.

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