Digitalisierung trifft Innovation oder die Kunst der »TrInnovation« (Teil 2)

Die Digitalisierung ist ein Glücksfall für alle Unternehmen, die innovationswillig und -fähig sind: Kontinuierlich entstehen neue technologische Möglichkeiten, Innovationen auf verschiedenen Ebenen zu schaffen, sei es für Systeme oder für kreative Anwender. Woran es jedoch häufig noch hapert, ist die aktive und strategische Erschließung dieser Möglichkeiten.

Wie ich meinem letzten Blogbeitrag beschrieben habe, ist es für Unternehmen im digitalen Zeitalter zunehmend wichtig, mehrdimensionale Innovationskonzepte zu berücksichtigen, um ihre Marktposition halten oder ausbauen zu können: Neuerungen betreffen nicht mehr nur das Produkt, die Dienstleistung oder das Geschäftsmodell, sondern immer alle drei Bereiche in einem Gesamtsystem. Für diesen Dreiklang haben wir im Rahmen unserer Zukunftsoffensive: »Digital Business Innovation« den Begriff der »TrInnovation« geschaffen. Zudem sind eine Reihe wichtiger Stellhebel zur Realisierung dieses mehrdimensionalen Innovationskonzeptes aktiv einzubeziehen. Diese umfassen eine digitale Innovationsstrategie im Unternehmen, Technologie-Treiber, das Kundenerlebnis (Customer Experience) sowie das Wertschöpfungsnetz bzw. Ökosystem.

Damit Unternehmen mit dem digitalen Wandel nicht nur zu einer erfolgreichen Innovation kommen, sondern gar zur »TrInnovation«, möchte ich eine Granularitätsstufe tiefer gehen und weitere Erfolgsfaktoren beleuchten.

Clash of Cultures: Ideenfindung per Knalleffekt

Innovationskultur kommt nicht über Nacht. Vor allem lässt sich die Kultur eines Individuums nicht auf Knopfdruck verändern. Der Organisationspsychologe Peter Kruse bezeichnete einst die Kultur als eine »indirekte Variable« in einer Organisation, die sich nicht direkt produzieren lässt. Daraus folgt, dass Kreativität eher erzeugt werden kann, in dem man systemische Rahmenbedingungen dafür schafft, in denen Kreativität »erscheint«. Ein wichtiges Element, um Kreativität in Organisationen erscheinen zu lassen und somit die Innovationsfähigkeit zu stärken, ist der gezielte Zusammenprall verschiedener Kulturen. Treffen unterschiedlichste Kulturen und Verhaltensarten zusammen, entstehen interne Spannungsverhältnisse. Solche Spannungen können wiederum Veränderungen in einem System hervorrufen, welche neue Möglichkeiten für Kreativität zulassen und entsprechende Innovationskulturen erzeugen. Ein weiteres wichtiges Element zur Erzeugung von Kreativität ist die Bildung von Netzwerken, in denen verschiedenste Kulturen, Ziele und Rollen aufeinandertreffen. Nur wer also physische und virtuelle Räume sowie entsprechende Strukturen schafft oder nutzt, in denen z. B. Unternehmen, Kreative und Wissenschaftler gemeinsam agieren können, profitiert vom innovativen und intelligenten Wertschöpfungsnetzwerk.

Basis dafür sind geeignete Organisationsmodelle und dynamische Geschäftsprozesse, um systematisch, schnell und effizient (digitale) Produkt-, Dienstleistungs-, und Geschäftsmodellinnovationen zu identifizieren, entwerfen und testen zu können.

Innovationsprozesse digital unterstützen und dynamisch gestalten

Um »TrInnovationen« gezielt voran zu treiben, sind Unternehmen auf dynamische Werkzeuge angewiesen, mit denen sich neuartige digitale Innovationsprozesse managen lassen. Diese helfen beispielsweise dabei, aus großen Mengen an Daten die notwendigen Informationen gezielt zu sammeln, diese zu analysieren und auszuwerten. Auch unterstützen solche Werkzeuge die Schaffung von Wissen, die Interaktion zwischen Menschen und Maschinen, die Entwicklung, Kommerzialisierung und Optimierung intelligenter Lösungen und deren Vernetzung entlang ihres gesamten Lebenszyklus.

Die Unternehmensressourcen sowie das Unternehmensumfeld aus erforderlicher Systeminfrastruktur (IKT), Organisationsstruktur, Unternehmenswerten, Geschäftsprozessen und sonstiger Unternehmensausstattung wie z. B. der räumlichen Infrastruktur, bilden die Basis für den mehrdimensionalen Innovationsprozess und geben somit den Rahmen zur Realisierung einer digitalen Innovationsstrategie vor.

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Theodor Malcotsis

Theodor Malcotsis

Im Innovationsmanagement erforscht er aktuelle Wege der (digitalen) Innovationsfähigkeit von Unternehmen und passende Veränderungsprozesse. Spaß an laufenden Veränderungen erfordert die frühzeitige Erkennung deren Sinnhaftigkeit!

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