Green Brain Management

Green Brain Management: Wie grün ist Ihr Chef?

Green Brain Management
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Leute, die in Unternehmen etwas zu sagen haben, sitzen oben. Die Strategen der Wirtschaft, die Vordenker, die Köpfe der Unternehmen. Dort werden Entscheidungen getroffen wie: Wir verbrauchen ab sofort weniger Papier, schwenken auf regenerative Energien um, nutzen keinen eigenen Fuhrpark mehr, sondern Sharing-Angebote oder transportieren die Güter zu unseren Kunden CO2-reduziert.

Ökologische Entscheider: grün hinter den Ohren – oder einfach »smart«?
Täglich gehen mehr als fünf Millionen Baden-Württemberger arbeiten (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand 2009: 5,3 Millionen), deutschlandweit sind es knapp 40 Millionen (Statistisches Bundesamt 2011). Begleitet wird diese menschliche Arbeitskraft durch Tausende von Produktionsanlagen, Ressourcen, Güter und schon ihre Teilerzeugnisse legen in der Summe eine unvorstellbare Strecke zurück, bis sie beim Endverbraucher ankommen. Hochgerechnet auf den gesamten Globus kommt hier einiges zusammen. Aber welchen Beitrag zum Umweltschutz kann ein einzelnes Unternehmen leisten und wie kann es damit gleichzeitig wirtschaftlich wachsen? Die meisten Vertreter aus der Unternehmensspitze sehen das Potenzial nachhaltiger Dienstleistungsangebote in der Erhöhung der Kundenzufriedenheit und im positiven Beitrag zum Unternehmensimage. Doch viele sehen nicht oder noch nicht, wie damit Gewinne erwirtschaftet werden können – tragfähige Geschäftsmodelle fehlen.

Schwarze Zahlen im grünen Bereich: die grüne Wachstumsspirale
Schaut man sich den Charakter nachhaltiger Dienstleistungen an, sind durchaus Gewinne zu erwarten. Wer Strom spart, spart auch Geld und schont die natürlichen Ressourcen. Die frei werdenden finanziellen Mittel kann man wieder in Maßnahmen wie energetische Sanierung investieren – und spart weiter. Grüne Investments sind in der Regel eine Wachstumsspirale, weil sich jedes Investment monetär und ökologisch auszahlt und Mittel frei setzt, die mit Gewinn reinvestiert werden können. Neben dem Vorteil der Wirtschaftlichkeit für einzelne Unternehmen, kann hochgerechnet durch das Angebot oder die Nutzung von Green Services einiges für den blauen Planeten bewirkt werden. Die Vorraussetzung dafür ist ein Perspektivwechsel, der die unternehmerische Realität des nachhaltigen Investments anerkennt: Ökologie ist wirtschaftlicher. Umweltschutz kostet nicht, sondern spart langfristig – je teurer Energie und Ressourcen in Zukunft werden, desto höher die Rendite durch Umweltschutzmaßnahmen.

Das Fraunhofer IAO hat eine Studie zum Thema »Green Services« durchgeführt, in der wir unter anderem nach der Wirtschaftlichkeit von Green Services gefragt haben. Die Ergebnisse erscheinen demnächst.

Sabrina Lamberth-Cocca

Sabrina Lamberth-Cocca

Projektleiterin, erforscht Dienstleistungssysteme und deren Entwicklungsprozesse. Wirtschaftsinformatikerin und Kommunikationswissenschaftlerin mit Affinität zu den Themen Ökologie, Informationstechnologie und urbane Mobilität. Faible für Philosophie, Wortspiele und nordische Länder. Lernt Dänisch, Schwedisch und Norwegisch. Passionierte Freizeitsportlerin, die sich gerne am Schlagzeug entspannt.

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