Grenzenlose Arbeitswelt (1): Geht Führen (auch) anders, als Manager es heute tun?

Gastbeitrag

Auf der Abschlussveranstaltung unseres Projekts »Führung in der grenzenlosen Arbeitswelt« hatten wir die Zukunft zu Gast – in Gestalt unserer Projektpartner, die neue Führungsmodelle erprobt haben. Ihre Erfahrungen weichen teils erheblich von heutigen Modellen ab, teils zeigen sie heute schon, wie wir morgen führen werden – und uns heute darauf einstellen sollten.

Wir laden Sie ein auf eine kleine Zeitreise in die Zukunft der Arbeit in vier Szenarien, die wir diese und nächste Woche hier auf dem IAO-Blog vorstellen.

Flexibilität ist kein Allheilmittel. Ihr stehen auch Herausforderungen gegenüber, die häufig nur durch Pilotprojekte wie am Praxisbeispiel durch Gabriela Sternsdorff, Leiterin Personal Grundsatzfragen der Wüstenrot&Württembergische AG, erkannt und gelöst werden können:

Szenario 1: Stellen Sie sich vor, es ist Montag – und keiner ist da.

Was es heißt, mit vollständig flexibel arbeitenden Mitarbeitern umzugehen, zeigt Gabriela Sternsdorff anhand ihrer Erfahrungen im eigenen Pilotprojekt zum mobilen Arbeiten: Sie testete selbst aus, was es heißt, wenn alle Teammitglieder selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten – zuhause, unterwegs oder im Büro. Angemeldet werden musste nichts, rein der Status über die Online-Kommunikationsplattform Lync verrät, wann jemand ansprechbar ist.

Mit dieser Situation als Führungskraft umgehen zu können, war auch für sie, als erfahrene Führungskraft, eine neue Herausforderung: Spielregeln definieren, einhalten und einfordern, Vertrauen schenken und neue Situationen aushalten – alles wichtige Erfolgsfaktoren. Rückwirkend konnte sie jedoch feststellen, dass die kritischen Vorkommnisse an einer Hand abgezählt werden konnten und der deutlich gestiegene Organisationsaufwand mit etwas Übung machbar wird. »Mitarbeiter werden ja nicht zu anderen Menschen, nur weil sie flexibel arbeiten. Wem man vorher vertraut hat, dem traut man auch, wenn er in den eigenen vier Wänden arbeitet, Stärken und Schwächen werden mitgenommen«, fasst sie die Erfahrungen zusammen.

Das Pilotprojekt zeigt auch, dass nur selten ganztägig oder mehrere Tage am Stück von zuhause aus gearbeitet wird. Für eine hohe Zufriedenheit ist es viel wichtiger, dass eine flexible Gestaltung des Arbeitstags überhaupt möglich ist.

In Szenario 2 stellen wir Ihnen den Arbeitsalltag einer Führungskraft in Teilzeit vor.

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Petra Bonnet

Petra Bonnet

Inhaberin des Büros für Kommunikationsberatung und selbst immer wieder Teil virtueller Teams. Frau Bonnet ist bereits seit vielen Jahren freiberuflich für IAO-Projekte rund um das Thema mobile und flexible Arbeitswelten tätig. So hat Sie zuletzt auch das Projekt »Führung in grenzenlosen Arbeitswelten« unterstützt.

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