Als jemand, der sich der Dienstleistungsforschung zugehörig fühlt, steht man gelegentlich vor Sinnfragen. Man fragt sich z.B. warum man sich mit Dienstleistungen beschäftigt, wo doch jeder noch so unfreundliche Chef vorgibt, dienstleistungsorientiert zu arbeiten. Man fragt sich, warum man immer wieder die Bedeutung von Dienstleistungen betont, wo doch schon lange die Mehrheit, nämlich weit über 70 Prozent, in diesem Bereich tätig ist. Und man fragt sich, wo bitteschön die klare Unterscheidung der wirtschaftlichen Sektoren geblieben ist, wenn auch in der Landwirtschaft Dienstleistungen im industriellen Maßstab erbracht werden. In solchen Momenten hilft es, den Forschungsgegenstand aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dann wird klar, dass die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft mit fundamentalen Transformationsprozessen einhergeht, die wir erst beginnen zu verstehen.
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Markierte Beiträge ‘Dienstleistungen’
Brauchen wir eine Dienstleistungsfolgenabschätzung?
Donnerstag, Februar 18th, 2010 von Bernd BienzeislerDienstleistungsfacharbeit oder die Zukunft der Interaktionsarbeit
Mittwoch, Dezember 16th, 2009 von Bernd BienzeislerVorige Woche war ich zu Gast bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, genauer beim Gesprächskreis Arbeit und Qualifizierung. Dabei handelt es sich um einen Expertenkreis, der sich in regelmäßigen Abständen Gedanken über die Veränderung von Arbeit und Fragen der beruflichen Bildung macht.
Zukunft der Facharbeit
Diesmal stand nicht weniger als die »Zukunft der Facharbeit« auf dem Programm. Das Thema ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Zum einen gilt das Modell qualifizierter Facharbeit zu Recht als Grundpfeiler des deutschen Produktionsmodells. Zum anderen ist dieses System in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, so dass das duale Ausbildungssystem nicht mehr vorbehaltlos als Exportschlager empfohlen wird.
Mit Services in neue Märkte – Maschinenbau auf Abwegen?
Dienstag, November 10th, 2009 von Bernd BienzeislerMan muss nicht »Rocket Science« betreiben, um zu erkennen, dass sich viele Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befinden. In bestimmten Bereichen, etwa Automotive oder Druckmaschinen, gibt es einen massiven Rückgang der Auftragseingänge. Noch vor gut einem Jahr habe ich selbst eine Umfrage zum Thema »Wertschöpfung mit Dienstleistungen« im Maschinen- und Anlagenbau durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass fast alle Unternehmen starke Umsatz- und Gewinnsteigerungen erzielen konnten. Das dürfte jetzt anders aussehen.
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»Service Science« – brauchen wir eine Dienstleistungswissenschaft?
Donnerstag, Juli 9th, 2009 von Bernd BienzeislerDie volks- und betriebswirtschaftliche Bedeutung von Dienstleistungen wächst rasant. Aber gibt es auch eine eigenständige Dienstleistungswissenschaft? Die Antwort lautet: Noch nicht, aber es ist an der Zeit, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Deshalb hat sich im Rahmen der »Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft« – ein Expertenzirkel, der die Bundesregierung in Innovationsfragen unterstützt – eine Unterarbeitsgruppe »Service Science« gebildet. Ich selbst habe das Vergnügen, die Arbeitsgruppe »Service Science« wissenschaftlich zu begleiten.
Neue komplexe Service-Systeme
In der Arbeitsgruppe diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der deutschen Dienstleistungsforschung über eine stärkere Verankerung des Themenfeldes Dienstleistungen in der akademischen Aus- und Weiterbildung. Warum sie das tun? Nun, weil Dienstleistungen immer wichtiger werden und der Einsatz moderner Informationstechnologie neue, sehr viel komplexere Dienstleistungsangebote er-möglicht. So entstehen z.B. im Umfeld von Social-Media-Anwendungen (Facebook etc.) neue Services, die zwar durch »harte« Informationstechnologien vorangetrieben werden, die jedoch zugleich den Charakter von »weichen« Beziehungsnetzwerken haben. Wenn man nicht nur die technischen, sondern auch die sozialen Funktionsweisen solcher Systeme verstehen will, verlangt das einen interdisziplinären Forschungsansatz, der technische, betriebswirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Aspekte berücksichtigt.
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