Morgenstadt - Sicherheit in der Modellmetropole der Zukunft


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Unsere Städte werden sich in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern. Die großen globalen Herausforderungen wie der Klimawandel, die Einführung dezentraler und regenerativer Energiekonzepte, flexibler Verkehrskonzepte oder neue Lebens- und Arbeitsweisen verlangen von Stadtplanern nicht nur neue Infrastrukturen, sondern auch neue Sicherheitskonzepte. Die vielfältigen und komplexen Umgestaltungsprozesse europäischer Städte verändern urbane Lebensgewohnheiten und Stadtkulturen, sie könnten sogar das soziale Gefüge der städtischen Gesellschaften beeinflussen.

Die Städte der Zukunft schaffen damit neue Risiken, deren Auswirkungen andere Bewältigungsstrategien verlangen. Sicherheit in der Metropole der Zukunft muss in vieler Hinsicht neu gedacht werden. Forscher mehrerer Fraunhofer-Institute tun genau das im Forschungsverbund Morgenstadt. Dieser entwirft Zukunftsszenarien des städtischen Lebens mit dem Ziel, für die Planung der Gegenwart sinnvolle Erkenntnisse zu entwickeln. Ansätze zu den Feldern Planen, Bauen und Mobilität werden auch auf der Hannover Messe präsentiert.

BMBF-Innovationsforum »Zivile Sicherheit«
Auch das BMBF-Innovationsforum »Zivile Sicherheit« vom 17. bis 19. April 2012 beschäftigte sich in Berlin mit Lösungsansätzen und Forschungsfragen für Sicherheit in einer offenen Gesellschaft. Neue Lösungswege für urbane Themen bildeten dabei einen Schwerpunkt. Reflektiert wurde u.a. über Sicherheit als Bedingung für Freiheit, die notwendige Benennung von Unsicherheiten sowie Kommunikationsherausforderungen im Krisenmanagement. Zudem wurden durch Forscher und Anwender Szenarien zum längerfristigen Ausfall der Stromversorgung oder von Banken-IT-Lösungen diskutiert und Erfahrungen im Umgang mit Sicherheitsbelangen bei Großveranstaltungen und im Personenverkehr vorgestellt.

Den Wandel gemeinsam gestalten
In Städten sind viele Menschen und Unternehmen auf zuverlässige Versorgungsnetze, vertrauenswürdige öffentliche und private Dienstleistungen sowie leistungsfähige Mobilitätsinfrastrukturen angewiesen, die mittlerweile intensiv miteinander vernetzt sind. Kein Lebensbereich, keine öffentliche Institution und kein Stadtviertel bleiben mehr von den vielfältigen Einflüssen dieser Vernetzung verschont. Naturereignisse, Unfälle oder absichtlich herbeigeführte Störungen der normalerweise in Deutschland effizient funktionierenden Systeme betreffen daher schnell viele Personen und Institutionen. Wenn die Folgen für das gesamte soziale Gefüge Stadt eingedämmt werden sollen, müssen alle Bereiche gemeinsam darauf hinwirken, negative Auswirkungen zu reduzieren und einen stabilen Zustand wiederherzustellen.

Verständnis durch Simulation
Diese Herausforderung verlangt die Entwicklung klarer und zugleich flexibler Sicherheitslösungen, die bei der Diskussion der vielfältigen städtischen Konzepte integriert werden müssen. Das Fraunhofer IAO entwickelt deshalb Lösungen zur Modellierung und Simulation des Krisenmanagements, beispielsweise zur Gestaltung einer differenzierteren Bevölkerungswarnung.

Vernetzung von Sicherheitsbehörden mit privaten und öffentlichen Akteuren
Unser Anliegen ist es, die Zusammenarbeit von Sicherheitsbehörden mit privaten und öffentlichen Akteuren organisatorisch und informationstechnisch zu unterstützen. Unterschiedliche Sichtweisen und Handlungsoptionen sollen für ganzheitliche Lösungen berücksichtigt werden, beispielsweise für die Akteure und Informationssysteme an komplexen Infrastrukturen wie Großstadtbahnhöfen. Informationstechnische Lösungen wie Portale und mobile Dienste müssen hier in die Alltagsprozesse eingebunden werden, damit sie auch in kritischen Situationen benutzt werden können. Wenn viele verschiedene Organisationen im Krisenfall zusammen arbeiten müssen, sollte auch eine möglichst hohe Transparenz hinsichtlich der Qualität von Daten und Vorschlägen gegeben sein. In Krisensituationen sind zwar immer Entscheidungen unter Unsicherheit erforderlich, man sollte aber das Maß der Verlässlichkeit einschätzen können.

Zukunftsszenarien für die Morgenstadt
Diese neuen urbanen Sicherheitsbetrachtungen sind so komplex wie das Stadtleben der Zukunft selbst. Sie verlangen von Stadtplanern, Politik, Wissenschaft und vielen anderen gesellschaftlichen Akteuren heute schon eine neue Qualität in der Zusammenarbeit. Wenn wir Sicherheit für die vernetzte Stadt planen wollen, müssen wir vernetzt denken und arbeiten. Mit der Morgenstadt sowie in zahlreichen Forschungs- und Beratungsprojekten versuchen die Fraunhofer-Forscher, mögliche Sicherheitsarchitekturen zu reflektieren und durch empirische Erhebungen und differenzierte Szenarien heute schon Grundlagen für die Planung der Zukunft unserer Städte zu liefern.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am 23.04.2012 um 14:28 von Dr. Wolf Engelbach und ist der Kategorie Informationsmanagement, Morgenstadt, Softwaremanagement zugeordnet. Sie haben die Möglichkeit, Antworten zu diesem Beitrag über den RSS 2.0-Feed zu verfolgen. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

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