Preview: Zwischenbericht der Fraunhofer-Umfrage »Schlanke Prozesse in Baunetzwerken«

Effizienteres Bauen ist möglich – zumindest wenn es nach den Beschäftigten im Bauwesen geht. Unser Forscherteam am Fraunhofer IAO hat gemeinsam mit Fraunhofer Italia über 600 Fachleute und Arbeitnehmer der Baubranche zu Bewertungen und Einschätzungen des aktuellen Bauwesens befragt – und kommt zu überraschenden Ergebnissen:

Über 30 Prozent aller Befragten sind unzufrieden mit Prozessen und Abläufen. Über drei Viertel der Befragten bewerten das Einsparpotenzial durch Prozessoptimierungen im zweistelligen Prozentbereich.

Diese und viele weitere aufschlussreiche Erkenntnisse aus der Praxis zeigen erste Ergebnisse einer laufenden Fraunhofer-Studie.

Den Hauptgrund für die teilweise sehr ineffizienten Prozessstrukturen sehen die meisten Befragten in der späten Integration der Beteiligten in den Planungsprozess, gefolgt von unzureichender Kommunikation zwischen den Akteuren. In der Bauausführung trägt vor allem die Nichteinhaltung von Liefer- bzw. Abschlussterminen zu massiven Verlusten in der Prozesseffizienz bei.

Für die Wissenschaftler vom Fraunhofer IAO offenbart sich hier ein riesiges Handlungsfeld – mit einem enormen Potenzial nicht nur für »billigeres« Bauen, sondern vor allem für eine Steigerung der Qualität und Nachhaltigkeit von Immobilien mit einem großen Mehrwert für Bauherren und Nutzer.

Der Lösungsansatz scheint fest zu stehen: rund die Hälfte aller Befragten sieht in der Implementierung schlanker Prozesse nach bewährten Prinzipien des Lean Managements einen notwendigen und sinnvollen ersten Schritt. Für eine weitere Verbreitung dieses Ansatzes bedarf es ihrer Meinung nach aber noch zusätzlicher Aufklärungsarbeit und vor allem einer entsprechenden Qualifizierung der am Bauprojekt mitwirkenden Personen.

Diese Herausforderung alleine auf Unternehmensebene anzugehen, stellt allerdings insbesondere für viele kleine und mittlere Betriebe des Bausektors eine nahezu unlösbare Aufgabe dar. Hier wollen wir ansetzen und gemeinsam mit unseren Forschungspartnern interdisziplinär und praxisnah Ansätze für eine optimierte Wertschöpfungskette erarbeiten.

Hinweis: Eine ausführlichere Zusammenfassung der Befragung erhalten die Teilnehmer auf Wunsch nach Abschluss der Studie. Nutzen auch Sie noch die Möglichkeit, Ihre Einschätzungen und Erfahrungen einfließen zu lassen und profitieren Sie von den Erkenntnissen.