Stadtverkehr von morgen – ab heute in Stuttgart: Flottenversuch zu Elektromobilität

Modellregion Elektromobilität

Neue Technologien erobern Märkte nur dann, wenn sie ihre Vorteile gegenüber der etablierten Technologie ausspielen können. Am Besten funktioniert dies, zumindest zu Beginn, in Nischen. Diese erfolgversprechenden Nischen für die Elektromobilität zu identifizieren ist Voraussetzung für einen schnellen Markterfolg der Technologie.
Dass diese Nische in der Stadt zu suchen ist, davon sind wir am IAO überzeugt. Ob Kleintransporter die im städtischen Lieferverkehr eingesetzt werden ein Segment sind, welches sich besonders für die Elektrifizierung des Antriebstrangs eignet, das untersuchen wir zusammen mit der Daimler AG, der EnBW und dem TÜV Süd im jetzt gestarteten Projekt IKONE. 50 Mercedes-Benz Vito E-CELL Transporter mit batterieelektrischem Antriebsstrang werden dafür in Stuttgart im Rahmen der vom BMVBS geförderten Modellregion Elektromobilität unterwegs sein und vom IAO wissenschaftlich begleitet.

Das Erkenntnisinteresse des IAO in dem Projekt: Uns interessiert insbesondere, wie Informations- und Kommunikationstechnologien eingesetzt werden können, um die Kundenakzeptanz zu erhöhen (Stichwort: Smartphone Anbindung), welche Geschäftsmodelle für den Vertrieb der E-Transporter wirksam sind, welche Umweltwirkung zu erwarten ist und wie der Staat/das Land/die Stadt sowie kommunale und staatliche Institutionen die Verbreitung der Fahrzeuge unterstützen können.

Es gibt im Wesentlichen zwei gute Gründe, warum Kleintransporter im städtischen (Liefer-)verkehr ein interessantes Segment für Elektromobilität sein könnten:

  • Die Stadt sollte ein besonderes Interesse haben, dass die Transporter elektrisch und damit lokal missionsfrei unterwegs sind. Dieses „besondere Interesse“ könnte Sie durch Fördermaßnahmen (wie z.B. kostenlose Parkplätze, Einfahrgenehmigungen in Fußgängerzonen, etc.) untermauern.
  • Sie sind auf häufig definierten Routen mit weniger als 100 km unterwegs und können über Nacht in der Firmengarage wieder geladen werden.

Vito

Eine Herausforderung wird sicherlich sein, die Flottenbetreiber, im Allgemeinen wirtschaftlichen Zwängen unterworfene Unternehmen, von der Wirtschaftlichkeit der Elektro-Kleintransporter zu überzeugen. Auch wenn zu Beginn für viele Anwender der Marketing-Aspekt zählt und weit mehr E-Vitos einen Abnehmer fänden als heute verfügbar sind, so wird es mittelfristig darauf ankommen, Elektromobilität auch wirtschaftlich sinnvoll darzustellen. Dies gilt im Übrigen nicht nur für Elektro-Kleintransporter. Die Erkenntnisse, die wir in der „Nische Kleintransporter“ gewinnen, könnten also auch für andere Fahrzeugarten wichtige Hinweise zur erfolgreichen Einführung liefern. Mehr dazu und zum Verlauf des Stuttgarter Pionierversuchs demnächst auf diesem Blog.