Stress und Burnout: Pathologie unserer modernen Arbeitsweise?

Wissenschaftsjahr 2013: Die demografische Chance

Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht ein großes Medium die drastischen Auswirkungen der mutmaßlich überfordernden Arbeitsbelastungen betitelt: Arbeitsverdichtung, Stress und Burnout sind in aller Munde. Auch die einschlägigen Statistiken vermelden, dass die Anzahl der Gesundheitsstörungen am Arbeitsplatz bedrohlich wächst – und dies, obwohl viele Unternehmen umfangreiche Programme zur Gesundheitsprävention durchführen. Bedeutet dieser Widerspruch, dass Wahrnehmung der Menschen und die Arbeitsrealität weit auseinanderklaffen? Oder lässt sich daraus vielmehr ablesen, dass betriebliche Präventionsprogramme und Gesundheitsmaßnahmen nicht wirksam genug eingesetzt werden?

Arbeitsbedingungen im Umbruch

Klar ist: Unsere Arbeitsgesellschaft unterliegt erheblichen technologischen, kulturellen und sozio-demografischen Wandlungen. Deren Auswirkungen sind keinesfalls vollständig absehbar. Die zunehmende Arbeitsteilung und Spezialisierung auf den globalen Märkten erfordern tragfähige Formen der Vernetzung und Kooperation. Viele konkurrenzbetonte Sichtweisen werden dadurch zumindest teilweise in Frage gestellt. Um den steigenden Innovationsanforderungen gerecht zu werden, müssen wir die kreativen Prozesse des Denkens und Handelns gründlicher verstehen und hierfür noch zweckmäßigere Arbeitsbedingungen schaffen.

Instrumente gibt es – aber zeigen sie auch ihre Wirkung?

Die Arbeitsforschung hat eine ganze Reihe innovativer Modelle und Instrumente zur Gestaltung produktiver und gesunder Arbeitsweisen entwickelt. Dennoch mangelt es ihr an fundierten Erkenntnissen, inwieweit die Unternehmen diese Konzepte kennen und auf betrieblicher Ebene wirksam umsetzen. Aus dieser Situation ergeben sich eine Reihe relevanter Fragestellungen: Reichen die vorhandenen Methoden und Instrumente zur Gestaltung der menschlichen Arbeit aus? Welche Erfahrungen haben Unternehmen mit der Wirksamkeit einschlägiger Strategien zur Arbeitsgestaltung und Gesundheitsförderung gesammelt? Wie ergänzen sich derartige Initiativen mit komplementären Gestaltungsstrategien etwa des Lean Managements?

Menschengerechte Arbeit mitgestalten: Umfrage ermittelt Status Quo und Handlungsbedarf

Diesen und weiteren Fragen gehen wir am Fraunhofer IAO in unserer aktuellen Studie »Zukunft der menschengerechten Arbeitsgestaltung« nach. Eine zentrale Zielsetzung der Studie ist es, die betriebliche Akzeptanz und Wirksamkeit von etablierten Gestaltungsstrategien zu ermitteln. Vor allem aber geht es uns darum, den Unternehmen eine qualifizierte Orientierung zu vermitteln, um die menschliche Arbeit zukunftsweisend zu gestalten.

Als betriebliche Experten und Entscheider laden wir Sie herzlich ein, an unserer Studie teilzunehmen. Ihre Antworten sind die Basis für unsere Studienergebnisse. Weiterführende Informationen zur Befragung finden Sie unter https://www.befragung.iao.fraunhofer.de/index.php/682248/lang-de. Alle Teilnehmer erhalten exklusiv ausgewählte Studienergebnisse. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Martin Braun

Martin Braun

Experte für menschliche Arbeit. Aufgrund umfassender Projekterfahrungen ist er überzeugt, dass Kreativität und Initiative erfolgskritische Faktoren in Unternehmen sind. In seinen Beiträgen gibt er Denkanstöße zum Human Factors Engineering und zeigt Erfolgsgeschichten auf.

Autorenprofil - Website

1 Kommentar

  1. Durch den Umbruch bedingt werden die Angestellten wohl oder übel mit der Belastung leben müssen. Meiner Meinung nach funktionieren die Präventionsprogramme der Unternehmen nicht, weil die Menschen eben keine Roboter sind und Stress eben immer noch vorhanden ist.

    Mal sehen, wann sich das ändert!

    LG

    Boris

Kommentare sind geschlossen.