Kinderstadtteilforschung

Kinder machen es vor: So geht Bürgerbeteiligung

Während die Kinder der Schwabschule im ersten Halbjahr 2015 rund um Spielplätze, den Bismarckplatz und Architektur forschten, rückte in der zweiten Jahreshälfte der Verkehr auf der Schwabstraße in den Mittelpunkt der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaflter. Startpunkt für die Aktionsreihe war, dass die Kinder auf die digitalen Geschwindigkeitsanzeigetafeln für Autofahrer vor der Schwabschule aufmerksam wurden und viele Fragen dazu stellten. Kein erwachsener Mensch bei Bürgerversammlungen und von der Stadtverwaltung konnte sagen, wie schnell die Autos vor der Schwabschule fahren. Da kein Statistiktool in den Geschwindigkeitsanzeigetafeln eingebaut ist, nahmen die Kinder die Sache selbst in die Hand und widmeten sich der primären Verkehrsfeldforschung: Was hat es damit auf sich, dass auf den Anzeigetafeln rund um die Uhr grüne und rote Smileys und Stundenkilometerzahlen wie von Geisterhand kurz erscheinen und wieder verschwinden?

Kinderstadtteilforschung – von der Forschung zur Bürgerbeteiligung

Die Schwabschule in Stuttgart West ist einer der interessantesten Orte in Stuttgart: Die Grundschule ist umgeben von 12 Fahrspuren, 12 Ampeln, zwei U-Bahngleisen und unzähligen Verkehrsschildern. Die Kinder als Experten der Räume und Wege rund um die Schwabschule absolvieren hochgerechnet 115 000 Schulwegstrecken pro Jahr und kennen sich wirklich aus. Und Ende des Jahres 2015 sind jetzt 267 Flüchtlinge als Nachbarn in die verwaiste Friedensschule, eine ehemalige Hauptschule Mauer an Mauer mit der Schwabschule, eingezogen. Die Umgebung ist also wie geschaffen für ein »Reallabor« als Lern- und Forschungsstätte. In diesem zweiteiligen Beitrag erzähle ich, was die »Kinderstadtteilforschung«, eine Projektreihe von Caritasverband für Stuttgart e.V., Fraunhofer IAO und vor allem Kindern des Schülerhauses der Schwabschule in Stuttgart-West, im Jahr 2015 unternommen hat und denke gleichzeitig nach über die Forschung mit Kindern (statt über Kinder).

Ein Jahr Kinderstadtteilforschung: Gefährliche Orte und was Erwachsene aus dem Projekt lernen können

IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2015: »Zukunftstadt«

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?
IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt

Vor kurzem habe ich hier von den ersten Schritten der Kinderstadtteilforschung in Zusammenarbeit mit der Caritas erzählt. Nach der Führung im Rathaus der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Crashkurs, wie die Kinder zu Kinderstadtteilforschern werden, haben wir unsere Forschungsanstrengungen mit einem dritten und vierten Forschungstag vertieft.

Ein Jahr Kinderstadtteilforschung – Schülerinnen und Schüler als Wissenschaftler

IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2015: »Zukunftstadt«

Wie sieht die Stadt der Zukunft aus?
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Welches ist der am dichtesten besiedelte Stadtteil in Deutschland? Wie viele Zebrastreifen gibt es rund um die eigene Schule? Welche sind die Lieblingsorte und welche die gefährlichsten Orte für Kinder im Stuttgarter Westen?
Anfang des letzten Jahres haben sich Kinder des Schülerhauses Grundschule Schwabschule aufgemacht, um den Stadtteil Stuttgart-West neu zu entdecken. Unterstützt haben sie der Träger Caritasverband für Stuttgart e.V. und ich als Wissenschaftler am Fraunhofer IAO (und Papa eines Kindes). Insgesamt haben vier Forschungstage verteilt über die unterschiedlichen Schulferien im Jahr 2014 stattgefunden. Wir wollen an dieser Stelle den Erwachsenen kurz erläutern, was man/frau von und mit Kinderstadtteilforschung lernen kann.