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Die Vision von der autofreien Innenstadt: Eine einzigartige städtebauliche Chance für das Mobilitätslabor Stuttgart

Wir standen Ende des 19. Jahrhunderts in Stuttgart vor einer Herausforderung, die uns heute nicht ganz unbekannt sein dürfte: Der aufkommende Wohlstand der späten Industrialisierung mit einer zunehmenden Mittelschicht ermöglichte es immer mehr Familien, eigene Kutschen anzuschaffen. Skeptiker befürchteten damals einen Verkehrskollaps durch die steigende Anzahl der Kutschen – das Flanieren auf der Straße wurde immer gefährlicher – und damit auch der Pferde, die ihren Mist auf den Straßen zurückließen. Stadthygiene war damals durch mechanische Entsorgungssysteme (chemische Wasserbehandlung wurde erst 1898 in den USA erfunden) nur teilweise in den Griff zu bekommen. Das noch junge Automobil, die Kutsche ohne Pferde, wurde als eine Art technisches »Heilmittel« gesehen, sogar als umweltfreundlichere und stadtverträglichere Alternative zur damaligen »pferdebetriebenen« Mobilität.