Warum die Cloud noch immer die Sonne bedeckt

Wolken verheißen derzeit Positives: ob auf der diesjährigen CEBIT oder generell in den Medien: ohne »Cloud Computing« geht’s nicht mehr. Fast jedes etablierte Zeitungsformat hat in der ersten Jahreshälfte Sonderhefte hierzu veröffentlicht, sämtliche Wirtschaftsmagazine sind mit Artikeln zum Trendthema gespickt und selbst in der Werbung geht man schon mal »schnell in die Cloud«. Andererseits fragen sich immer noch viele Angestellte und Chefs, Studenten und Privatleute in deutschen Landen:

Was ist Cloud Computing eigentlich? Und was genau kann ich privat bzw. in meinem Unternehmen damit anfangen?

Diese oder ähnliche Fragestellungen drängen sich auf, wenn man sich noch nicht näher mit der Materie befasst hat. Doch niemand muss sich für Wissenslücken schämen; schließlich schreitet die technologische Entwicklung derzeit schneller voran, als man deren neue Schöpfungen zu verarbeiten vermag. Und hinsichtlich Dynamik und scheinbar grenzenlosen neuen Möglichkeiten stellen Internettechnologien und -anwendungen seit Jahren einen Benchmark dar.

Wir nutzen die Cloud privat bereits seit langem – allerdings ohne es zu wissen
Viele private Anwender nutzen Cloud-Angebote schon lange Zeit, allerdings ohne sich dessen bewusst zu sein. So sind die E-Mail-Accounts im Netz von Anbietern wie web.de oder hotmail.com Cloud-Lösungen in Reinform. Die Softwareanwendung »E-Mail-Postfach« wird dabei nicht stationär und lokal auf dem eigenen Rechner verankert, sondern schwebt von überall jederzeit zugänglich in der Internetwolke. Im Fachjargon könnte man hier von Software-as-a-Service (SaaS) sprechen, wobei die E-Mail-Funktionalitäten einerseits die Softwarekomponente darstellen, andererseits deren Bereitstellung und der Zugang zu diesen über das Internet die Servicekomponente ist. Auch bei vielen weiteren nützlichen »Spielereien« im Netz handelt es sich um Cloud-Lösungen, siehe exemplarisch Dropbox, Picasa, docs.google oder Doodle.

Kommen Cloud-Lösungen auch bei Unternehmen an?
Fast noch interessanter wird das Thema Cloud Computing im Unternehmensbezug, da hier ganz andere Rahmenbedingungen und Restriktionen zu berücksichtigen sind. Skeptisch sind viele Unternehmen gegenüber dem Cloud-Hype vor allem aufgrund von Bedenken bzgl. der Sicherheit und Verfügbarkeit. Kann tatsächlich gewährleistet werden, dass ausgelagerte Unternehmens¬daten im Netz nicht missbraucht werden und in falsche Hände kommen? Sind Anwendungen aus der Cloud tatsächlich immer dann verfügbar, wenn Mitarbeiter mit ihnen arbeiten müssen?

Dabei sind Zweifel und Bedenken nicht die einzigen Hürden, die Cloud Computing in den Unternehmen überwinden muss. Häufig fehlt den Entscheidern auch ein Quäntchen Vorstellungskraft, wenn es um die Entwicklung von Einsatzszenarien für Cloud-Lösungen geht. Die wenigsten Unternehmen begreifen die Cloud-Technologien dabei als eine Evolutionsmöglichkeit. So könnte es in bestimmten Fällen durchaus denkbar sein, den eigenen Kunden Cloud-Lösungen anzubieten, wo bisher nur Konventionelles möglich schien. Die Unternehmen müssen nur mal damit anfangen, über die neuen Möglichkeiten nachzudenken, getreu dem Motto: »Wie nutze ich das Potenzial der Cloud kreativ aus?«

Das Fraunhofer IAO führt derzeit eine Studie zum Thema »Cloud Computing für Services im Maschinen- und Anlagenbau« durch. Uns interessiert, inwieweit die Branche derzeit bereits Cloud-Technologien nutzt und welches konkrete Anwendungspotenzial für die Zukunft gesehen wird.

Wenn Sie herausfinden wollen, wie weit ihr Unternehmen schon in der Wolke aktiv ist und welche Potenziale noch möglich sind, machen Sie mit: Zu einer Online-Version des Fragebogens (übrigens auch aus der Cloud) gelangen Sie unter:

www.dienstleistungsbefragung.iao.fraunhofer.de

Gerne können wir Ihnen alternativ auch eine .pdf-Version des Fragebogens zukommen lassen.

Marc Münster

Marc Münster

Marc Münster hat das Institut verlassen.

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