Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Das Erfolgsgeheimnis frugaler Lösungen

Der VW Käfer hat es vorgemacht. Robuste Lösungen, die grundlegende Funktionalitäten mit einer guten Qualität verbinden, können nicht nur ein Markterfolg bei Kunden mit begrenztem Budget sein. Bis heute ist der Käfer eines der wichtigsten Symbole der 60er und 70er Jahre Westdeutschlands und ein Aushängeschild für die Kompetenz des Volkswagen-Konzerns.

Wenn einfach so einfach wäre…

Auch andere renommierte Unternehmen wie Siemens, Bosch, Accor und Philips haben ihr Sortiment um sogenannte frugale Lösungen erweitert, die den Spagat zwischen hoher Qualität und niedrigem Preis schaffen. Dass die Suche nach dem »Less is More« nicht allen gelingt, liegt auch an einem Denkfehler: Was einfach sein soll, muss auch einfach gehen. Viele Unternehmen begeben sich mit diesem Ansatz auf die akribische Suche nach Einsparungspotenzialen entlang einer Standardlösung – und scheitern schon in den ersten konzeptionellen Überlegungen. Wie kann ich denn wissen, auf was die Kunden verzichten können? Wenn ich an vielen Ecken einspare, sinkt dann nicht automatisch die Qualität? Und wenn wir jetzt das Gleiche machen wie unsere Billig-Konkurrenz, läuft uns dann nicht die Kundschaft davon?

Sense and Sensibility: Gefühl und Verstand des Kunden ansprechen

Frugale Innovationen gehen einen radikal anderen Weg. Sie punkten durch die Konzentration auf eine spezifische kostensensitive Kundengruppe, auf deren Bedürfnisse hin eine passgenaue Lösung gestrickt wird. Alle Funktionalitäten, die für diese Kunden von geringer Bedeutung sind, werden auf das absolut Notwendige reduziert –oder gleich ganz gestrichen. Aber frugale Innovationen sind kein reines Abspecken. Stattdessen werden einige Highlights in den Vordergrund gerückt, die diesen Kunden besonders am Herz liegen. Und so ist auch der Käfer seinen Kunden nicht nur als günstige Lösung in Erinnerung geblieben, sondern auch als absoluter Trendsetter in Sachen Design.

Wanted: Steckbrief frugaler Innovationen

Wetten, dass Sie selbst sehr viel mehr Beispiele erfolgreicher frugaler Lösungen kennen, als Sie auf den ersten Blick glauben? Und sogar selbst schon erworben haben (Stichwort »Iwar«)? Hier ein kurzer Fahndungsbrief, falls Sie sich selbst auf Entdeckungsreise begeben möchten:

Kunden

  • kostensensitive Kunden in entwickelten und/oder emergenten Märkten (»Bottom of the Pyramid«)
  • klar eingegrenzte Zielgruppe (z.B. junge Familien, Geschäftsreisende, Truckfahrer)

Merkmale

  • vergleichsweise niedriger Preis
  • gute Qualität
  • cleveres Geschäftsmodell

Vorteile

  • hohe Marktchancen trotz geringer Margen aufgrund der Größe der Zielgruppe
  • Synergieeffekte und Lernpotenziale

Fallstricke

  • Abgrenzung nach oben (hochpreisige Lösungen) und unten (Billigangebot)
  • Umfassendes Verständnis der Kundenbedürfnisse

Falls Sie Interesse daran haben, selbst einmal die Ärmel hochzukrempeln und an frugalen Lösungen zu tüfteln, laden wir Sie herzlich zu unserem Seminar »Low-Cost Innovation: frugale Innovationen als Weg zur Erschließung kostensensitiver Märkte« am 12. November ein. Neben zahlreichen Fallbeispielen und einem Methodenkoffer nehmen Sie dabei auch eine Erfahrung mit nachhause, die sich Ihnen so schnell nicht wieder bietet: den Blick in das Nähkästchen zweier erfolgreicher Innovatoren.

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