Wenn weniger mehr ist – Das Konzept »Low Cost Innovation«

Außergewöhnlich erfolgreiche Produkte zeichnen sich durch die konsequente Reduktion auf das Wesentliche aus. Das Apple iPhone benötigt nicht mehr als fünf Tasten, die Google-Startseite beschränkt sich auf die Suchfunktion. Auch bei Low Cost-Innovationen geht es um eine bewusste Reduktion. Produkte, Vertriebswege oder Produktionsprozesse werden systematisch verschlankt und auf die Grundfunktionen reduziert, um neue Kundengruppen zu gewinnen. Das Competence Center FuE-Management am Fraunhofer IAO hat verschiedene Low Cost-Innovatoren befragt und kommt zu dem Ergebnis: Low Cost-Innovationen sind keine Erfindung von Billiganbietern, sondern ein anspruchsvolles Innovationskonzept mit hohem strategischem Nutzen.

Innovation gegen den Strom
Die gezielte Reduktion setzt umfassende Produkt- und Systemkenntnis voraus, weil die Bedeutung jedes einzelnen Bestandteils und jedes Features für die Grundfunktion verstanden werden muss. Wer also meint, die tatsächliche Umsetzung sei eine leichte Fingerübung für die FuE-Mannschaft, täuscht sich. In jeder erfolgreichen Low Cost-Innovation steckt viel Schweiß und Grips; meist ist auch ein gehöriger Umdenkprozess nötig. Entwicklungsteams sind für gewöhnlich darauf getrimmt, den Funktionsumfang eines Produkts zu erweitern. Bei Low-Cost-Innovationen gilt genau die entgegen gesetzte Maxime – je einfacher, desto besser.

Schlüssel für neue Zielgruppen und Märkte
Die Vielfalt von Low Cost-Innovationen zeigt sich in Erfolgsgeschichten wie dem revolutionär günstigen Tata Nano Automobil, der Hotelkette Formule1 und dem Möbelhaus MyFab. Speziell in westlichen Ländern machen Produkte Furore, die den Spagat zwischen niedrigen Kosten und hoher Qualität bewältigen. Seien wir ehrlich: Wer kauft sich heute noch ein Sofa für die nächsten dreißig Jahre? Wer braucht eine Saunalandschaft im Hotel, wenn er auf Durchreise ist? Viele Angebote übersteigen die eigentlichen Anforderungen der Kunden. Ein unnötiger Luxus, für den immer weniger Menschen bereit sind zu zahlen. Für Unternehmen wird die Fähigkeit zur innovativen Verschlankung in zweierlei Hinsicht zum strategischen Vorteil. Low Cost-Innovationen erschließen neue Kundengruppen und generieren gleichzeitig Lerneffekte für die bestehende Produktpalette.

Den besten über die Schulter schauen
Unsere aktuelle Studie zum Thema zeigt: Low Cost-Innovationen lassen sich in fast allen Branchen realisieren. Gleichzeitig darf der Aufwand nicht unterschätzt werden. Bestehende Produkte lediglich um einige Features zu reduzieren, macht in der Regel noch keine Low Cost-Innovation aus. Zunächst muss eindeutig geklärt werden: Wen wollen wir als zukünftige Kunden gewinnen? Welche Leistungen sind für diese Kunden entscheidend?
Unser Seminar am 25. November bietet die Möglichkeit, von den Erfahrungen erfolgreicher Low Cost-Innovatoren anhand von detaillierten Fallstudien zu lernen.

Low-Cost Innovation – Modewort oder Zukunftstrend?
Wir freuen uns auf eine kontroverse Diskussion.
Hier auf dem Blog und natürlich auch in Stuttgart am 25. November!