Wie fühlt sich Elektromobilität im Jahr 2025 an?

Das Fraunhofer IAO hat in Zusammenarbeit mit Unternehmenspartnern Zukunftsszenarios zur Elektromobilität skizziert. Schon wieder, werden Sie sagen. Schließlich herrscht kein Mangel an Zukunftsprognosen zur Mobilität. Was also macht unsere Szenarios besonders?

Es geht bei uns nicht um Zahlen, sondern um mobile Lebenswelten. Die Szenarios zeigen nicht auf, wie die Welt aussehen wird, sondern wie sie aussehen kann. Es gibt keine Eintrittswahrscheinlichkeiten.
Unsere Studie, die in Kurzform auch online abrufbar ist, gibt also keine statistischen Auskünfte, sondern schildert die Art und Weise, wie die Elektromobilität auf den Menschen wirkt. Für die Partner in unserem FutureCar-Netzwerk mit Automobilzulieferern haben wir übrigens – über die Informationen in der veröffentlichten Broschüre hinaus – leicht ablesbare Indikatoren entwickelt, die für eine Entwicklung in Richtung bestimmter Szenarios sprechen.

Wir haben die Perspektiven betont, die Menschen im Jahr 2025 in den jeweiligen Szenarios haben werden.

  • Herr Weiß lebt in der Welt der »Hybriden Elektromobilität«. Mobilität ist insgesamt deutlich teurer geworden. Menschen nutzen stärker den ÖPNV oder arrangieren sich anderweitig in Fahrgemeinschaften. Dafür ist die Luftqualität bestens.
  • Frau Grün lebt in einer »Stadtgerechten Elektromobilität«. Individualverkehr ist zwar auch teurer geworden, die Menschen nutzen Elektromobilität dennoch, weil sie nachhaltig ist. Zulieferer haben die Chance ergriffen, E-Fahrzeuge selbst herzustellen und zu verkaufen. Mobilitätsdienstleistungen konzentrieren sich auf Städte, was die Landflucht beschleunigt.
  • Frau Blau arbeitet für die »Modulare Elektromobilität«. Autos lassen sich herstellerunabhängig zusammenstellen wie Computer. Der Mittelstand hat diesen Trend erkannt. Aus dem Produkt Automobil wurde der Markt Automobil. Elektromobilität ist das sprichwörtliche Vehikel in diesem Prozess.
  • Herr Gelb erlebt die »Bionische H2-Mobilität«. Gas hat in Form der Brennstoffzelle den Verbrennungsmotor abgelöst. Für den Verbraucher hat sich nicht viel verändert, für die Unternehmen schon. Gerade spezialisierte Zulieferunternehmen müssen sich umorientieren.

Für diese vier Szenarios haben wir Denkanstöße geschaffen. Dabei nehmen wir »Anstoß« wörtlich und freuen uns über Ihre Meinungen und Ideen, wie für Sie die Zukunft aussieht. Übrigens unterstützen wir auf Wunsch auch Unternehmen beim Thema Szenarioentwicklung. Sprechen Sie uns an!

Marius Brand

Marius Brand

Marius Brand hat das Institut 2015 verlassen.

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