Du hast 50, 200 oder sogar über 1000 Menschen, die auf dich schauen. Du triffst weitreichende Entscheidungen, verhandelst an den Tischen der Welt und trägst die Verantwortung für die Zukunft eines Unternehmens und dessen Mitarbeitenden. An einem Tag finden dich viele toll, am nächsten Tag gibt es Aufruhr, weil du eine schwierige Entscheidung treffen musstest. Abends bist du erschöpft und hast trotzdem noch dutzende offene Themen in deinem Kopf, die du morgen unbedingt angehen musst.

Dieser Blogbeitrag ist nicht für Führungskräfte und C-Level, die alles im Griff haben. Er ist für die, die wissen, dass Führung schwer ist – und die nach mehr als allgemeinen Ratschlägen suchen. Ich beschreibe hier fünf Fallen, in die Führungskräfte fast zwangsläufig geraten. Und ich stelle am Ende den »Cortex Circle« vor: ein neurowissenschaftlich fundiertes Programm, das wir am Fraunhofer IAO entwickelt haben, um genau an diesen Fallen anzusetzen.

Falle 1: Rüstung an, Gefühle aus – warum das auf Dauer nicht funktioniert

Egal, was passiert – Quartalszahlen, Kündigung eines Schlüsselmitarbeitenden, eine eskalierende Krisensituation – nach außen musst du Ruhe und Zuversicht ausstrahlen, denn dein Verhalten beeinflusst auch das der Mitarbeitenden. Emotional Labor, wie es in Expertenkreisen heißt, kostet enorm viel Energie, vor allem wenn man stark gegen eigene emotionale Empfindungen ankämpfen muss, um neutral oder optimistisch zu bleiben. Auf Dauer führt diese permanente Unterdrückung zu emotionaler Erschöpfung und dazu, dass die Regulation immer schlechter gelingt.

Falle 2: Entscheidungsmüdigkeit – Auch das leistungsfähigste Gehirn hat Grenzen

Du bist eine Entscheidungsmaschine: kleine, große, weitreichende oder kurzfristige Entscheidungen kosten Energie. Die sogenannte Decision Fatigue zeigt deutlich, dass Entscheidungen über den Tagesverlauf schlechter, impulsiver oder schlichtweg verschoben werden. Und das Tückische: Du merkst es selbst kaum, weil die Verschlechterung schleichend eintritt.

Falle 3: Unverwundbar? – Der Mythos der fehlerfreien Führungskraft

Mitarbeitende haben implizite Erwartungen an ihre Führungskraft: sie weiß alles, macht nie grobe Fehler und berücksichtigt bei Entscheidungen immer alle Aspekte. Das sogenannte Expectation Management ist hierbei ein wichtiger Begriff, um Erwartungshaltungen in der Belegschaft mit den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu vereinbaren. Denn auch du bist ein Mensch und kannst Fehler machen, sei es aufgrund einer falschen Einschätzung, zu wenig Zeit oder einem schlechten Tag. Dieser ständige Druck, fehlerfrei performen zu müssen, erzeugt eine kognitive Dauerlast, die selten als solche erkannt wird – aber messbar ist.

Falle 4: Allein an der Spitze – Einsamkeit trotz unzähliger Kontakte

Je höher deine Position, desto schmaler wird der Kreis der Menschen, mit denen du offen reden kannst. Nicht weil du schlechte Freundschaften hast, sondern weil die Rolle selbst eine strukturelle Einsamkeit erzeugt. Leadership loneliness kann vor allem für neue oder junge Führungskräfte ein Thema sein, die ihre Rolle noch finden müssen – aber auch erfahrene Führungspersönlichkeiten sind davor nicht geschützt. Ohne echten Austausch fehlt das ehrliche Feedback, das für persönliche Weiterentwicklung unverzichtbar ist.

Falle 5: Kein System – nur Willenskraft

Emotionale Regulation, Entscheidungsmüdigkeit, strukturelle Einsamkeit, der Druck fehlerfrei zu sein, das sind alles keine Randthemen. Sie sind der Kern dessen, was Führung im Alltag so anspruchsvoll macht. Und sie hängen zusammen: Wer emotional dauerhaft regulieren muss, trifft schlechtere Entscheidungen. Wer keine Peers hat, bekommt kein ehrliches Feedback. Wer keine Schwächen zugeben oder gar erkennen kann, brennt aus.

Du merkst: Alles hängt zusammen.

Was wäre, wenn du genau sehen könntest, wie dein Gehirn unter Last arbeitet? Wenn du deine kognitiven Stärken und Schwächen so klar vor dir hättest wie eine Quartalsbilanz? Und wenn daraus ein System entstünde, das dich dauerhaft schützt und entwickelt?

Der Cortex Circle – das Programm, das an der Wurzel ansetzt

Hierfür haben wir am Fraunhofer IAO den Cortex Circle gegründet. Als Führungskraft managst du alles – nur nicht das Instrument, mit dem du entscheidest: dein Gehirn. Der Cortex Circle ist das einzige Programm, das Neurotechnologie einsetzt, um kognitive Prozesse von Führungskräften sicht- und messbar zu machen – und daraus systematisch ein persönliches Performance-Programm entwickelt.

Datengetrieben und neurowissenschaftlich fundiert durchläufst du in einer festen Gruppe von 5–7 Führungskräften über fünf Monate ein Performance- und Gesundheits-Programm, das datengestützte Neurotechnologien mit strategischem (Peer-)Coaching vereint und kognitive Leistungsfähigkeit objektiv messbar und gezielt trainierbar macht.

Du bist interessiert, möchtest aber erstmal mehr erfahren, bevor du dich entscheidest? Dann vereinbare ein unverbindliches 1:1 Gespräch mit mir – ich freue mich darauf!

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Nektaria Tagalidou

Psychologin im Team »Applied Neurocognitive Systems«. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit neuroadaptiven Technologien zur Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden und positiver UX. Für sie ist die Neurowissenschaft eine Chance unsere Arbeit und unseren Alltag angenehmer zu gestalten – ganz nach dem Motto: less stress!

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Kategorien: Arbeitswelten (New Work, Connected Work)
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