Vom Notfallplan zur Krisenfähigkeit: Warum Rollen und Übungen entscheiden
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Ab dem 2. Januar 2027 müssen deutsche Behörden die EUDI-Wallet als Identifizierungsmittel akzeptieren. In den vergangenen Wochen haben wir mit mehreren Kommunen darüber gesprochen. Viele schildern eine ähnliche Lage: Das Thema kam plötzlich, Details der Umsetzung waren lange unklar und in den Haushalten für 2026 ist meist kein Budget eingeplant. Zudem entwickeln sich technische Hintergründe und rechtliche Vorgaben teilweise noch weiter. Für die Umsetzung fehlt daher oft Planungssicherheit und Geld.
Die Antwort, auf die sich viele Kommunen verständigt haben, lautet: Anbindung über die BundID. Das erfüllt die Pflicht mit geringem Aufwand. Diese Entscheidung ist nachvollziehbar, deckt weitergehende Wallet-Funktionen aber nicht ab und lässt Digitalisierungspotenziale liegen.
Die Energiewende stellt insbesondere die Akteure rund um Gebäude und Quartiere vor neue Herausforderungen: Kommunen, Energieversorger, Projektentwickler und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) müssen heute Wärmewende, Elektromobilität, Photovoltaik-Ausbau und steigende Strombedarfe gemeinsam berücksichtigen. Diese Entwicklungen treffen jedoch auf bestehende Netzinfrastrukturen, die ursprünglich nicht für diese Anforderungen ausgelegt wurden. Was früher nacheinander geplant wurde, muss heute gleichzeitig gedacht werden – genau darin liegt die Herausforderung, aber auch eine große Chance.
Jeder sieht dasselbe… und versteht doch etwas völlig anderes.
Das Bauamt denkt in Genehmigungsverfahren und Sperrzeiten. Die Stadtwerke rechnen Anschlusskosten durch. Die Wohnungsbaugesellschaft fragt sich, wie sie das den Mieterinnen und Mietern erklärt. Die Industrievertreterin will wissen, ob die Abwärme wirklich eingespeist werden kann. Und die Bürgervertretung? Die möchte verstehen, warum ausgerechnet durch die Kleingartenanlage gebaggert werden soll.
Zwei Stunden später: Viele Fragen notiert, einige Missverständnisse aufgeklärt, neue Missverständnisse entstanden. Der Termin fürs nächste Meeting steht.
Das kennen Sie. Das kennen wir alle. Ob bei der Einführung einer neuen Software im Unternehmen, der Abstimmung zwischen Vertrieb und Entwicklung über ein Produktfeature, beim Glasfaserausbau oder bei der Quartiersentwicklung - komplexe Projekte sehen fast immer so aus. Und auf den ersten Blick scheint das auch in Ordnung. So läuft es eben.
Aber muss das so bleiben?