Resilienz Taskforce – warum Produktionsnetzwerke einen gemeinsamen Takt brauchen
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2,30 € pro Liter. So viel kostet Diesel gerade an deutschen Zapfsäulen – und ein erheblicher Teil davon fließt in Förderländer, auf die wir keinen Einfluss haben. Gleichzeitig produziert die Solaranlage auf dem Depotdach vieler Fuhrparks und Logistikunternehmen Strom für wenige Cent pro Kilowattstunde. An windigen oder sonnigen Tagen wird deutscher Ökostrom an der Börse fast verschenkt. Wäre es nicht naheliegend, genau diesen Strom auch unterwegs in den eigenen Elektro-LKW zu laden? Vom eigenen Dach, aus dem eigenen Vertrag, zum eigenen Preis – egal an welcher Ladesäule in Deutschland?
Die Energiewende stellt insbesondere die Akteure rund um Gebäude und Quartiere vor neue Herausforderungen: Kommunen, Energieversorger, Projektentwickler und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) müssen heute Wärmewende, Elektromobilität, Photovoltaik-Ausbau und steigende Strombedarfe gemeinsam berücksichtigen. Diese Entwicklungen treffen jedoch auf bestehende Netzinfrastrukturen, die ursprünglich nicht für diese Anforderungen ausgelegt wurden. Was früher nacheinander geplant wurde, muss heute gleichzeitig gedacht werden – genau darin liegt die Herausforderung, aber auch eine große Chance.
Im Alltag einer Sozialstation wirkt Mobilität unspektakulär. Eine Pflegekraft steigt morgens ins Auto, fährt zu einem Patienten, trägt die Fahrt später in ein Papierfahrtenbuch ein und macht sich auf den Weg zur nächsten Adresse. So entstehen Tag für Tag, Jahr für Jahr viele zehntausend Fahrten. Am Standort Rastatt der Katholischen Sozialstationen in Mittelbaden stehen dafür 19 Verbrennerfahrzeuge und 6 Elektroautos bereit, dazu fünf Wallboxen auf dem Parkplatz.
Auf den ersten Blick scheint die Frage nach der optimalen Flottengröße und der sinnvollen Elektrifizierung eine typische Fuhrparkfrage zu sein. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Frage der Daten.