Human-Machine-Interface? Human-Machine-InYourFace!
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Jeder sieht dasselbe… und versteht doch etwas völlig anderes.
Das Bauamt denkt in Genehmigungsverfahren und Sperrzeiten. Die Stadtwerke rechnen Anschlusskosten durch. Die Wohnungsbaugesellschaft fragt sich, wie sie das den Mieterinnen und Mietern erklärt. Die Industrievertreterin will wissen, ob die Abwärme wirklich eingespeist werden kann. Und die Bürgervertretung? Die möchte verstehen, warum ausgerechnet durch die Kleingartenanlage gebaggert werden soll.
Zwei Stunden später: Viele Fragen notiert, einige Missverständnisse aufgeklärt, neue Missverständnisse entstanden. Der Termin fürs nächste Meeting steht.
Das kennen Sie. Das kennen wir alle. Ob bei der Einführung einer neuen Software im Unternehmen, der Abstimmung zwischen Vertrieb und Entwicklung über ein Produktfeature, beim Glasfaserausbau oder bei der Quartiersentwicklung - komplexe Projekte sehen fast immer so aus. Und auf den ersten Blick scheint das auch in Ordnung. So läuft es eben.
Aber muss das so bleiben?
»Lifestyle-Teilzeit« und »Back-to-Office« als Rezept zur Generierung von Schwarmintelligenz: Die vergangene Woche war für eine Arbeitswissenschaftlerin spannend und hatte in Bezug auf die Auseinandersetzung mit modernen Arbeitsumgebungen einiges an Debatte im Programm. Und es gab mal wieder einiges zu besprechen. Auch unser Institut hat dazu einen Teil beitragen können. Ich fasse in diesem Beitrag einige Fakten und Erkenntnisse aus jahrelanger empirischer Forschung und ganz praktischer Begleitung einer Vielzahl von Organisationen zusammen.
In diesem Blogbeitrag möchten wir unser Wissen teilen: In rund 25 durchgeführten KI-Prompting-Werkstätten und Promptathons mit rund 400 Menschen hat das Fraunhofer IAO in den letzten 2,5 Jahren auf Basis von teilnehmender Beobachtung vielfältige Erkenntnisse sammeln können. Dabei fielen immer wieder gleiche und ähnliche Muster auf, wie Menschen sich verhalten bzw. wie sie ihre Zusammenarbeit mit der GenAI beschreiben und erklären.
Spoiler: In einem der nächsten Blogbeiträge werden wir Bericht erstatten, wie wir bei unserem Format KI-Prompting-Werkstätten und Promptathons grundsätzlich mit Menschen, Unternehmen und GenAI zusammenarbeiten. Es geht dann im Einzelnen um Ziele, Vorgehen, Rahmenbedingungen, Erfolgsfaktoren, Ergebnisse und weitere Aspekte.
Im Bürgerbüro einer Stadtverwaltung sitzt Frau Möller vor einem Strategiepapier zur digitalen Transformation. »Digital First« steht darauf – die Vision ist ambitioniert, die Umsetzung unklar. Zwischen neuen Prozesslandkarten und Buzzwords wie »agile Verwaltung« oder »digitale Bürgerreise« bleibt die Frage unbeantwortet: Was machen wir morgen anders als heute?
Gleiches Jahr, anderer Ort: »Wir müssen uns neu ausrichten!«, beschließt die Geschäftsführung. Seit geraumer Zeit beklagt Herr Aslan, dass das Erfolgsprodukt seines traditionsreichen Unternehmens deutlich an Marktwert verliert. Neue Technologien, veränderte Kundenbedürfnisse, steigender Wettbewerbsdruck. Herr Aslan fragt sich, was heißt »neu ausrichten«, und in welche Richtung überhaupt? Frau Möller und Herr Arslan verbindet, dass sie vor großen Herausforderungen stehen, ihre Teams motiviert und startklar sind – und doch fehlt ihnen der konkrete erste Ansatzpunkt zum Wandel.
Seit November 2022 sind Chatbots wie ChatGPT und Large Language Models (LLM) in das Leben der Menschen getreten. Der Einsatz von Generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Jeden Tag gibt es gefühlt unendlich viele Nachrichten über Künstliche Intelligenz (KI) bzw. Artificial Intelligence (AI), über Rekorde bei Nutzendenzahlen und Börsenkursen, über neu verfügbare disruptive KI-Tools, darüber wie die Arbeitswelt sich durch KI verändert u. v. m.
Wie wäre es in Anbetracht der enormen evolutionären Dynamik, sich einmal kurz zurückzulehnen, einen Perspektivwechsel Mensch – Maschine vorzunehmen und zu fragen: Menschling, was machst du mit mir?