Wissenschaftskommunikation

Entgrenzte Wissenschaftskommunikation im Jahresbericht: Vom »Peer« zum »wir«

Wissen entsteht heute nicht mehr in den Silos der Labore und Forschungszentren, sondern im Dialog mit Unternehmen und Anwender*innen von Business-Ökosystemen. Diese Entgrenzung und kooperative Inspiration der Wissenschaft mit Partner*innen, Auftraggebern und Bürger*innen sollte auch zum Paradigma des neuen Jahresberichts 2020/21 des Fraunhofer IAO werden, was meine Kolleg*innen und mich vor Herausforderungen gestellt hat. Der Jahresbericht fungiert als eine Art interaktive Leistungsschau unseres Instituts und soll einen Überblick über unsere Themen und Projekte geben. Unsere Lösung war es, die Grenze zwischen Innen und Außen auch im Jahresbericht zu verschieben, weil unsere Wissenschaftskommunikation widerspiegeln soll, wie unsere Forscher*innen heute arbeiten: raus aus dem Elfenbeinturm, der Welt der »Peers«, und rein in die Netzwerke und die Welt des »wir«, also näher an die Menschen, Endanwender*innen und Partner*innen. Das haben wir über verschiedene Wege versucht, die ich im Folgenden vorstellen möchte.

Ausgezeichnete Corona-Blogreihe: Der Star ist das Blogger-Team!

First-Science-KIT: IAO-Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
First-Science-KIT: Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
Die Coronakrise fordert von uns allen ganz neue Herangehensweisen und Lösungen im beruflichen Miteinander. Das Fraunhofer IAO hat deshalb eine Blogreihe gestartet, mit der wir schnell anwendbare Praxistipps weitergeben, gut funktionierende Beispiele vorstellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzeigen wollen.

Preise und Auszeichnungen sind normalerweise ein Grund zur Freude – der Anlass, unsere jüngst bei »Wissenschaft kommuniziert« zum »Corona-Blog des Jahres« gewählte Blogreihe zu starten, war und ist natürlich immer noch wenig erfreulich. Dennoch erkenne ich als Arbeits- und Innovationsforscher, dass der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wandel Impulsgeber und Chance ist, die Dinge umzusetzen, die aus meiner Sicht –und ich denke, ich spreche da auch für die wissenschaftlichen Teams am Institut – schon längst hätten angepackt werden müssen. Auch für uns war und ist die Corona-Zeit ein riesiges Experimentierfeld und die Möglichkeit, schnell und agil anwendbare Praxistipps weiterzugeben, gut funktionierende Beispiele vorzustellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzuzeigen.

Buchtipp zu Weihnachten: »Die Macht der Ideen« und wie diese gezündet werden

Weihnachten steht vor der Tür und wird definitiv ganz anders aussehen als die Jahre zuvor. Die steigenden Infektionszahlen haben uns einen zweiten Lockdown beschert und jetzt liegt es an uns, das Beste draus zu machen. Wer noch dringend ein passendes Weihnachtsgeschenk in diesen besonderen Zeiten sucht, kann unseren Tipp aus der Blogredaktion beherzigen: Der Sammelband »Die Macht der Ideen!« hat zwischen zwei Buchdeckeln viele gute und inspirierende Ideen reingepackt, die wir gerade jetzt in der Krise so dringend brauchen. Im Praxis-Handbuch für Übermorgenmacher*innen teilen Gründer*innen und Macher*innen aus unterschiedlichen Branchen ihren Enthusiasmus, ihre Fehler – und ihren Erfolg mit der Leserschaft. Auch unser Kommunikationschef Dr. Stephan Wilhelm hat sich mit einem Beitrag beteiligt und dabei unser Zentrum für Virtuelles Engineering – ZVE ins Zentrum gestellt. Ein Gebäude, in dem unsere Wissenschaftler*innen unter normalen Umständen Kollaborations- und Raumkonzepte von morgen im laufenden Betrieb gestalten und erproben. Was das mit zündenden Ideen zu tun hat und welche Rolle der Zufall dabei spielt, fassen wir für Sie kurz zusammen.

ARD-Themenwoche »#Wie leben. Bleibt alles anders.« – 5 Zukunftsszenarien aus der Forschung für die Praxis

Redaktion

Wie wollen wir leben? Bleibt alles anders? Einfache Antworten auf diese Fragen gibt es keine in dieser lauten und komplexen Welt. Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und hinterlässt Spuren. Wir suchen immer noch händeringend nach Auswegen aus der anhaltenden Corona-Pandemie oder Möglichkeiten, damit zu leben. In der Gesellschaft sind wir trotz »physical distancing« an vielen Stellen näher zusammengerückt, sind in der Not erfinderisch geworden und neue Wege gegangen. Andererseits herrschen angesichts der anhaltenden Krisenlage Unsicherheit und Ängste, die in Verschwörungstheorien, Corona-Leugner*innen und einem politischen Rechtsruck sichtbar werden. Die Klimakrise wurde durch die Corona-Krise zwar ein wenig an den Rand gedrängt, doch ist nicht weniger existent als vorher. Die »Fridays for Future«-Bewegung in Deutschland setzt dabei ein eindrucksvolles Zeichen für ein neues Bewusstsein der Gesellschaft, unser Leben nachhaltiger zu gestalten.

Wissenschaftskommunikation on the Rise – Chancen und Stolpersteine

First-Science-KIT: IAO-Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
First-Science-KIT: Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
Die Coronakrise fordert von uns allen ganz neue Herangehensweisen und Lösungen im beruflichen Miteinander. Das Fraunhofer IAO hat deshalb eine Blogreihe gestartet, mit der wir schnell anwendbare Praxistipps weitergeben, gut funktionierende Beispiele vorstellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzeigen wollen.

Wir schreiben die Sternstunde der Nerds: Dem Virologen Christian Drosten hängen Millionen Menschen im Podcast an den Lippen und Youtuberin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim hat sich als Stammgast in Nachrichten- und Talkformaten etabliert. Die Corona-Pandemie hat das Informationsbedürfnis der Menschen stark erhöht und so auch der Wissenschaftskommunikation zu einem Relevanz-Boost verholfen. Mit dieser Rolle ist aber auch eine große Verantwortung verbunden, denn in der Forschung gibt es keine einfachen Antworten auf derart komplexe Ereignisse wie eine Pandemie.

Blog as you are: jedem sein Blogformat

Gastbeitrag

Bloggen ist eine ziemlich persönliche Sache. So verschieden und vielfältig wie die Forschungsthemen und Wissenschaftlertypen sind, so unterscheidet sich auch die Art und Weise, sich im Blog mitzuteilen. Der eine ist mehr pragmatisch und arbeitet gern mit Handlungshilfen oder Checklisten, die andere äußert sich gern spontan zum aktuellen Zeitgeschehen, weil sie durch ihre Forschungsarbeit erkannt hat, wo ihrer Meinung nach das Problem liegt. Wieder andere wählen aufgrund einer spannenden Laborumgebung oder prominenten Gästen lieber Bewegtbild, um ihre Forschung am anschaulichsten zu kommunizieren. Wir haben die letzten 10 Jahre Revue passieren lassen und stellen die mannigfaltigen Stile und Spielarten anhand von ausgewählten Beispielen vor:

Bäume, Rutschen, Chill-Ecke – die Arbeitswelt der Zukunft mit Kinderaugen sehen

Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten? Wer kann diese zentrale Forschungsfrage, mit der wir uns am Fraunhofer IAO tagtäglich in unseren Projekten und Arbeiten beschäftigen, besser beantworten als Kinder, die Arbeitnehmer von morgen? Alle zwei Jahre nutzen wir daher den »Türöffner-Tag der Sendung mit der Maus« nicht nur dafür, unsere Forschungsthemen kind- (und eltern-)gerecht vorzustellen, sondern hören auch selbst zu, sehen die Welt aus Kinderaugen und lassen uns von deren Ideen und Impulsen inspirieren.

Eine fast wissenschaftliche Weihnachtsgeschichte

Es begab sich zu einer Zeit, als Super Mario noch zweidimensional war und der Begriff vegan in einem Lexikon nachgeschlagen werden musste, dass sich ein emsiger Wissenschaftler am Abend des 24. Dezembers aufmachte, um in seiner Arbeitsstätte drängenden Forschungen nachzugehen. Hätte er geahnt, was ihm an diesem Weihnachtstag Widerfahren sollte, so wäre er womöglich zu Hause bei seiner Familie geblieben…