Elektromobilität

Gleichwertigkeit, nicht Gleichartigkeit: Von Anspruch und Wirklichkeit der Attraktivität beruflicher vs. akademischer Bildung

Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind Schlüsselfaktoren für die Arbeitswelt der Zukunft. Darüber herrscht Einigkeit. Doch wie steht es um das deutsche Bildungssystem? Gibt es Unterschiede oder gar Ungerechtigkeiten, je nach Bildungsweg, den man einschlägt? Aktuelle Änderungen und Neustrukturierungen von Prozessen über beide Bildungsteilsysteme hinaus sind für mich Anlass, in diesem Blogbeitrag sowohl Bestehendes als auch Neues zu hinterfragen, für mögliche Inkonsistenzen – wenn nicht sogar Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren – und deren fachlichen Diskurs zu füttern.

Die neue Rolle der beruflichen Bildungsanbieter: Facilitator in der Innovations- und Wissensgesellschaft

Menschen sind in der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt, die Schlüsselressourcen der Wertschöpfung. Deshalb stellt die Befähigung anderer Menschen so etwas wie das Upgrade von der Handschrift zur Schreibmaschine oder von der Schreibmaschine hin zum Computer dar. Bildung ist der Katalysator für ökonomische Entwicklung, das Triebmittel, um aus neuen Entwicklungen echte wirtschaftliche Entwicklungen zu machen! Ich bin der Überzeugung, dass berufliche Bildung in den kommenden Jahren – nach langjähriger Prophezeiung – nun tatsächlich eine exponentiell zunehmende Bedeutung in der Arbeit erfahren wird. Auch für Bildungsanbieter ist es deshalb Zeit für ein Upgrade.

Was berufliche Bildung mit der Energiewende zu tun hat

Die Entwicklungen der vergangenen Monate haben die unbedingte Bedeutung einer nachhaltigen Energiewende nochmals dramatisch verdeutlicht. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene wird hektisch nach alternativen Energielieferanten gesucht. Vonseiten der Bürgerinnen und Bürger explodieren z. B. Nachfragen nach Wärmepumpen, Kundinnen und Kunden werden um Jahre vertröstet. Wir spüren schmerzhaft unsere fatale Abhängigkeit von extern eingekauften Energieströmen und die Politik agiert vielfältig. Wir müssen feststellen, dass viele Veränderungen infrastrukturelle Voraussetzungen haben, die nicht über Nacht implementiert bzw. nachgeholt werden können. Nicht zuletzt brauchen wir Menschen, die z. B. nachfragende Haushalte beraten, Infrastrukturen wie Wallboxen verlegen und anspruchsvolle Energiemanagementkonzepte implementieren können. Personen also, die zu einem nicht unerheblichen Teil aus dem elektrotechnischen Gewerbe bzw. Handwerk kommen.

Berufliche Bildung im New Normal – Quo Vadis?

Wie so vieles, hat die Pandemie auch die berufliche Bildung in Deutschland direkt betroffen. Bekannte Entwicklungsrichtungen haben sich verstärkt; zusätzlich alarmierend wirken ganz aktuelle Zahlen in Bezug auf den Rückgang von Azubi-Zahlen. Gleichzeitig sind sich alle einig, dass berufliche Aus- und Weiterbildung mit Blick auf die beschleunigte digitale Transformation ein wesentliches Aktionsfeld im strukturellen und demografischen Wandel darstellt. Grund genug, sich die aktuelle Situation einmal genauer anzusehen. Für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt ist die berufliche Bildung das grundlegende Fundament, um dem zunehmenden Innovationsdruck standzuhalten. Vor dem Hintergrund unseres Verbundprojekts BexElektro im Rahmen der InnoVET-Initiative des BMBF wollen wir in mehreren Blogbeiträgen wesentliche Themen der beruflichen Bildung und mögliche Lösungsansätze beleuchten. Wie gelingt es im Bereich Elektrotechnik mit Schwerpunkt Elektromobilität attraktive, effiziente und durchlässige Bildungswege mit hochwertigen Abschlüssen zu entwickeln? Insbesondere vor dem Hintergrund der Energie- und Mobilitätswende eine zentrale Frage, die wir im Rahmen des Projekts beantworten möchten.

E-Scooter im Stadtverkehr: Wie wir im Dialog die Kurve kriegen können

E-Tretroller oder gemeinhin bekannt als E-Scooter erhitzen die Gemüter: Sie verstopfen die Gehwege, liegen achtlos rum und gefährden den Straßenverkehr. Die Kritik ist berechtigt – schaue ich mich in den Straßen von Heilbronn um, sehe ich immer wieder umgestürzte oder falsch abgestellte Roller. Nichtsdestotrotz ist der E-Tretroller ein wichtiges Element einer gelebten Mobilitätswende und wird bei der Stadtbevölkerung immer beliebter: Sie sind flexibel einsetzbar, leicht zu bedienen und machen Spaß. Persönlich hoffe ich, dass E-Tretroller fester Bestandteil der innerstädtischen Mobilität in Deutschland werden und bleiben, doch dafür müssen einige Herausforderungen angegangen und gelöst werden.

Die Zukunft – Ein Rückblick aus dem Jahr 2050

Die Corona-Pandemie vor 30 Jahren war einschneidend: Mehrere Millionen Menschen sind gestorben, bis das Virus mit allen Mutationen eingedämmt war. Aber die Krise markierte auch den Startpunkt der globalen Nachhaltigkeitsära. Die notwendige wirtschaftliche und gesellschaftliche Vollbremsung ließ den Himmel in den Smog-Zentren dieser Welt aufklaren und war Anlass für Städte Mobilität und urbanes Leben neu zu denken. Von einem Tag auf den anderen haben Menschen weltweit die Möglichkeiten und Vorteile digitaler Kollaboration erkannt und genutzt, was wiederum die Digitalisierung in den Unternehmen, Verwaltungen und Bildungseinrichtungen beschleunigt hat.

Das Elektroauto: Speicherlösung der Zukunft für die Energiewende?

Erneuerbare Energiequellen wie Windkraft, Wasserkraft oder Photovoltaik machen inzwischen rund 41 Prozent unseres Energieverbrauchs aus – Tendenz: Jahr für Jahr steigend. Die positive Wirkung auf Klima und Umwelt ist unbestritten, doch noch haben erneuerbare Energien einen entscheidenden Makel, der ihren Einsatz derzeit noch erschwert: Erneuerbare Energien können höhere Schwankungen im Stromnetz verursachen, da ihre Verfügbarkeit nicht stetig ist. Abhilfe schafft der Primärregelungsmarkt, welcher für einen schnellen Ausgleich der Stabilität des Stromnetzes verantwortlich ist. Jedoch wäre es von Vorteil, Energie für den schnellen Abruf zu speichern. Batteriespeicher von Elektrofahrzeugen können hier zu einer systemischen Lösung dieses Grundproblems der Energiewende werden. Sie können überschüssige Energien von erneuerbaren Energiequellen in kurzer Zeit speichern und bei Energiebedarf diese gespeicherte Energie wieder liefern.

Warum wir noch nicht genug über E-Scooter gesprochen haben.

Sie sind Teil einer der verfahrensten Kontroversen der letzten Jahre. Verleiher sprechen von Millionen ersetzten Autofahrten, die Bundesregierung lobt geräuscharmes und abgasfreies Fahren. Gegner wiederum kritisieren die zu hohen Emissionen. Auch wenn sie nicht lokal entstehen, so soll die Herstellung sowie das nächtliche Einsammeln der Scooter zum Laden die positiven Effekte mehr als zunichtemachen.

Verkehrswende Reverse: Wie wird das »New Normal« nach COVID-19?

First-Science-KIT: IAO-Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
First-Science-KIT: Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
Die Coronakrise fordert von uns allen ganz neue Herangehensweisen und Lösungen im beruflichen Miteinander. Das Fraunhofer IAO hat deshalb eine Blogreihe gestartet, mit der wir schnell anwendbare Praxistipps weitergeben, gut funktionierende Beispiele vorstellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzeigen wollen.

COVID-19 hat unseren Alltag und unser Mobilitätsverhalten auf den Kopf gestellt. Doch den gravierenden Einschränkungen im März und April folgten mit unerwarteter Geschwindigkeit neue und innovative Lösungen für die Mobilität im Krisenmodus, wie bedarfsorientierte On-Demand-Konzepte, »Pop-up Radwege« oder neue Sharing-Ansätze. Die Ausnahmesituation hat hier – wie in allen Krisen – ein Transformationspotenzial freigesetzt, das der Entwicklung von neuen und alternativen Verkehrskonzepten zu einem Aufschwung verholfen hat. Doch COVID-19 birgt auch einige neue Aufgaben. Insbesondere die Rückkehr zum »New Normal« stellt Kommunen und den öffentlichen Nahverkehr vor große Herausforderungen. Denn wo seit Jahren mit allen Mitteln versucht wird, die Gesellschaft zu einem nachhaltigen und emissi-onsarmen Mobilitätsverhalten zu bewegen und den Verkehr auf entsprechende alternative Mobilitätsangebote umzustellen, steigt mit der erhöhten Sensibilität der Nutzenden für Sicher-heit, Sauberkeit und Infektionsgefahr wieder die Attraktivität des motorisierten Individualverkehrs. Das Auto stellt beispielsweise eine Mobilitätsoption mit minimaler Ansteckungsgefahr dar und wird während der Krise durch das reduzierte Verkehrsaufkommen und niedrige Ben-zinpreise zusätzlich attraktiv. Die gemeinsame Nutzung des öffentlichen Verkehrs hingegen ist für die Mehrheit eher abschreckend.

Wie Corona die betriebliche Mobilität revolutioniert – oder es sollte

First-Science-KIT: IAO-Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
First-Science-KIT: Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
Die Coronakrise fordert von uns allen ganz neue Herangehensweisen und Lösungen im beruflichen Miteinander. Das Fraunhofer IAO hat deshalb eine Blogreihe gestartet, mit der wir schnell anwendbare Praxistipps weitergeben, gut funktionierende Beispiele vorstellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzeigen wollen.

Seit 27 Jahren kommt Ihre dienstälteste Mitarbeiterin mit dem geliebten Firmenwagen zur Arbeit. Jeden Tag. Die Chance, sie von einem klimafreundlichen Elektroauto oder gar einem flexiblen Mobilitätsbudget mit ÖPNV und Fahrrad zu überzeugen? Null Prozent.