Social Freezing: Zeitaufschub – zum Wohl des Unternehmens oder der eigenen Karriere?

Seit gestern überschlagen sich die Meldungen über den neuesten Vorstoß von Apple und Facebook, Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Mit der Kostenübernahme für das Einfrieren von Eizellen soll es jungen Frauen leichter gemacht werden, sich unbeschwert und – vor allem – mit Volldampf der eigenen Karriere und damit auch dem Erfolg des Unternehmens widmen zu können. Kinder sind dann später, wenn Frau fester im Sattel sitzt, immer noch »realisierbar«. Und man hat dann überdies auch noch mehr Zeit, sich für dieses »Projekt« den passenden Vater zu suchen.

Urban Production: Wie kann das Raum-Dilemma der städtischen Produktion überwunden werden?

Unsere Städte wachsen nicht nur, sie verdichten sich immer mehr. Die Konzentration von Menschen, Gütern und Verkehr nimmt zu und lässt den Raum in den Innenstädten zu einer immer knapperen Ressource werden. Er wird erstens teurer für alle Beteiligten und zweitens immer häufiger zum Gegenstand von langwierigen Interessenskonflikten. Wenn Unternehmen ihre Produktion im ländlichen Bereich ansiedeln, entgehen sie zwar der Kosten- und Konfliktfalle, büßen aber gleichzeitig an Attraktivität für eine noch knappere Ressource ein: Experten und Fachkräfte. Städtische Unternehmen geraten deshalb immer öfter in ein »urbanes Raum-Dilemma«.

Die Stechuhr schlägt zurück!

»Smartphone schlägt Stechuhr«, orakelte ich 2013 in diesem Blog den Siegeszug der Industrie 4.0 und unseres Projekts »KapaflexCy«. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger.

In »KapaflexCy« erforschen wir mit neun weiteren Partnern einen hochflexiblen Personaleinsatz und entwickeln eine App, mit der Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten kurzfristig, eigenverantwortlich und selbstbestimmt untereinander koordinieren. Dazu nutzen sie eine Art »Schicht-Doodle«, der sie über Arbeitseinsätze informiert, die von der Regelarbeitszeit abweichen. Bild 1 zeigt eine beispielhafte Einsatzanfrage, wie sie die verantwortlichen Schichtleiter oder Meister versenden. Gesucht sind im Beispiel drei Mitarbeiter für eine zusätzliche Schicht am Samstag. Angefragt wird eine etwa doppelt so große Gruppe von Mitarbeitern, die sich nun untereinander einigen, welche Mitarbeiter die Zusatzschicht übernehmen. Direkt auf ihrem Smartphone checken sie ihre privaten Kalender, telefonieren mit Familienmitgliedern oder chatten mit Kollegen und entscheiden so, ob die anstehenden flexiblen Arbeitseinsätze zu ihren privaten Belangen passen. Ihre persönliche Verfügbarkeit teilen sie über die App mit und stimmen der Einsatzanfrage zu oder lehnen diese ab.

Shared E-Fleet: Elektromobilität – probieren geht über studieren

Kein Brummen, nur ein leises Surren. Auf der Messepiazza der Messe Stuttgart waren vom 6. bis zum 8. Oktober zwar jede Menge Fahrzeuge unterwegs. Dennoch war kaum ein Laut zu hören. Auch Emissionen wurden in diesen Tagen fast gar nicht ausgestoßen. Diese Fahrzeuge hatten nämlich alle eines gemeinsam: einen elektrischen oder hybriden Antrieb. Auf der Messe WORLD OF ENERGY SOLUTIONS wurden sie nicht nur ausgestellt, sondern ausgefahren. Die Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass das beste Konzept nur überzeugt, wenn die Teilnehmer auch die Gelegenheit zur praktischen Erfahrung haben.

Industrie 4.0: Nils Schmid auf Expedition in die Zukunft der Produktion

Baden-Württemberg wird Leitanbieter und Leitmarkt für das Thema Industrie 4.0! Nicht mehr und nicht weniger hat sich unser baden-württembergischer Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid mit der frisch ins Leben gerufenen Initiative »Allianz Industrie 4.0 BW« vorgenommen. Die Leiter der Stuttgarter Fraunhofer-Institute IAO und IPA, Wilhelm Bauer und Thomas Bauernhansl, beraten mit einer Reihe weiterer renommierter Fachexperten im Lenkungskreis der neuen Allianz.

Autonomes Fahren: Sicherheit, Spaß oder gar beides?

Das Thema automatisiertes Fahren ist mittlerweile in der Öffentlichkeit angekommen. Möge der gesellschaftliche Meinungsbildungsprozess beginnen, er ist unabdingbar und hochrelevant auf dem Weg in die Zukunft des immer intelligenter werdenden Automobils. Als Forscher sehe ich meine Aufgabe darin, einerseits den aktuellen Wissenstand und die Fakten zum Thema einzubringen, und andererseits auf die offenen Fragen hinzuweisen und die Bandbreite möglicher Lösungen zu skizzieren.

Anlässlich der von Ford finanzierten Marktstudie und Kampagne »eine-idee-weiter« hat mich die Reisebloggerin Christine Neder interviewt. Der Videoblog gibt das Interview sehr unterhaltsam, aber natürlich auch sehr verkürzt wieder.

KAI®-Umfrage: Studierende ticken anders

In den letzten Monaten hat das Fraunhofer IAO im Rahmen der KAI-Studien ca. 1200 Studierende aller Fachrichtungen gefragt, wie sie arbeiten wollen. Das Ergebnis im Kern: Ganz unterschiedlich! Doch natürlich zeigen sich auch klare Muster.

Kopfarbeit-Index KAI: Welche Trends dominieren unser Arbeitsleben wirklich?

KAI steht für Kopfarbeit-Index. Mit KAI gehen wir der Frage nach, wie die Wissens- und Kopfarbeit heute und zukünftig aussieht. Welche vielfach behaupteten Trends dominieren unser Arbeitsleben wirklich – und welche werden in ihrer Bedeutung übertrieben?

Reif für die digitale Gesellschaft? Warum Unternehmen der digitale Schiffbruch droht

Wissenschaftsjahr 2014: Die digitale Gesellschaft

»Digitalisierte Arbeitswelten«
– IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2014:
»Die digitale Gesellschaft«

Mit der Digitalisierung verhält es sich ein bisschen wie mit der Jungfernfahrt der Titanic: Die Entwicklung ging sehr schnell, die Technik ist ausgereift, die Hindernisse scheinen überschaubar zu sein. Seit neustem hat die Bundesregierung sogar eine »digitale Agenda« auf den Weg gebracht.
Wäre da nicht das dicke Ende unter der Oberfläche.
Einige der verborgenen, aber schwer wiegenden Hindernisse unter der Spitze des Eisbergs beleuchten wir hier im IAO-Blog:

Die zweite Welle der Flexibilisierung

In einem Beitrag in der ZEIT vom 28.8.2014 (»Sie wollen an der Uhr drehen«) beschreiben Marc Brost und Elisabeth Niejahr einen grundsätzlichen Wandel in den Motiven und in der Akteurslandschaft derer, die wesentliche Leitplanken flexibler Arbeitskonzepte verantworten. Flexibilisierung, so die These, dient ab jetzt primär den Interessen der Arbeitnehmer, und diese Interessen heißen zunehmend auch: weniger Arbeit oder zumindest lebensphasenangepasste Dimensionierungen und Zuschnitte von Arbeitsarrangements.

Heute schon gelobt?

Ist Ihr Chef manchmal auch so ruhig? Sagt nix? Kein Problem, »ned bruddelt« [nicht geschimpft] ist zumindest in Schwaben »genug gelobt«.

Dass Lob und Anerkennung viel zur eigenen Motivation beitragen, hat er vielleicht einfach noch nicht erfahren. Immerhin ein Drittel aller Führungskräfte bekommt selbst kein Feedback zu ihrer Arbeit. Das zeigen die ersten Ergebnisse aus unserem laufenden Forschungsprojekt »Führung in der grenzenlosen Arbeitswelt«, das wir im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung gerade durchführen.