Was treibt das Land (an)? – Die Vision für 2024

Ein Blick in Google zeigt sehr einprägsam die »Stadt der Zukunft«, meist mit futuristisch aussehenden, begrünten Wohn- und Arbeitstürmen. Die Bilder, die es für das »Land der Zukunft« bereithält, sind eher ernüchternd. Veraltete Buchcover, Standbilder aus Schwarz-weiß-Westernfilmen, und immer wieder Brasilien. Kein satellitengesteuertes Bestellen von Feldern oder GPS-Tracking der Kühe auf der Weide werden gezeigt. Ebenso wenig tauchen erneuerbare Energien oder ländliche Touristenziele in der Bildervielfalt auf. Ähnlich sieht es sicherlich in den Köpfen vieler Deutscher aus. Dieses anschauliche Beispiel verdeutlicht: Es muss eine Wertediskussion um Innovation im ländlichen Raum angestoßen werden. Wir zeigen Ihnen neun Visionen, die zum Weiterdenken anregen sollen:

Sind wir nicht alle irgendwie Nerds?

Beim jährlichen »Checkpoint Zukunft« laden wir Stuttgarter Fraunhofer-Institute gemeinsam Studentinnen und Studenten ein herauszufinden, ob die angewandte Forschung etwas für sie ist – und damit ein Stück weit zu »checken«, in welcher Richtung ihr Weg in Zukunft führen soll. Auch für uns ist der Tag immer ein guter »Checkpoint«: Wie sehen uns eigentlich angehende Berufseinsteiger? Welche Erwartungen haben sie an ein Forschungsinstitut als Arbeitgeber? Und welche Eindrücke nehmen sie nach einem Nachmittag bei uns mit nach Hause?

Was treibt das Land (an)? – Gemeinsam gegen einsam

Jeder kennt jeden über mehrere Ecken – dieser Grundsatz, der eigentlich im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken entstand, ist auf dem Land nichts Neues: Während ich in der Stadt meine Nachbarin Frau Müller nur vom Namensschild kenne, leihe ich den Nachbarn auf dem Dorf Eier für den Kuchen und vertraue ihnen meine Blumen an, wenn ich in den Urlaub fahre. Durch diese engen Kontakte entwickelt sich auf dem Land ein Verantwortungsgefühl, das beim Angehen gemeinsamer Aufgaben von Vorteil ist, ganz nach dem Motto: »Gemeinsam sind wir stark«.

Was treibt das Land (an)? – Neue Vorbilder für den ländlichen Raum gesucht!

Wären Regionen aufgebaut wie Sonnensysteme, so wären die Großstädte wohl die Zentren, um die sich alles dreht. Und wie die Sonne scheinen auch die Städte heller zu strahlen als alles andere – sie sind Finanzzentren, Transport-Hubs oder bieten kulturelle Höhepunkte. Doch diese Aufmerksamkeit bringt auch Nachteile mit sich: Die immensen Immobilienpreise, fehlende Grünflächen, Lärm und Abgase sind nur einige Beispiele, die das Leben in der Stadt unattraktiv machen. Die Bevölkerung zieht deshalb immer weiter »aufs Land«. Der Arbeitsplatz bleibt allerdings im Zentrum. Enorme Verkehrsströme und Staus sind das Resultat. Doch es lassen sich auch andere Abhängigkeiten feststellen: Die Energiewende ist beispielsweise nur mithilfe des ländlichen Raums machbar! Solar- und Windparks brauchen Platz. Biogasanlagen müssen mit Rohstoffen gefüttert werden, die (fast immer) vom Land kommen. Der ehrfürchtige Blick vom Land in die Stadt kann also als Hochnäsigkeit der Städter interpretiert werden.

Was treibt das Land (an)? – Studienergebnisse »Trendreport Stadt« und »Trendreport Land« im Vergleich

In einem vorherigen Blogbeitrag habe ich die wesentlichen Ergebnisse aus dem »Trendreport Land« 2014 vorgestellt. Heute möchte ich auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Wettbewerbsthemen »Ideen finden Stadt« und »Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht« aufmerksam machen und somit auf den nächsten Blogbeitrag mit dem Titel » Sucht das Land urbanes Vorbild oder individuelle Entfaltungsmöglichkeiten?« einstimmen.

»Hallo Auto, du hast Vorfahrt!«

Ambient Mobility Lab

Automatisiert fahrende Autos, die keinen Fahrer mehr benötigen, eignen sich wunderbar als Requisite für einen Film, der in der weit entfernten Zukunft spielt. So in etwa dürfte bis zum letzten Jahr die landläufige Meinung zu automatisierten Fahrzeugen ausgesehen haben. Dass Daimler bereits zu dieser Zeit auf der symbolträchtigen Bertha-Benz-Strecke unauffällig erste Testfahrten mit einer modifizierten S-Klasse durchgeführt hatte, war im Nachhinein eine große Überraschung für die Öffentlichkeit. Dass diese mehrfach durchgeführte Testfahrt zu einem großen Teil auf Basis von Serientechnologien realisiert wurde, war umso erstaunlicher. Spätestens seit in diesem Jahr auch der Internet-Konzern Google seine Vision eines sogar autonom fahrenden Fahrzeugs präsentiert hat, ist der Trend des automatisierten Fahrens in aller Munde und wird als großer kommender Trend der Automobilindustrie gesehen. Ein wesentlicher Punkt wird jedoch ganz zentral sein, wenn autonom fahrende Autos einmal auf unseren Straßen rollen: Wie kommunizieren wir mit diesen fahrerlosen Verkehrsteilnehmern?