BSR 2030+: Im Zukunftsdialog mit Berlinern für Berlin

In Berlin wird es zukünftig hängende Gärten an den Hausfassaden geben. Ehemalige Parkplätze werden zu begrünten Wohlfühlorten. Beides angepflanzt und gepflegt durch die Berliner Stadtreinigung (BSR). In Nachhaltigkeits-Centern der BSR gibt es Repair-Cafés und Re-Use Geschäfte, wo alte Dinge neuen Wert bekommen. Außerdem bietet die BSR einen Verleihservice für Grills und andere Produkte an, die nicht täglich gebraucht werden – Stichwort: Teilen statt besitzen.

Aber Moment, die Berliner Stadtreinigung ist doch eigentlich für die Reinigung und Abfallentsorgung zuständig, oder?

Ihre Kernaufgaben wird die BSR zukünftig natürlich auch noch erledigen. Neben den üblichen Kehrmaschinen werden kleine Helfer unterwegs sein, die zusammen mit festen Sensoren den ganzen Stadtraum überwachen und so die Reinigung effizienter machen. So weiß die BSR zu jeder Zeit, wie es der Stadt geht.

Berliner Stadtreinigung entwickelt Zukunftsvisionen im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern

So oder so ähnlich könnte die Zukunft aussehen. Nichts davon muss so kommen. Aber was davon ist wünschenswert für die Beschäftigten der BSR? Und was wünschen sich eigentlich die Berlinerinnen und Berliner? Um über eine wünschenswerte Zukunft sprechen zu können, braucht es greifbare Bilder dieser Zukunft. Deshalb haben wir in einem Vorausschau-Prozess drei Zukunftsvisionen für die BSR entwickelt und beschrieben, wie sich damit auch Berlin verändern würde. Dazu wurden technologische Entwicklungen mit gesellschaftlichen Trends kombiniert.

Die drei Zukunftsvisionen veranschaulichen die BSR in den unterschiedlichen Rollen als

1. Managerin der Zero-Waste-Stadt

2. Organisatorin der Stadtsauberkeit

3. Gestalterin neuer Lebensqualität in der Smarten Stadt

In der letzten Woche wurden diese Zukunftsvisionen in einer interaktiven Ausstellung präsentiert und öffentlich mit über 300 Besucher*innen – davon über 100 Beschäftigte der BSR – diskutiert. In angeleiteten Workshops wollten wir wissen: Wollen sie zukünftig im Nachhaltigkeits-Center ihre kaputten Geräte reparieren? Wie fühlt es sich an, wenn teilautonom fahrende Hilfssysteme zum Alltag gehören? Und soll die BSR zukünftig mit Sensoren die ganze Stadt vermessen? Lernen auch Sie die Zukunftsvisionen kennen und diskutieren Sie diese Fragen im Online-Dialog unter zukunftsdialog.bsr.de.

Chancen und Risiken verschiedener Technologien und Zukünfte werden durch Filme sichtbar

Es war toll zu sehen, wie verschiedene Zukünfte in der Ausstellung und durch die Filme zum Leben erweckt wurden. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es eine Reise in die Zukunft, hineinversetzt in das Jahr 2030 konnten sie die Chancen und Risiken bestimmter Technologien verstehen und in ihren Kontext übertragen. Spannend fand ich, dass ganz neue Aspekte diskutiert wurden, was die Chancen von dynamischer Begrünung im Alltag in der Stadt angeht und wie das die Stadt lebenswerter macht. Daran hatten wir noch nicht gedacht. Kontrovers wurde diskutiert, ob die BSR zukünftig wirklich Lieferdienste übernehmen sollte oder ob sie das nicht lieber den Paketzustellern überlässt. Einigkeit hingegen bestand bei allen Teilnehmenden darüber, dass sich die BSR mit diesem Prozess sehr weit vorne positioniert und teilweise schon gute Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft liefert. Wir sind gespannt, wie sie die Zukunft gestaltet.

Online kann man alle Filme zu den Zukunftsvisionen und –impulse anschauen und spannende Hintergründe zu den Ideen nachlesen. Denn der Zukunftsdialog läuft noch bis Weihnachten: Alle Interessierten sind eingeladen, sich zu beteiligen und ihre Kommentare zu den Zukunftsimpulsen abzugeben.

Im Anschluss werden alle Ergebnisse in die Strategieentwicklung überführt und zukunftsweisende Umsetzungsprojekte abgeleitet. So wird aus dem Zukunftsdialog eine wirklich co-kreativ entwickelte Zukunftsstrategie.

© 2019 Gene Glover / Agentur Focus
© 2019 Gene Glover / Agentur Focus
© 2019 Gene Glover / Agentur Focus
© 2019 Gene Glover / Agentur Focus
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Hannah Bergmann

Hannah Bergmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Design Thinkerin am Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO. In Berlin forscht Hannah an der Schnittstelle von bedarfsorientierten Innovationsprozessen und Design. Besondere Interessen: Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel.

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