Drei Superkräfte für Führung 4.0: Resonanz, Empathie, Resilienz

Wissenschafts­jahr 2018: Arbeitswelten der Zukunft
Wissenschafts­jahr 2018: »Arbeitswelten der Zukunft« ist das Thema des Wissenschaftsjahres 2018. Dabei geht es um Fragen, wie sich Arbeit in Zukunft verändert und welche Rolle Forschung und Wissenschaft bei der Bewältigung dieser Veränderungen spielen.

Mit der Digitalisierung wandelt sich nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch das Führungsbild. Galt früher der Anspruch, als Superman oder Superwoman heldenhaft voranzufliegen, zählen heute eher Harry-Potter-Qualitäten: Führungskräfte müssen nicht mehr alles (selbst) können, sondern die Magie des Netzwerks und der kollektiven Intelligenz nutzen. Denn in einer immer komplexeren und dynamischeren Wirtschaftswelt zählt vor allem die Kompetenz, eine Orientierung und einen Rahmen für Ko-Kreativität zu bieten.

Die Antwort auf die steigende Vernetzungsdichte und sinkende Vorhersehbarkeit in einer digitalisierten Arbeitswelt lautet Agilität. Für Führungskräfte heißt das, dass ihre Aufgabe hauptsächlich darin liegt, Komplexität zu managen, Netzwerke zu bilden und Prozesse gemeinsam mit Mitarbeitenden zu gestalten. Dafür bedarf es drei wesentlicher Superkräfte:

1) Resonanz: Die Führungskraft von morgen bringt Mitarbeitende ins Mitschwingen

Resonanz bedeutet Mitschwingen. Netzwerkbildung ist dann erfolgreich, wenn die Ideen der Person, die das Netzwerk aufbaut und moderiert, resonant sind – wenn sie also auf Bestätigung und Verstärkung stoßen. Für Führungskräfte bedeutet das, dass sie offen und wertschätzend für die Meinungen, Anregungen und Ideen anderer sind und ein hohes Einfühlungsvermögen beweisen, indem sie Mitarbeitende einbeziehen und mitnehmen. Förderlich für eine positive Resonanz ist es, verschiedene Führungsstile situativ angemessen anzuwenden. Resonante Führungskräfte sind daher weniger auf der Suche nach Fans (wie Superman), sondern nach Verbündeten (wie Harry Potter). Für Resonanzbildung ist Empathie eine wichtige Voraussetzung.

2) Empathie: Die Führungskraft von morgen begeistert durch Empathie

Empathisch ist jemand, der sich auf Grundlage der Selbstwahrnehmung und Reflexion der eigenen inneren Haltung in andere hineinversetzen kann. Im Kontext von Führung bedeutet dies konkret: Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, die eigene Gemütslage und die der Mitarbeitenden wahrzunehmen und auf einen gemeinsamen Kurs zu steuern. Insbesondere im Umgang mit jüngeren Generationen spielt Empathie eine zunehmend wichtige Rolle. Denn die Generation Y verlangt von ihrer Führungskraft, über sinnhafte Aufgabenstellungen und Selbstverwirklichungspotenziale motiviert, partizipativ eingebunden und individuell unterstützt zu werden. Empathische Führungskräfte gehen daher nicht stahlhart mit dem Kopf durch Wände und Schallmauern, sondern stimmen gemeinsam eine Strategie ab, in der alle ihre Stärken einbringen können (wie Harry Potter). Gleichzeitig streben gerade jüngere Generationen wieder verstärkt nach Sicherheit und Struktur in Zeiten der großen Unsicherheit. Als dritte Supermacht sind heutige Führungskräfte daher nicht nur in ihrer Resonanz und Empathie, sondern auch in ihrer Resilienz gefordert – und zu deren bedeutenden Determinanten zählen wiederum Empathie und Beziehungsfähigkeit.

3) Resilienz: Die Führungskraft von morgen ist eine Stehauf-Figur

Resilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit, mit Krisen, Veränderungen, Unsicherheiten und Drucksituationen umgehen zu können. Zu den sogenannten Resilienzfaktoren gehören neben empathischen und vernetzenden Fähigkeiten auch situationsadäquate und lösungsorientierte Handlungsfähigkeiten. In unsicheren Zeiten bringt eine resiliente Führungskraft somit die nötigen Kompetenzen mit, um Mitarbeitenden Sicherheit zu vermitteln und sie gleichzeitig dafür fit zu machen, eigenständig mit turbulenten und unvorhersehbaren Situationen umgehen zu können. Während Superman und Superwoman zwar hohe Resilienz beweisen, dabei allerdings als Einzelgänger vor allem auf die eigenen Stärken vertrauen, weiß Harry Potter empathisch mit anderen Leuten umzugehen. Er nutzt die ihm dadurch entgegengebrachte positive Resonanz, um sich ein Netzwerk der notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten aufzubauen.
Erst mit diesem Netzwerk und der kollektiven Intelligenz seiner Freunde, Lehrkräfte und Bekannten gelingt es ihm (der als Einzelperson nur einen Bruchteil der nötigen Expertise und Handlungsfähigkeit mitbringt), alle Herausforderungen zu meistern und sich als unbesiegbar zu beweisen.

Drei Superkräfte für Führung 4.0: Resonanz, Empathie, Resilienz
Drei Superkräfte für Führung 4.0: Resonanz, Empathie, Resilienz

 

Empathie, Resonanz und Resilienz stellen damit die Superkräfte für erfolgreiche Führung in der digitalisierten Welt dar: Es geht darum, auf das Netzwerk und die Ressourcen des Teams zu vertrauen, Kompetenzen zu vereinen und Sicherheit, Orientierung sowie gemeinsame Werte in einer unsicheren (Arbeits-)Welt zu bieten.

Im Sinne der Verknüpfung von interdisziplinären Expertisen wurde dieser Blogartikel gemeinsam mit Marie Lena Heidingsfelder, der Leiterin des Teams Designbasierte Strategieentwicklung, erarbeitet und geschrieben.

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Roda Müller-Wieland

Roda Müller-Wieland

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation. Roda forscht in Berlin zur Arbeit und Führung der Zukunft. Besondere Interessen: Transformations- und Innovationsprozesse.

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1 Kommentar

  1. Interessant ist, dass gleich am Anfang Begriffe wie „Intelligenz“ und „Kompetenz“ verwendet werden. Wie stehen diese mit den genannten Konstrukten „Resonanz“, „Empathie“, „Resilienz“ in Beziehung?

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