Green Services: Dienen und Leisten in »Grün«

Ist es nur »Buzz« oder schon »Biz«? Wer profitiert davon – wir bereits heute oder die künftigen Generationen erst morgen? Das Label »green« durchdringt bereits jetzt Produktportfolios, auch die Informationstechnik schreibt es sich immer häufiger auf die Fahnen. Doch was genau steckt dahinter? Wie kann »Öko« Einzug in die Angebotspalette von Dienstleistern halten, welchen Mehrwert und welche Risiken bringt es mit sich?

Marktriese »Dienstleistungen«: Großer Anteil, große Wirkung
Der Beitrag von Dienstleistungen an der gesamten Bruttowertschöpfung beträgt in Deutschland knapp 73 Prozent – Tendenz: Bedeutung weiter steigend. Dieser mächtige Marktanteil lässt nach dem Motto »das läppert sich« die Schlussfolgerung zu: je grüner der Dienstleistungssektor bzw. je größer der Beitrag von Dienstleistungen zu ökologischer Nachhaltigkeit, desto mehr steigt auch der entsprechende Gesamtbeitrag zu einem nachhaltigeren Planeten.

Wie bekommt also der milliardenschwere Bigfoot namens »Dienstleistungssektor« kleine CO2-Fußabdrücke? Und wie lernt er, damit zu laufen und sich gegen Hemmnisse und Risiken durchzusetzen? Diese und weitere Fragen sollten wir alle mit auf die Reise in die Zukunft nehmen und frühzeitig damit beginnen, die bereits jetzt absehbare, immense Wertschöpfungskraft von Dienstleistungen in die Planung eines intelligenten Planeten zu integrieren.

»Green Service Biz«: Forschungsfokus auf technische Dienstleister
Welche Aspekte wichtig für den nachhaltigen Erfolg von Green-Service-Geschäftsmodellen sind, was eine technische Dienstleistung erfüllen muss, um das Label »green« zu erhalten und wo Forschungs- und Entwicklungsbedarf besteht, möchten wir am Fraunhofer IAO im Rahmen einer Marktstudie klären. Dass der Trend bei Produkten und Informationstechnik nach wie vor in Richtung Nachhaltigkeit und »grün« geht, verdeutlichen die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt und auf politischer Ebene. Welche Rolle dabei jedoch Dienstleistungen spielen und welchen Beitrag innovative Geschäftsmodelle leisten können, erforschen wir zunächst mit dem Fokus auf technische Dienstleistungen.

Glaubt man dem, was an Meinungen und empirisch fundierten Ergebnissen in Forschung und Politik kursiert, trägt das übergeordnete Konzept der Nachhaltigkeit dazu bei, unsere natürliche Umwelt lebenswerter zu machen, durch Ressourcenschonung reicher zu werden und dank einer neuen sozialen Nachhaltigkeitskomponente mehr Zufriedenheit und Leistung bei Mitarbeitern und Kunden zu schaffen. Doch: lohnt es sich für einen Anbieter technischer Dienstleistungen, ins »Green Service Biz« einzusteigen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen? Gesucht sind also geeignete Geschäftsmodelle für »grüne« Dienstleistungen und eine Antwort auf die Frage: »Was kostet es und welchen Nutzen wirft es ab?«

Praxisbeispiele für »grüne« Geschäftsmodelle im Dienstleistungssektor
Auf der Suche nach Dienstleistungsangeboten, die bereits auf dem Markt sind und sich eins zu eins unter den Umbrella »Nachhaltigkeit« stellen lassen – die also in irgendeiner Weise langfristig einen ökologischen, ökonomischen oder sozialen Nutzen stiften – so trifft man auf eine ganze Reihe von Beispielen: Angefangen bei Energy Saving Services, die Leistungen wie beispielsweise Energiespar-Contracting und Energieeffizienz-Beratung umfassen, über CO2-reduzierte Transport- und Logistikdienstleistungen und Car-Sharing-Angebote, sowie Dienstleistungen, welche den Lebenszyklus von Gütern wie Maschinen und Anlagen verlängern oder gar ersetzen und damit einen Beitrag zum Nachhaltigkeitskonzept leisten, bis hin zu Angeboten wie Green IT oder Green Technology Services.

Wie »grün« sind wir? »Green Services« greifbar machen
Der Begriff »Green Services« taucht in Unternehmensangeboten oder -aktivitäten kaum explizit auf, denn für viele ist der Begriff nicht eindeutig greifbar, sondern bewegt sich irgendwo zwischen »nachhaltig gestalteten Dienstleistungen« und »Dienstleistungen mit nachhaltigen Auswirkungen«. Dennoch sind solche Arten von Dienstleistungen oder produktbegleitenden Services bereits vereinzelt in Angebotsportfolios vertreten. Wir sehen es als unsere Aufgabe im Bereich des Service Engineering, Ansatzpunkte zu identifizieren und anzugehen, um einerseits bestehende Dienstleistungen »grüner« zu machen, also Ökobilanzen von Dienstleistungsprozessen zu verbessern, andererseits jedoch auch systematisch Dienstleistungen zu entwickeln, deren Wirkung auf die Umwelt und Folgegenerationen »grün« ist. Das übergeordnete Ziel dabei: Wir möchten Dienstleister dabei unterstützen, vorhandene Ansätze noch stärker in Richtung »Nachhaltigkeit« voranzutreiben. Es gilt, das Bewusstsein gegenüber Werttreibern zu schärfen und nachhaltige, tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Umfrage »Green Services« unter technischen Dienstleistern

Fragebogen Green Services

Sind Sie Anbieter technischer Dienstleistungen und hauptverantwortlich für das Dienstleistungs- und Servicegeschäft Ihres Unternehmens oder kennen Sie geeignete Ansprechpartner? Dann laden wir Sie herzlich ein, an unserer Studie teilzunehmen oder uns durch Weiterleiten dieses Aufrufs zu unterstützen. Der Fragebogen ist bis Montag, 16. Mai 2011, online über dienstleistungsbefragung zu erreichen oder kann bei ed.re1511514606fohnu1511514606arf.o1511514606ai@ht1511514606rebma1511514606l.ani1511514606rbas1511514606 als PDF angefordert werden.

Sabrina Lamberth-Cocca

Sabrina Lamberth-Cocca

Projektleiterin, erforscht Dienstleistungssysteme und deren Entwicklungsprozesse. Wirtschaftsinformatikerin und Kommunikationswissenschaftlerin mit Affinität zu den Themen Ökologie, Informationstechnologie und urbane Mobilität. Faible für Philosophie, Wortspiele und nordische Länder. Lernt Dänisch, Schwedisch und Norwegisch. Passionierte Freizeitsportlerin, die sich gerne am Schlagzeug entspannt.

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