Mobility Transformation – Wie viel Revolution braucht eine erfolgreiche Verkehrswende?

Die »Fridays for Future«-Demos sind ein eindrucksvolles Zeichen für ein neues Bewusstsein der Gesellschaft. Wir müssen und wir wollen unser Leben nachhaltiger gestalten. Besonders das Thema Mobilität steht dabei im Fokus: Verstopfte Straßen sowie CO2– und Feinstaub-Emissionen machen eine Verkehrswende unausweichlich. Doch kann dies mit einer innovativen Evolution der bewährten automobilen Mobilität gelingen oder brauchen wir hierfür einen radikalen Bruch mit dem Bestehenden und völlig neue Lösungsansätze?

Das Auto modernisieren oder neu erfinden?

Die traditionelle Automobilindustrie steht derzeit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen die bestehenden Produkte weiterentwickelt werden. Gleichzeitig jedoch müssen radikal neue Lösungen bewertet werden, die einen viel höheren Grad an Veränderung erfordern, als das nächste innovative Update von vorhandenen Produkten. Der Übergang von konventionellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu elektrisch angetriebenen, stets vernetzten und letztlich selbstfahrenden Kraftfahrzeugen verändert die gewohnte Landschaft der Automobilindustrie. Er zwingt viele Hersteller, sich selbst neu zu denken und ein Stück weit sogar neu zu erfinden – ein Wandel wie es ihn in der über 100- jährigen Geschichte des größten deutschen Industriezweigs noch nicht gab.

Neben dieser zwar umfassenden, aber dennoch evolutionären Weiterentwicklung des klassischen Autos drängen neue, revolutionäre und wirklich disruptive Mobilitätslösungen in den Märkt und in unsere Städte. Elektrische Microscooter für den innerstädtischen Verkehr und Mobilitätservices, die auf Abruf über Smartphone-Apps Sammeltaxis, Chauffeurservices und andere Mitfahrgelegenheiten anbieten, sind bereits heute weit verbreitet und schicken sich an, bisherige Lösungen und ÖPNV-Angebote abzulösen. Doch am Horizont bahnen sich bereits weitere Revolutionen an. Mit dem Aufkommen von Passagierdrohnen und Urban-Air-Mobility-Konzepten öffnet sich die dritte Dimension für den innerstädtischen Verkehr, aber auch für Strecken zwischen Städten. Mit Hyperloops und schienengebunden Schnellkapseln können ebenfalls lange Strecken und entfernte Städte miteinander verbunden werden. Hierdurch könnten Autobahnen, Langstreckenfahrzeuge, aber auch bestehende Zug- und Flugverbindungen durch neue Konzepte abgelöst werden.

Revolution oder Evolution? Die Antwort ist Forschung

Um diese Transformation zu überstehen und letztlich erfolgreich zu gestalten, müssen die Hersteller und alle anderen Akteure des Mobilitätsökosystems vor allem ihre eigenen Instrumente der Analyse und Innovation neu aufstellen, um für sich im Dschungel aus neuen Herausforderungen, Wettbewerbern und Möglichkeiten eine erfolgversprechende Zukunftsstrategie entwickeln zu können. Das vorrausschauende Innovationsmanagement und die Zusammenarbeit mit Partnern im Mobilitätsökosystem werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Das Fraunhofer IAO forscht bereits seit 10 Jahren an den dafür erforderlichen Werkzeugen des Innovationsmanagements im Kontext der sich wandelnden Automobilindustrie. Im Innovationsnetzwerk »FutureCar« oder durch fachspezifische Veranstaltungen wie dem »Forum FutureCar« schaffen wir ein gemeinsames Verständnis für diesen Wandel, bereiten eigene Forschungsergebnisse auf und laden externe Teilnehmer zu einem offenen Diskurs für gemeinsamen Innovationsansatz ein. Mit diesem Ansatz gelingt es einzelnen Unternehmen der Branche leichter, neue Trends und zukünftige Technologien rund um das Fahrzeug von morgen zu bewerten und zwischen Hype-Themen und einem wirklich nachhaltigen Beitrag zur globalen Verkehrswende zu unterscheiden. Wenn Sie Teil dieses Innovationssystems werden wollen, dann laden wir Sie recht herzlich ein, mit unseren Mobilitätsexperten und weiteren Branchenexperten, während des »Forum FutureCar: Mobility Transformation – Hype oder Verkehrswende« am 21. November 2019 am Fraunhofer IAO in Stuttgart, gemeinsam zu diskutieren.

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