Programmieren lernen – ein Kinderspiel!

In Zeiten von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz ist das frühe und spielerische Erlernen von Programmierkenntnissen essentiell, glauben wir. Smartphones und Tablets stehen zur Weihnachtszeit häufig weit oben auf den Wunschzetteln vieler Kinder – für sie sind das in erster Linie beliebte Unterhaltungsmedien. Mit Hilfe von Coding-Apps und programmierbaren Robotern können Kinder auch selbst kreativ werden und Geschichten, Animationen und Spiele erschaffen. Am Maus-Türöffnertag am 3. Oktober haben wir an unserer »Abenteuer Coding«-Station einige Möglichkeiten demonstriert und möchten sie nun auch hier vorstellen.

Programmieren für die ganz Kleinen mit Cubetto

Der kleine Roboter Cubetto ist schon für die ganz Kleinen ab drei Jahren geeignet. Kinder durchschauen schnell die intuitive Steuerung und lernen innerhalb von zehn Minuten Cubetto mit Hilfe eines Programmierboards und Spielsteinen zu manövrieren. Die Spielsteine geben hierbei jeweils eine Richtung vor, in die sich Cubetto bewegen soll. Verkettet man diese Direktionen miteinander, so schreibt man ein »Programm«. Ein Spieltuch bietet die Möglichkeit, Cubettos Reise in Geschichten einzubinden. Das Ganze funktioniert ohne den Einsatz von Displays – so werden die Kinderaugen auch nach längerem Spielen nicht viereckig.
Die Kids am Maus-Türöffnertag zeigten bei der Aufgabe, Cubetto über eine Karte mit Hindernissen zu navigieren, viel Einfallsreichtum und demonstrierten, dass es beim Programmieren oft eine Mehrzahl an Wegen zur Zielerreichung gibt.

Roboter programmieren mit Lego Mindstorms oder Open Roberta

Die Roboter der Lego Mindstorms-Serie lassen sich nicht nur zusammenbauen, sondern auch mit Hilfe einer visuellen Programmiersprache in ihrem Verhalten programmieren. Die dazugehörige Mobile App erlaubt Fernsteuerung, aber die Roboter können sich dank optischer Sensoren auch autonom bewegen und lassen sich komplexes Verhalten »antrainieren«. Für Bastler ab zehn Jahren geeignet. Aber auch für Ältere: Die Roboter-Schlange, die wir präsentiert haben, wurde von einer unserer studentischen Hilfskräfte gebaut und programmiert. (Offene Stellen für Studierende)
Eine weitere Möglichkeit, Roboter zu programmieren, bietet Open Roberta. Die eigens für Open Roberta entwickelte visuelle Programmiersprache NEPO® des Fraunhofer IAIS hilft Programmier-Neulingen, schnell und einfach erste Erfolge zu erleben.

Der kleine Roboter Cubetto
Wie kommt der Cubetto am schnellsten ans Ziel? Hier war beim Maus-Türöffnertag Einfallsreichtum gefragt. Foto: Kai Effinger, © Fraunhofer IAO
Verhalten programmieren: Roboterschlange
Beißt er oder beißt er nicht? Die Kinder begeistern sich für die programmierten Lego Mindstorms Roboter. Foto: Kai Effinger, © Fraunhofer IAO
Verhalten programmieren: Roboterschlange
Beim Maus-Türöffnertag übten sich die Kinder im Roboterzähmen. Foto: Kai Effinger, © Fraunhofer IAO
Geschichten und Spiele gestalten
Erste kleine Programme schreiben konnten die Kinder mithilfe der visuellen Programmiersprache ScratchJr. Foto: Kai Effinger, © Fraunhofer IAO

Eigene Geschichten gestalten mit ScratchJr

ScratchJr ist einsteigerfreundlich und richtet sich an jüngere Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren. Mit Hilfe einer visuellen Programmiersprache können Kinder mit einer großen Auswahl an Charakteren, Gegenständen und Szenarien eigene Geschichten und Spiele gestalten. Die App ist kostenlos für Android und iOS verfügbar und eignet sich bestens für lange Autofahrten in den kommenden Feiertagen.

Einige der älteren Kinder beim Maus-Türöffnertag waren bereits mit der App vertraut – unter anderem aus dem Schulunterricht – und konnten den Jüngeren so hilfreiche Tipps geben.

Neben dem Ausprobieren der Apps und Cubetto haben wir gemeinsam mit den Kindern diskutiert, wo Programmieren im Alltag Anwendung findet und was sich alles programmieren lässt. Zum Abschluss erhielten alle Kinder einen Cyber-Ninja-Button als Andenken und durften als echte »Hacker« ausgezeichnet nach Hause gehen.

Was denken Sie über das Abenteuer Coding für Kinder? Welche Angebote gibt es bereits an Schulen? Welche sollte es geben? Wie könnten Projekte in diesem Bereich aussehen?

Wir freuen uns über Ihre Kommentare!

Eine Übersicht zu Apps und Websites zum Programmieren für Kinder:

Open Roberta Altersgruppe: 8- bis 16-Jährige
www.open-roberta.org
Im Open Roberta Lab können Kinder und Jugendliche ohne technische Hürden einen Roboter programmieren. Für Open Roberta hat das Fraunhofer IAIS eine eigene visuelle Programmiersprache mit dem Namen NEPO® entwickelt. Diese ermöglicht es unerfahrenen Programmiererinnen und Programmierern, per »Drag and Drop« schnell ihre ersten Programme zusammenzustellen.

Scratch
Altersgruppe: 8- bis 16-Jährige
scratch.mit.edu
Auf der Scratch-Webseite können Kinder lernen, eigene interaktive Geschichten, Animationen, Spiele, Musik-, und Kunstwerke mit der grafischen Programmiersprache Scratch zu programmieren. Scratch ist ein Projekt der Lifelong-Kindergarten-Group am Media-Lab des MIT.

ScratchJr
Altersgruppe: 5- bis 7-Jährige
www.scratchjr.org
ScratchJr ist eine einführende Programmiersprache, die es jüngeren Kindern ermöglicht, eigene interaktive Geschichten und Spiele zu gestalten. ScratchJr ist als kostenlose App für iPad und Android verfügbar.

Start Coding
Altersgruppe: 4- bis 18-Jährige
start-coding.de
Die Webplattform bietet interaktive Lerninhalte rund um das Programmieren für verschiedene Altersklassen. Die Initiative »Jeder kann programmieren« wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Leselinks: