Schnelltest: Hat dein Job genug Routine für Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz (KI)
Die Arbeitswelten der Zukunft werden entscheidend von der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) geprägt sein. Das Fraunhofer IAO verfolgt in seiner Forschungsarbeit das Ziel, KI-Anwendungen umzusetzen, denen die Menschen vertrauen und die sie akzeptieren.

Manche Menschen betrachten Künstliche Intelligenz als Jobkiller, andere als Quelle neuer Geschäftsmodelle und Tätigkeiten. Doch mit welcher Wahrscheinlichkeit lässt sich deine eigene Tätigkeit durch Künstliche Intelligenz ersetzen? Mache hier den Schnelltest und lerne die Kriterien kennen, die über die KI-basierte Automatisierbarkeit menschlicher Arbeitsaufgaben entscheiden.

Schnelltest Teil 1: Künstliche Intelligenz mag Routine

Ein wichtiges Kriterium für die Automatisierbarkeit von menschlichen Aufgaben ist der Routinegehalt. Um das Ausmaß der Routine in deiner eigenen Tätigkeit zu überprüfen, schreibe zuerst eine derjenigen Aufgaben auf, die den größten Zeitanteil deiner Tätigkeit ausmachen. Anschließend beantworte für diese Aufgabe die Fragen des folgenden Schnelltests mit »Ja«, »Nein« oder »Weiß nicht«:

  1. 1. Tritt die Arbeitsaufgabe häufig auf, z. B. öfters als 10 Mal pro Tag?
  2. 2. Tritt die Arbeitsaufgabe gleichartig auf, z. B. indem du häufig die gleichen Vorgänge bearbeitest?
  3. 3. Sind die Entscheidungen, die du zur Durchführung der Aufgabe triffst, durch Regeln festgelegt?
  4. 4. Falls Regeln festgelegt sind: Sind diese Regeln zugänglich und beschreibbar?

Du hast alle Fragen des ersten Testteils mit »Ja« beantwortet? Dann ist die Ausgangswahrscheinlichkeit hoch, dass die betreffende Arbeitsaufgabe einen hohen Routineanteil hat. Das ist für die Automatisierung vorteilhaft, denn Aufgaben, die häufig, gleichartig und regelbasiert auftreten, lassen sich leichter und gewinnbringender automatisieren. Das gilt für Tätigkeiten in der Produktion und Sachbearbeitung gleichermaßen.

Allerdings: Künstliche Intelligenz ändert das Spiel. Sie braucht zwar wie herkömmliche Automatisierungstechnologien konstante Rahmenbedingungen und Aufgaben. Sind diese aber gegeben, ist sie nicht mehr auf Regeln angewiesen, die ihr der Mensch vorgibt. Sie kann – in Grenzen – selbst Regeln entwickeln, wenn sie über genug Trainingsdaten als Anschauungsmaterial verfügt. Doch auch Künstliche Intelligenz kann nicht alle Aufgaben des Menschen übernehmen.

Übrigens bedeutet »Automatisierung durch Künstliche Intelligenz« selten, dass die KI sämtliche Aufgaben des Menschen übernimmt. Vielmehr geht es oft um eine Teilautomatisierung, in der Mensch und KI jeweils eigene Aufgaben erhalten. Dadurch verändert sich die Aufgabenzusammensetzung der Mitarbeitenden, die Tätigkeit selbst bleibt jedoch erhalten.

Schnelltest Teil 2: Hohe Anforderungen machen immun gegen Automatisierung

Bei anspruchsvollen Aufgaben stößt die Künstliche Intelligenz aktuell noch an ihre Grenzen. Ob deine Arbeitsaufgabe, die du im ersten Teil ausgewählt hast, anspruchsvoll und damit immun gegen Künstliche Intelligenz ist, kannst du im zweiten Testteil herausfinden. Beantworte die folgenden Fragen wieder mit »Ja«, »Nein« oder »Weiß nicht«:

Hat die Arbeitsaufgabe…

  1. 1. …hohe Denkanforderungen, z. B. weil du dich mit komplexen und wissensintensiven Themen beschäftigst?
  2. 2. …hohe Interaktionsanforderungen, z. B. weil du häufige und lange Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen oder Kunden führst?
  3. 3. …hohe kreative Anforderungen, z. B. weil du häufig Lösungen für neuartige Probleme entwickelst?
  4. 4. …hohe Anforderungen der ganzheitlichen Situationsbewertung, z. B. weil du vielfältige Informationen und Sinneseindrücke für deine Entscheidungen verwendest?
  5. 5. …hohe Anforderungen an den Einsatz von Intuition/ Instinkt, z. B. weil du schnelle Entscheidungen in gefährlichen Situationen triffst?
  6. 6. … hohe Anforderungen an kulturelle und ethische Bewertungsmaßstäbe, z. B. weil du viel mit ausländischen Personen zusammenarbeitest?
  7. 7. … einen hohen Handlungsspielraum, z. B. weil du Ermessensspielraum beim Treffen von Entscheidungen hast?

Bereits eine einzige »Ja«-Antwort kann den Routinegehalt deiner Arbeitsaufgabe soweit senken, dass sie nach heutigen Maßstäben für die Automatisierung durch Künstliche Intelligenz ungeeignet ist.

Veröffentlichung der KI-Toolbox für Macher am 5.11.2020

Die KI-Toolbox des Projekts SmartAIwork bietet folgende Werkzeuge für den Einstieg in die Künstliche Intelligenz:

  1. 1. Mit dem Lern-Puzzle Sacharbeit lassen sich Tätigkeiten der Sacharbeit nach Denk- und Interaktionsanforderungen einordnen.
  2. 2. Der Quick-Check Automatisierbarkeit hilft dabei, Routine und andere Kriterien für Automatisierung zu erkennen.
  3. 3. Das Self-Assessment zur Prozessorientierung zeigt, wie die Teilnehmer*innen vorhandenes Prozesswissen als wertvolle Grundlage ihrer digitalen Transformationsprojekte nutzen und voranbringen können.
  4. 4. Mit dem interaktiven Katalog zu KI-Anbietern und KI-Produkten für Sacharbeit lernen die Teilnehmer*innen auf dem Markt erhältliche KI-Lösungen kennen.
  5. 5. Die Online-Hilfe Datenmanagementsysteme einführen illustriert ein konkretes Beispiel für den Einstieg in die Sacharbeit mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Die fünf Werkzeuge werden im Rahmen des DigitalEvents »KI-Toolbox für Macher« am 5. November 2020 auf der Internetseite des Projekts SmartAIwork (siehe Leselinks) freigeschaltet und in einem Staffellauf von fünf Fachleuten des Fraunhofer IAO vorgestellt.

Blog-Countdown zur Veröffentlichung der KI-Toolbox für Macher

Bleib auf dem Laufenden: In den Wochen vor dem DigitalEvent »KI-Toolbox für Macher« erscheint zu jedem der fünf Tools ein Blogbeitrag (siehe Leselinks).

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