Smartes Shopfloor-Management: Erfolgsfaktoren für die Transformation

Smartes Shopfloor Management (SFM) ist eine vielversprechende Lösung für die digitale Transformation in der Fertigung. Mit smartem Shopfloor Management können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten, flexibler auf Veränderungen reagieren und sind resilienter gegenüber Störungen, wie beispielsweise Lieferproblemen. Gleichzeitig bleibt die Philosophie des Shopfloor Management erhalten, Mitarbeitende der Fertigung und ihre Arbeit stehen im Mittelpunkt, Informationen werden zielgruppenspezifisch geteilt und der Problemlöseprozess wird intelligent unterstützt. Doch wie kann die Einführung eines smarten Shopfloor-Managements erfolgreich gelingen? Wie kann die Transformation gestaltet werden und was ist dabei zu beachten?

Bedarfsanalyse ist der Schlüssel zum erfolgreichen Wandel

Bevor smartes Shopfloor Management (SFM) eingeführt werden kann, muss zunächst der Ist-Stand systematisch erhoben werden. Fragen, die dabei beantwortet werden sollten, sind u.a.: Wie wird SFM aktuell bei uns gelebt? Welche Inhalte werden in den SFM Runden besprochen? Was läuft aktuell gut und wo gibt es Verbesserungspotenzial? Um ein möglichst umfangreiches Gesamtbild zu generieren, empfehlen wir ein breites Spektrum an Bereichen der Fertigung zu betrachten. Interviews mit Mitarbeitenden verschiedener Hierarchie-Ebenen und Abteilungen sowie Vor-Ort-Begehungen sind ein zielführender Weg die Ist-Situation zu analysieren. Auch die vorgelagerten Bereiche, welche für das Zusammenstellen der KPIs und Berichte zuständig sind, sollten in den Prozess eingebunden werden. Entscheidend ist außerdem ein Gesamtüberblick der vorhandenen Daten- und Systemlandschaft: Welche Daten werden benötigt, um die KPIs zu berichten? Wie werden Daten und Informationen zusammengetragen? Aus welchen Systemen stammen die Daten? Ausgehend von einer umfangreichen Ist-Analyse, können die bestehenden Optimierungspotenziale sowie Bedarfe einer digitalen Transformation identifiziert werden. Werden durch eine smarte SFM Lösung eben diese Bedarfe adressiert, kann der Wandel erfolgreich gelingen.

Den Wandel gestalten – Eigenentwicklung oder Lösung von der Stange?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu einer smarten SFM Lösung zu kommen: Von der Eigenentwicklung einer Lösung, über die Entwicklung einer individuellen Lösung gemeinsam mit einem Start-Up bis hin zum Kauf einer standardisierten Lösung. Welcher dieser Wege der richtige ist, muss unternehmensspezifisch entschieden werden. Dabei sollten insbesondere bisherige Erfahrungen mit Digitalisierungsprojekten, vorhandene Ressourcen sowie Größe und Komplexität der eigenen Fertigung bei der Entscheidung berücksichtigt werden. Unabhängig davon ist eine Anpassung an das individuelle Produktionssystem sowie unternehmensinterne Prozesse und Rollen immer notwendig und somit haben alle drei Wege eines gemein: Um eine passgenaue Lösung zu entwickeln und einzuführen müssen Ist-Situation, Bedarfe und Anforderungen individuell erhoben werden.

Wichtig sind eine gemeinsame Zielvision sowie Digitalisierungsstrategie

Das SFM betrifft nicht nur eine Vielzahl von Mitarbeitenden, es ist auch fundamentaler Bestandteil zur Steuerung der Produktion. Die Transformation des SFM ist deshalb eine komplexe Aufgabe, welche Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, wie z. B.:

  • den optimalen Grad an Digitalisierung identifizieren
  • Technologieakzeptanz bei den Mitarbeitenden schaffen
  • einen individualisierbaren Standard ermöglichen
  • historisch gewachsenen Systemlandschaften inklusive der Daten überblicken und frühzeitig berücksichtigen
  • ausfallsichere Systeme gewährleisten

Eine inkrementell und bedarfsgerecht entwickelte Softwarelösung, die auch einen möglichen globalen Roll-Out berücksichtigt, ist wesentlicher Erfolgsfaktor, um den Herausforderungen zu begegnen. Der Wandel kann nicht in allen Bereichen gleichzeitig stattfinden, deswegen empfiehlt es sich mit ersten Pilotprojekten in ausgewählten Bereichen zu starten, diese durch Nutzerfeedback zu verbessern und bei hoher Akzeptanz sowie guter Funktionalität im Unternehmen Schritt für Schritt auszurollen. Eine Digitalisierungsstrategie für das SFM inklusive einer unternehmensweit abgestimmten Road-Map zur Gestaltung des Transformationsprozesses bilden den notwendigen Rahmen hierfür. Alle beteiligten Akteure müssen hierfür bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen auf diese gemeinsame Zielvision hinarbeiten.

Abbildung 1: Der Weg zum Smarten Shopfloor Management (© Fraunhofer IAO)
Abbildung 1: Der Weg zum Smarten Shopfloor Management (© Fraunhofer IAO)

 

Technologieakzeptanz als Erfolgsfaktor

Viele Akteur*innen wirken direkt oder indirekt auf das SFM ein oder werden davon beeinflusst. Deshalb ist es entscheidend für eine erfolgreiche Transformation, die Mitarbeitenden frühzeitig einzubeziehen und eine neue Lösung nutzer*innenzentriert zu gestalten. Professionelles Change-Management und Coaching der Mitarbeitenden sollte den gesamten Veränderungsprozess kontinuierlich begleiten. Smartes SFM muss seitens der Mitarbeitenden als nützlich empfunden und der Mehrwert durch das neue System erkannt werden. Dies gelingt, indem Mitarbeitende und ihre Bedürfnisse von Beginn an berücksichtigt werden.

Wenn Sie mehr über das Thema Smartes Shopfloor Management lesen wollen, empfehle ich Ihnen die Blogbeiträge meiner Kollegen René Hellmuth und Maximilian Feike »(siehe Leselinks)«. Und wenn Sie Unterstützung bei der Transformation Ihres Shopfloor Managements wünschen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Leselinks:

Janika Kutz

Janika Kutz

Janika Kutz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungs- und Innovationszentrums Kognitive Dienstleistungssysteme KODIS, einer Außenstelle des Fraunhofer IAO am Bildungscampus in Heilbronn. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und Evaluation datengestützter Dienstleistungen und interessiert sich insbesondere für Fragestellungen rund um das Thema Technologieakzeptanz.

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