Teil 2: Stell‘ Dir vor es ist Social Media und keiner macht mit…

Der Erfolg von Social Software-Projekten im Intranet hängt maßgeblich von den kulturellen und zwischenmenschlichen Bedingungen im Unternehmen ab. Heute präsentieren wir Ihnen Näheres über unsere Studie und stellen einige der wesentlichen Erfolgsfaktoren vor.

Lernen von den Besten: Die Befragung
An unserer Online-Befragung im Sommer 2008 beteiligten sich rund 100 Fachleute aus Unternehmen, die bereits erfolgreiche Social Software-Projekte implementiert hatten. Fast alle befragten Unternehmen bezeichneten ihre gegenwärtige Marktposition als stabil – trotz der um sich greifenden Finanzkrise. Unsere Ansprechpartner waren größtenteils Angestellte (51 %), sowie Team- und Abteilungsleiter (13,5 %), Führungskräfte (14,6 %) und Mitglieder der Geschäftsleitung (15,6 %).

Die Befragung dieser »Best Practices« gab uns also die Möglichkeit, die ursächlichen Faktoren des Erfolgs von Social Software zu untersuchen und zu klassifizieren.

Anwendung von Social Software Schaubild

Drei Ebenen des Erfolgs von Social Software im Unternehmen
Ein Unternehmen muss Social Software auf drei unterschiedlichen Ebenen implementieren, die jeweils Handlungsspielraum bieten. Die Unternehmensebene umfasst organisationale Faktoren, wie den Grad der Einbeziehung von Mitarbeitern bei Entscheidungsprozessen, das Vorhandensein einer gemeinsamen Unternehmensmission und strukturelle Aspekte, wie die Kooperation zwischen verschiedenen (ggf. dezentralen) Unternehmenseinheiten. Herrscht beispielsweise eine Konkurrenzsituation zwischen zwei Abteilungen, so werden diese den Teufel tun, ihr Spezialwissen über die neue Social Software zur jeweils anderen »abfließen« zu lassen.

Die Erfolgsfaktoren der Gruppenebene beschreiben Aspekte, die bei den Arbeitsabläufen in Gruppen und Teams von Bedeutung sind. Essenziell sind hier Diskussionen auf gleicher Augenhöhe, gemeinsam erreichte Erfolgserlebnisse und eine Kultur der Offenheit. Einzelgängertum veranlasst keinen Mitarbeiter, sich mit einem anderen auszutauschen – in dem Fall besteht auch kein Anlass, sich in Social Networks zu beteiligen.

Auszug: Aussagen auf Gruppenebene, welche von den Befragten bewertet wurden

Letztendlich steht und fällt jede soziale Applikation allerdings mit seinen Nutzern – also Ihren Mitarbeitern. Auf der Mitarbeiterebene spielen Aspekte jedes individuellen Mitarbeiters eine Rolle: beispielsweise ein soziales, hilfsbereites Verhalten. Doch vor allem ist wichtig, dass die »Chemie« zwischen Ihren Mitarbeitern stimmt und keine persönlichkeitsbedingten Barrieren vorhanden sind. Durch Social Software sehen Kollegen mehr voneinander, insbesondere wird transparenter, wer gerade was tut. Doch wer lässt sich schon gerne von jemandem auf den Schreibtisch gucken, den er nicht mag?

Wie Social-Software-fähig ist Ihr Unternehmen? Machen Sie den Selbsttest!
In der kommenden Woche werden wir Ihnen hier auf dem IAO-Blog einen auf Basis unserer Studie entwickelten Quickcheck präsentieren, mit dessen Hilfe Sie schnell, kostenlos und ohne jeglichen Aufwand abschätzen können, wie gut Ihr Unternehmen schon jetzt für die Einführung von Social Software-Projekten gewappnet ist. Für vertiefte Anfragen stehen wir Ihnen auf dem Blog oder per Mail und Telefon gerne zur Verfügung.

Jochen Günther

Jochen Günther

Jochen Günther hat das Institut 2016 verlassen.

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