Transformation der Automobilindustrie: Was bedeutet sie für KMU?

Eine der wichtigsten deutschen Branchen verändert sich derzeit grundlegend und mit hohem Tempo. Dies kann für mittelständische Unternehmen durchaus existenzbedrohend sein – insbesondere, wenn dort gerade benötigte Qualifikationen fehlen. Einen Ausweg bietet die strategische Personalplanung und -entwicklung.

Die Nachfrage nach Benzin- und Dieselmotoren sinkt, elektrifizierte Systeme werden immer wichtiger, digitale Technologien verbreiten sich rasant: Die Liste dieser Entwicklungen, die unter dem Begriff »Transformation« zusammengefasst werden können, ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Viele heute renditestarke Bauteile und Komponenten traditionsreicher Unternehmen verlieren dadurch an Bedeutung. Stattdessen müssen neue, bislang unbekannte Geschäftsfelder erschlossen werden. Hierfür müssen die jeweiligen Erfolgsaussichten überprüft, die notwendigen Investitionen getätigt und vor allem sichergestellt werden, dass die eigenen Beschäftigten über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Wenn dies nicht gegeben ist und nicht rechtzeitig genug erkannt wird, können insbesondere KMU vor kaum überwindbaren Hindernissen stehen.

Wie große Unternehmen mit der Transformation umgehen

Größere Automobilzulieferer sowie die Automobilhersteller selbst verfügen im Normalfall über ausreichende Ressourcen, um die mit der Transformation verbundenen Herausforderungen bewältigen zu können. Sie haben genug Personal, um etwa das Überprüfen verheißungsvoller Geschäftsfelder zusätzlich zur Bearbeitung des aktuellen Auftragsbestands vergleichsweise einfach umzusetzen. Viele haben eigene Abteilungen eingerichtet, um die Kenntnisse und Fähigkeiten, über die die Mitarbeitenden zur erfolgreichen Erschließung der neuen Geschäftsfelder verfügen müssen, strategisch zu steuern. Dort erfolgt die Erfassung und Bestimmung der heute vorhandenen sowie der zukünftig benötigten Qualifikationen der Beschäftigten und bisweilen auch eine strategische Personalplanung zudem häufig softwaregestützt. Auf solche Kapazitäten können KMU in der Regel nicht zurückgreifen.

Unterstützung für KMU bei strategischer Personalplanung und -entwicklung

Mittelständische Unternehmen haben sehr große Bedeutung für den Standort Deutschland. Für sie ist die Transformation Chance und Bedrohung zugleich. Je nach Unternehmen und strategischer Aufstellung entscheidet sich in naher Zukunft, ob sich die Transformation zu einem positiven oder negativen Szenario entwickelt. Personal und menschliche Ressourcen sind dabei Schlüsselfaktoren. Hierzu wurden von verschiedenen Akteuren unter dem Dach der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) verschiedene Methoden erarbeitet, mit deren Hilfe sich die Betriebe eigenständig und vorausschauend auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereiten können: Zum einen ein Software-Tool zur strategischen Personalplanung und zum anderen »regionale Kompetenz-Hubs«, in denen sich Unternehmen und Bildungseinrichtungen regional miteinander vernetzen und ihre Aktivitäten untereinander koordinieren können, um die notwendige Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten voranzutreiben.

Transformation bedeutet nicht nur Veränderung der Technik

Der Forschungsbericht »Neue Impulse für Beschäftigung und Qualifizierung im Mobilitätssektor« der Arbeitsgruppe 4 der NPM beschreibt diese Methoden im Detail und zeigt auf, in welchen Bereichen über die Elektrifizierung des Antriebsstrangs oder die Digitalisierung von Prozessen hinaus die Transformation ebenfalls Veränderungen auslöst. Wir beobachten beispielsweise, dass immer mehr Unternehmen ihre bislang zugekauften Erzeugnisse wieder verstärkt selbst fertigen, um Wertschöpfung und Beschäftigung im eigenen Haus zu sichern. Auch unter Zulieferern wird der Trend zu Umweltschutz, guter Recycelbarkeit und die Verwendung nachhaltiger Materialien mehr und mehr zum entscheidenden Verkaufsargument, weil die Hersteller den Druck der Konsumenten an ihr Zuliefernetzwerk weitergeben.
Darüber hinaus gibt der Bericht einen Überblick über die Qualifikationen von Mitarbeitenden, die nach heutigem Stand besonders nachgefragt werden.
Der Forschungsbericht, das Software-Tool und die regionalen Kompetenz-Hubs bilden eine systematische Grundlage für Unternehmen, die heute beginnen, die Weichen für eine gelungene und eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.
Sowohl der Bericht als auch weitere Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe 4 der NPM werden am 26. November 2021 von 13 bis 15 Uhr durch die Autorinnen und Autoren vorgestellt in einem Webinar zu der Fragestellung »Wie kann ein ökologisch nachhaltiger und zugleich sozialverträglicher Wandel unserer Mobilität gelingen?«. Nehmen Sie gerne teil, diskutieren Sie gerne mit und fragen Sie gerne kritisch nach. Die Anmeldung finden Sie unter https://seu2.cleverreach.com/f/134006-308607/ .
Haben Sie Fragen zu Auswirkungen der Transformation oder zu strategischer Personalplanung? Dann melden Sie sich gerne bei uns.

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Daniel Borrmann

Daniel Borrmann

Beschäftigt sich mit der Beurteilung und der Anwendung von Technologien der Mobilitätswende, Aufbau und Antrieb elektrischer Fahrzeuge sowie Ladeinfrastruktur gehören zu den Lieblings-Themen. Dort forscht Daniel Borrmann auch gemeinsam mit seinen zwei Kollegen Florian Albert und Fabian Edel im Bereich der agilen Fahrzeuggestaltung. Dabei untersuchen sie neuartige Fahrzeugkonzepte, einzelne technologische Fahrzeugkomponenten und innovative Materialien genauso wie Schnittstellen zwischen Mensch und Fahrzeug. Als Teil des Teams »Mobility Concepts and Infrastructure« arbeiten sie somit tag täglich an cleveren Ideen für die Fortbewegung von morgen.

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