Vom gelebten Prozess zur Künstlichen Intelligenz: Die Hidden Champions der Transformation

Künstliche Intelligenz (KI)
Künstliche Intelligenz (KI)
Die Arbeitswelten der Zukunft werden entscheidend von der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) geprägt sein. Das Fraunhofer IAO verfolgt in seiner Forschungsarbeit das Ziel, KI-Anwendungen umzusetzen, denen die Menschen vertrauen und die sie akzeptieren.

Neulich war ich, nach dem Corona-Lock-Down zum ersten Mal wieder, auf der Terrasse eines beliebten italienischen Restaurants in meiner Nähe. Das »Wie geht‘s«-Gespräch mit dem Inhaber zeigte: das Restaurant hat nicht nur überlebt, sondern ist gewachsen und hat mit einem Lieferservice ein zusätzliches Geschäftsfeld aufgebaut. Wie ist das gelungen? Durch exzellente Routine-Prozesse, die Fähigkeit neue Wertschöpfungsprozesse praxisnah und schnell aufzubauen, treue und zufriedene Kundschaft und Kulanz des Vermieters.

Die Kraft der eigenen Prozesse nutzen

»Was hat das mit Künstlicher Intelligenz in der Sacharbeit zu tun?«, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Vordergründig nicht viel, denn in der kleinen, wahren Geschichte geht es in der Kernkompetenz um Kochen und Bedienen und der Informationsfluss erfolgt – noch – über Telefon, Sprache und Stift auf Papier. Aber: Grundlage der gelungenen Veränderung, die nicht nur ein Notnagel in der tiefsten Krise war, sondern auch nach der Öffnung im »new normal – new different« ein zusätzliches Geschäftsfeld bleibt, ist die Kraft der eigenen, alten und neuen, Prozesse. Aus unseren Erfahrungen im Projekt SmartAIwork, kann ich, jenseits von Pizza und Pasta, sagen: jedes Projekt, das Digitalisierung, Automatisierung oder Augmentierung von Leistungen zum Ziel hat, muss aus bei den eigenen Prozessen ansetzen, um wirksame Erfolge entfalten zu können:

Gelebte Prozesse zeigen Ziele und Realitäten

Prozesse drücken die Ziele des Unternehmens aus und das ganz konkrete Arbeitsverhalten von Belegschaften. Wenn Sie also mit Beteiligten und Verantwortlichen Ihrer Belegschaft anfangen, die gelebten Prozesse abzubilden, können Sie erkennen und benennen, wo in einem Arbeitsablauf Komplexität entsteht, welche Schnittstellen nach innen und außen es gibt, wo vielleicht wirksame Workarounds gewählt werden, welche Auslöser und Ergebnisse relevant sind und wie Dokumente und Daten durch das Unternehmen wandern.

Prozesswissen ermöglicht die effektive Einbindung von Partnern

In Projekten, die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Betrieb verankern wollen, sind Sie oft auf die Unterstützung Dritter angewiesen, beispielsweise ein Systemhaus oder Datenspezialisten. Sie müssen sich erklären. Das Wissen um Ihre eigenen Prozesse hat den großen Vorteil, dass es Ihnen gehört. Und Sie haben viel davon. Sie müssen es nur einsammeln, pflegen, nutzen. Jenseits von Kästchen, Pfeilen und Haltbarkeitsdaten der Business Process Management-Notationen bergen Prozesse das Tafelsilber täglicher Arbeitspraxis Ihres Unternehmens. Nutzen Sie dieses reiche Reservoir für die Konfiguration Ihrer KI-Projekte.

Abbildung 1: Der Prozess macht den Unterschied: Lösungen vom normativen bis zum kognitiven Business Process Management (eigene Darstellung).
Abbildung 1: Der Prozess macht den Unterschied: Lösungen vom normativen bis zum kognitiven Business Process Management (eigene Darstellung).

 

Optimierung kommt vor der Digitalisierung

Machen Sie Prozessorientierung zu einem Teil des Wissensmanagements und zum wirkungsvollen Kommunikationsinstrument. Machen Sie sichtbar, was

gut läuft, wo Schwierigkeiten liegen und reden Sie darüber. Miteinander, mit wichtigen Partnern. Setzen Sie mit Ihren Projekten zur Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz da an, wo die neuen Technologien wirken sollen. Mit dieser Grundlage kann dann überlegt werden, mit welchem Anspruch – zwischen Automatisierung von Routine und Augmentierung von Wissensarbeit – sinnvolle Verbesserungen für gute Arbeit und zufriedene Kund*innen und vielleicht sogar die Gestaltung ganz neuer Leistungsangebote gelingen können. Nur die Sache mit Ihrem Vermieter, die müssen Sie auf anderem Wege lösen…

Mehr erfahren

Lernen Sie am 5.11.2020 von 8.30-9.30 Uhr und alternativ von 13.30-14.30 Uhr SmartAiwork Tools kennen, die Ihnen den Einstieg nicht nur in Prozessorientierung erleichtern (siehe Leselinks)

Abbildung 2: Wie weit sind Sie in der Prozessorientierung? Ein Tool zur Selbsteinschätzung. (Eigene Darstellung; Quelle Michael Hammer 2007)
Abbildung 2: Wie weit sind Sie in der Prozessorientierung? Ein Tool zur Selbsteinschätzung. (Eigene Darstellung; Quelle Michael Hammer 2007)

 

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