Digital (und analog) KREATIV arbeiten: Mobiler Raum und interaktiver Workshop

First-Science-KIT: IAO-Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
First-Science-KIT: Blogreihe zum Corona Krisenmanagement
Die Coronakrise fordert von uns allen ganz neue Herangehensweisen und Lösungen im beruflichen Miteinander. Das Fraunhofer IAO hat deshalb eine Blogreihe gestartet, mit der wir schnell anwendbare Praxistipps weitergeben, gut funktionierende Beispiele vorstellen und Lösungswege während und aus der Krise aufzeigen wollen.

Home Office ‒ so oder so ähnlich sieht es bei vielen von uns derzeit aus: Schnell einen Pullover überwerfen und einen Kaffee kochen, dann die heiße Tasse und ein Müsli vorbei an herumliegenden (bitte setzen Sie hier etwas ein, was für Sie passt) ins Arbeitszimmer balancieren. Ab dann heißt es fast den ganzen Tag vor dem Bildschirm und in vielen, manchmal endlosen Telefonkonferenzen sitzen – für interne Besprechungen, zur Ersetzung des Flurfunks, Abstimmungen für diverse Projekte und Projektchen und andere Meetings. Und dabei wird man ganz schnell müüüde ‒ vor allem wenn es bei so einer Telefonkonferenz mehr als fünf Teilnehmende gibt und einfach nur ohne Punkt, Komma und Zusammenhang geredet wird. Gleichzeitig springen vielleicht Kinder herum, möchten beschäftigt werden ‒ Maaaaamaaaa, Paaaaapaaaa. Puuh! Aber hey ‒ wir sollen und wollen doch vielleicht gerade jetzt (gemeinsam) kreativ arbeiten?!

Kreative Pausen mit körperlicher Betätigung im (digitalen) Alltag einbauen

Um Ideen zu entwickeln ist es wichtig, auch mal vom Schreibtisch aufzustehen und an der Wand Klebezettel zu ordnen, mit den Händen zu denken, körperlich aktiv zu sein und z.B. spazieren zu gehen. Hier heißt es ganz klar – aktiver Körper = aktiver Geist. Und meistens kommen die besten Ideen auch nicht am Schreibtisch, sondern eher beim Autofahren oder unter der Dusche – immer dann, wenn wir loslassen und uns entspannen oder einfach nur Routineaufgaben durchführen. Vielleicht können Sie die Zeit im Home Office nutzen und kleine kreative Pausen für sich einbauen? Überlegen Sie doch mal, was das für Sie sein könnte.

Und wenn Sie jetzt Sie sich jetzt fragen, wo und wie Sie kreativ arbeiten oder z.B. ein Brainstorming durchführen sollen, weil im Wohnzimmer die Kinder spielen, im Schlafzimmer der Partner am Laptop sitzt und ihr Arbeitszimmer bis oben hin voll mit Bücherschränken steht, dann werfen Sie mal einen Blick auf unser PopUP-Toolkit:

Die Idee des PopUP-Toolkit

Das PopUP-Toolkit ist ein mobiler Kreativitätsraum, welcher es ermöglicht, überall und zu jeder Zeit – zuhause, im Auto oder draußen in der Natur – kreativ zu arbeiten. Das PopUP-Toolkit ist in etwa so groß wie ein Hefter aus dem Büro und enthält diverse flexible Whiteboards in verschiedenen Farben und Formen. Die Whiteboards lassen sich herausnehmen und sind wie die großen Whiteboards im Büro wiederbeschreibbar. Auch die im Toolkit enthaltenen kleinen Klebezettel haften ziemlich gut darauf. Einige der Whiteboards lassen sich bis zu einer Größe von ca. DIN A3 ausklappen und z.B. an einer Wand anbringen. Sketches, Strategien, Brainstormings usw. können Sie nun überall durchführen, das Whiteboard anschließend wieder zusammenklappen und mit in ihr Teammeeting im Büro nehmen, um ihre Ideen zu präsentieren. Wer das PopUP-Toolkit selbst ausprobieren möchte, kann dieses über das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Usability entleihen – entweder in einem unserer Transfer-Spaces oder direkt über meine Kollegin Doris Janssen.

Halt! Stopp! Es ist doch gerade Krise und es heißt Social oder Smart Distancing – physischer Austausch geht gerade nicht. Die Präsentation von Ideen lässt sich vielleicht noch ganz gut mit Powerpoint und Fotos (z.B. vom PopUP-Toolkit) in ein digitales Meeting integrieren.

Der nächste Schritt: Interaktiver Kreativworkshop

Aber wie lässt sich ein digitales (Kreativ-)Meeting mithilfe gängiger und erschwinglicher Tools wie Zoom oder Teams so durchführen (z.B. eine gemeinsame Ideenfindung), dass:

  • alle fokussiert und im Moment sind, ohne zu überlegen, was es gleich zum Mittagessen gibt und wo man die Zutaten noch einkaufen könnte;
  • eine gute Gruppendynamik herrscht – sich alle Meetingteilnehmenden involviert und gesehen fühlen, sich trauen ihre (kreativen) Ideen zu äußern und in etwa gleiche Redeanteile haben, sich untereinander zuhören und wirklich (alle) gemeinsam Ideen entwickeln;
  • nicht alle Teilnehmenden die ganze Zeit nur vor dem Bildschirm sitzen und gefühlt einschlafen, sondern z.B. auch mal aufstehen oder ein Warm-Up für alle durchgeführt wird – denn aktiver Körper = aktiver Geist;
  • sich die Teilnehmenden neben dem verbalen und textuellen Austausch auch visuell über Skizzen oder andere einfache physische Prototypen »unterhalten« und damit gemeinsam Ideen entwickeln – denn Sprache, gesprochen oder geschrieben, ist mehrdeutig und so kann es sein, dass man aneinander vorbeiredet; gleichzeitig führt das »Denken mit den Händen« zur Aktivierung von eher implizitem Wissen – was gerade für die Ideenfindung sehr inspirierend und wertvoll sein kann;

Das und mehr sind die Fragen, den wir mit unserem interaktiven (Kreativ-)Workshop beantworten möchten, den wir momentan konzipieren. Hier möchten wir ganz gezielt analoge und digitale Kreativmethoden zusammenführen. Dabei sind wir inspiriert von unserem Innovationsansatz »Building Ideas«, welcher Aspekte aus dem Design Thinking, Improvisationstheater und Lego®SeriousPlay® vereint. Wenn Sie interessiert daran sind, wie das funktionieren könnte – kommen Sie gerne auf mich zu!

Bleiben Sie gesund – und kreativ!

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