Vernetzte Wertschöpfung für den Mittelstand: So nutzen Sie Sensoren und Smart Devices richtig

BIEC – Blogreihe zu Plattformökonomie
BIEC – Blogreihe zu Plattformökonomie
Das Business Innovation Engineering Center (BIEC) möchte kleine und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg bei ihren Digitalisierungsmaßnahmen unterstützen und so die Innovationsfähigkeit im Mittelstand steigern.

Neue Technologien und der Blick in die Zukunft faszinieren uns. Was wird für Unternehmen irgendwann möglich sein und wie können sie sich von der Konkurrenz abheben?

Die vernetzte Produktion mit Sensoren oder Edge-Devices zeigt schon heute, wie der Mittelstand in Zukunft arbeiten wird: Wir können die gesamte Wertschöpfungskette erfassen, schaffen Möglichkeiten, Prozesse in Echtzeit zu steuern und Leistungen immer detaillierter an den Kunden anzupassen. Auch ältere Anlagen lassen sich nachrüsten, um z.B. die komplette Produktion im Auge behalten zu können oder eine einheitliche Bedienung zu ermöglichen.

Sensoren und menschliche Expertise

Auch unser Getränkehersteller hat das erkannt. Die Sensoren, gewonnene Produktionsdaten und weitere Betriebsinformationen aus seiner Wertschöpfungskette lassen sich mit verschiedenen Methoden oder Technologien zu intelligenten Lösungen verknüpfen. Der Getränkehersteller beispielsweise macht das in zwei Stufen:

Er hat Sensor- und Produktionsdaten gesammelt und analysiert. Wichtig war dabei nicht nur Daten zu sammeln und durch ein System zu jagen, sondern die Bedeutung der jeweiligen Daten herauszufinden und an lückenhaften Stellen von seinen Mitarbeitenden ergänzen zu lassen. Das wurde z.B. dadurch erreicht, dass die Nutzer Fehler schnell und einfach melden konnten d.h. den reinen Sensorwerten eine semantische Bedeutung verliehen haben.

Durch die Analyse der gewonnenen Daten und ihrer menschlichen Interpretation konnten Problemzonen erkannt werden, in denen z.B. oft Fehler auftreten, Unfälle passieren oder Engpässe entstehen. Dazu geht unser Getränkehersteller einen sehr innovativen Weg. Um die Problemstellen direkt an Ort und Stelle zu analysieren, die Bedeutung verständlich und transparent zu kommunizieren, um direkt Lösungen zu entwickeln, nutzt er Augmented Reality (AR). Mit Hilfe einer Brille werden allen die gleichen Informationen an Ort und Stelle als Hologramm angezeigt. Mögliche Lösungen können so direkt virtuell simuliert werden, um erste Lösungen zu testen.

Moderne Produktionsanlagen sind voller Sensoren. Deren Daten wollen wir nutzen.
In Kombination mit Produktionsdaten und Nutzerfeedback lassen sich daraus neue Erkenntnisse ableiten.
Dazu werden die Daten gesammelt, aufgeräumt und in ein einheitliches Format gebracht.
Zusammen mit dem Nutzerfeedback lassen sich die Werte interpretieren und sagen, ob das ein guter oder schlechter Wert ist.
Die Analyse der Daten lässt uns beispielsweise erkennen, wo weiteres Optimierungspotenzial steckt. Intelligente Systeme können mit diesen Daten angelernt werden, uns live bei der Produktion zu unterstützen.

Aus bisher unübersichtlichen Daten können so neue Erkenntnisse gewonnen oder sogar neue Dienstleistungen, passend zu den identifizierten Kundenbedürfnissen, entwickelt werden. Damit hat unser Mittelständler den ersten Schritt hin zu einem intelligenten System gemacht, denn jetzt ist bekannt, welche Daten wie behandelt werden müssen, d.h. ob bestimmte Sensorwerte überhaupt eine verlässliche Aussage zulassen, gespeichert werden sollten und welche Bedeutung sie haben können.

Lösungen finden

Es gibt unheimlich viele Tools, Softwareprodukte und Technologien, die Hilfe versprechen oder sehr faszinierend sind. Wir empfehlen immer, den Menschen und seine Bedürfnisse in den Fokus zu setzen, um die richtigen Fragen und Probleme zu adressieren, z.B. ob es um ergonomische Fragestellungen wie die Arbeitsplatzgestaltung geht, oder um psychische Belastung wie Stress oder Langeweile. So lässt sich am einfachsten die richtige Lösung finden.

Der Einstieg über die Technologien selbst kann auch sehr interessant werden, um sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zu entwickeln oder um den Anstoß zu geben, die richtige Frage zu stellen und das Problem zu finden, das vorher nicht so offensichtlich war.

Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten; ob und wie Ihnen Virtual- oder Augmented Reality, gesten- und sprachbasierte Interfaces oder intelligente Sensoren helfen können, lässt sich einfach über unsere Toolboxen oder gemeinsam herausfinden.

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David Blank

David Blank

Designer und Projektleiter am Fraunhofer IAO. Usability, User Experience, spannende Gestaltung und neue Technologien wie Augmented Reality begeistern ihn und bringen die nötige Magie ins Spiel. In seiner Freizeit ist er außerdem Mountainbiker und Fotograf. 42!

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