Die Vision einer »Technologie-Finde-Maschine«

Entwickler und Produktmanager kennen diese Aktivitäten nur zu gut: Messen werden besucht, Veröffentlichungen gelesen, Kunden und Lieferanten eingebunden – alles mit dem Ziel, neueste Technologien zu entdecken und damit die Erfüllung der Kundenanforderungen heute und morgen bestmöglich zu gewährleisten. Wer träumt hier nicht von der Finde-Maschine für Technologien, die riesige Datenbestände nach relevanten technologischen Entwicklungen durchsucht und technologische Entscheidungen vorbereitet oder sogar selbst treffen kann?

Technologiebeobachtung per Google: die Nadel im Heuhaufen finden

Wo stehen wir heute? Das Internet ist aus dem unternehmerischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Jeder hat von überall Zugang. Ergebnisse von Forschungseinrichtungen, Veröffentlichungen und neusten Produkten von Konkurrenten und Zulieferern sind heute nur noch einen Klick entfernt. Nach einem genaueren Hinschauen fällt auf, dass meist Suchmaschinen wie Google im Mittelpunkt der Aktivitäten zur Suche nach relevanten technologischen Entwicklungen stehen. Im Zeitalter von Big Data und Industrie 4.0 gehören Redundanzen zum Alltag der Technologiebeobachtung, Suche, Analyse und Transfer relevanter Informationen finden personenzentriert statt. Muss das so sein?

Auf dem Weg zu unserer Vision einer »Technologie-Finde-Maschine« sind wir im Forschungsprojekt syncTech einen kleinen Schritt weiter gekommen. Die Nutzung von Semantiken in der Technologiebeobachtung bietet derzeit die Chance, die personenzentrierte Suche, Speicherung und Kommunikation von Informationen zu unterstützen. Wer hat schon die Zeit, tausende Dokumente, Webseiten oder Patentschriften regelmäßig durchzulesen?


Technologie-Finde-Maschine © Fraunhofer IAO, Dacian_G, beresnev – iStock

 

Smartes Monitoring mit semantischen TechnologieWikis

Festgelegte Semantiken und darauf basierende Suchfelder unterstützen die Suche durch regelmäßige Updates von Dokumentenpools und anwendungsspezifische Filter. Semantische TechnologieWikis ermöglichen eine transparente Bewertung und Kommunikation von Informationen zu relevanten Technologieentwicklungen. Diese Art der Unterstützung funktioniert jedoch nur, wenn sie auch durch die Vergabe entsprechender Rollen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen langfristig verankert wird.

Die im Forschungsprojekt syncTech entwickelten Methoden und Tools werden auf der Veranstaltung Technologievorsprung sichern am 24. April in Stuttgart vorgestellt, inklusive praktischen Anwendungsbeispielen bei den Unternehmen FESTO AG, Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, EISENMANN SE und Schnaithmann Maschinenbau GmbH.

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Sven Schimpf

Sven Schimpf

Interdisziplinärer Forscher und Vordenker am Fraunhofer IAO. Bloggt rund um das Thema strategisches Technologie- und F&E Management. Warum? Weil spannende Ideen und technologische Möglichkeiten, die Mehrwert generieren, diskutiert und verbreitet werden müssen!

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