Geht nicht. Geht doch! Große Forschung für kleine Unternehmen und Mittelstand

Ein großer Name öffnet viele Türen, schafft Grundvertrauen bei potenziellen Auftraggebern und steht für ausgewiesene wissenschaftliche Prinzipien. Als Fraunhofer-Institut profitieren wir am Fraunhofer IAO natürlich von einem Namen, der für lange Tradition in der angewandten Forschung und eine weltweit anerkannte Wissenschaftsmarke steht. Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen scheint der Ruf der großen Forschung bisweilen abschreckend zu wirken: Große Namen kann man sich nicht leisten, so ein gängiges Vorurteil vieler kleinerer Unternehmen. Dabei bildet gerade der Mittelstand in vielen Branchen und Themenfeldern den Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit. Grund genug für uns, einen Blick auf die zahlreichen Möglichkeiten zu werfen, die gerade kleinen Unternehmen und dem Mittelstand in der Fraunhofer-Forschungswelt zur Verfügung stehen.

Forschung als als Wettbewerbsvorteil für KMU

Fraunhofer-Wissenschaftler sind in der angewandten Forschung zu Hause. Anders als an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen untersuchen wir nicht die grundlegenden Themen, sondern widmen uns realen Problemstellungen, vor denen viele Unternehmen unabhängig von ihrer Größe und ihrem Budget stehen. Unser Anspruch ist es dabei, Unternehmen zu unterstützen, durch zukunftsweisende, forschungsbasierte Lösungen im globalen Wettbewerb dauerhaft zu bestehen und ihr Geschäftsmodell an den neusten Erkenntnissen auszurichten. Für KMU und Mittelstand ist – zugegeben – umfangreiche Auftragsforschung keine realistische Lösung: aufgrund fehlender freier Ressourcen, Mitarbeiterkapazitäten und Investitionsmittel.

Fünf Kooperationsmöglichkeiten für kleine Unternehmen – mit großem Nutzwert

  1. 1. Für kleine und mittelständische Unternehmen können langfristig angelegte, öffentlich geförderte Entwicklungsprojekte ein Schlüssel für unternehmensspezifische Lösungen sein. Hierfür können sogar mehrere Institute im Verbund arbeiten.
  2. 2. Direkte Entwicklungsprojekte für geplante Themen können auch im Direktverbund interessant sein. Auch hierfür können (in kleinerem Umfang) öffentliche Forschungsmittel beantragt werden.
  3. 3. Industrie 4.0 und Digitalisierung sind die entscheidenden Zukunftstrends für den Unternehmens-, Produktions- und Wissensstandort Deutschland. Für das Fraunhofer IAO stellen sie Forschungsschwerpunkte dar, die für verschiedene Anwendungsgebiete bei Mittelstand und KMU adaptiert werden können, ohne dass dafür ein großer eigener Forschungsauftrag vergeben werden muss.
  4. 4. Im Bereich Entwicklung, Planung und Produktion kann eine Optimierung auch auf Basis der vorhandenen Branchenerfahrung durchgeführt werden. Auch dafür können die verantwortlichen Wissenschaftler wichtige Impulsgeber sein.
  5. 5. Forschung in Netzwerken: Viele Forschungsfragen betreffen nicht einzelne Unternehmen, Abteilungen oder isolierte Prozesse. Prozesse in Produktion und Entwicklung können daher auch interdisziplinär im Verbund und im Netzwerk mit anderen Unternehmen betrachtet werden, um Optimierungspotenziale für ganzheitliche Effektivitäts- und Effizienzsteigerung zu identifizieren. Aufwand und Wissen werden dabei geteilt.

Lokale Netzwerke: Stuttgart als Innovations-Hub

Im Raum Stuttgart hat das Fraunhofer IAO gemeinsame Projekte mit zahlreichen Branchenführern und verfügt in vielen Forschungsfeldern über einen über Jahre gewachsenen Wissens- und Erfahrungsschatz. Diesen Schatz möchten wir in Zukunft verstärkt mittelständischen Unternehmen und KMU zugänglich machen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit innovativen Mittelständlern die vorhandenen Forschungs- und Innovationspotenziale zu realisieren und neue Wege hin zu einer zukunftsweisenden Forschung auch für kleine Unternehmen zu finden.

Den Auftakt hierzu bildet unsere Veranstaltung »Als KMU von der Forschung profitieren« am 10. Mai 2016. Hier wollen wir gemeinsam Synergien und konkrete Möglichkeiten für KMU und Mittelstand erörtern und speziell für den südwestdeutschen Raum entwickeln.

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Joachim Lentes

Joachim Lentes

Leitet das Competence Team Digital Engineering und erforscht neue Wege, um Unternehmen mit frischen Ideen und innovativer IT wettbewerbsfähiger zu machen. Baut gerne Brücken - zwischen Fachabteilungen, Gewerken und Disziplinen oder auch zwischen Unternehmen als industrielle Symbiose.

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