Produktionsmanagement

Industrie 4.0: Nils Schmid auf Expedition in die Zukunft der Produktion

Baden-Württemberg wird Leitanbieter und Leitmarkt für das Thema Industrie 4.0! Nicht mehr und nicht weniger hat sich unser baden-württembergischer Wirtschafts- und Finanzminister Nils Schmid mit der frisch ins Leben gerufenen Initiative »Allianz Industrie 4.0 BW« vorgenommen. Die Leiter der Stuttgarter Fraunhofer-Institute IAO und IPA, Wilhelm Bauer und Thomas Bauernhansl, beraten mit einer Reihe weiterer renommierter Fachexperten im Lenkungskreis der neuen Allianz.

Industrie 4.0 – Eine Revolution der Arbeitsgestaltung?!

Wissenschaftsjahr 2014: Die digitale Gesellschaft

»Digitalisierte Arbeitswelten«
– IAO-Blogreihe zum Wissenschaftsjahr 2014:
»Die digitale Gesellschaft«

Internet und Mobiltechnologien haben über die letzten Jahre unser Leben und Arbeiten grundlegend verändert. Der Megatrend einer vernetzten Welt durchdringt immer weitere Bereiche. Zusammen mit einer neuen Stufe der Automatisierung und die Umsetzung des Konzepts des Internet der Dinge und Dienste vollzieht sich momentan die Übertragung in die industrielle Produktion. In Deutschland wird von dieser Entwicklung die vierte industrielle Revolution erwartet, aber auch andere Industriestaaten versprechen sich signifikante Produktionsgewinne durch die Digitalisierung und Automatisierung industrieller Wertschöpfung.
Absehbar ist schon heute, dass eine erfolgreiche Umsetzung einen gemeinsamen Weg aller Beteiligten – der Unternehmen, der Mitarbeiter und der Gesellschaft – erfordert. Das sieht auch Bundeskanzlerin Merkel so, wie sie in ihrem Interview mit mir vor der Eröffnung der diesjährigen Hannover-Messe mit ihrem Appell verdeutlichte.

Gesunde Produktionssysteme: Erfolgsfaktor im demografischen Wandel

Der demografische Wandel ist berechenbar geworden. Darum bereiten sich produzierende Unternehmen derzeit auf eine alternde Belegschaft und einen bevorstehenden Fachkräftemangel vor. Einen Schlüssel zum Erfolg sehen sie in der Gestaltung ergonomischer Arbeitsplätze und in der Umsetzung eines wirkungsvollen Gesundheitsmanagements.
Gerade in produzierenden Unternehmen kommt dazu die Herausforderung, die Beschäftigten ein Arbeitsleben lang motiviert und leistungsfähig zu halten. Außerdem gilt es, auch ältere, teilweise leistungsgewandelte Beschäftigte produktiv einzusetzen. Der Schlüssel dazu liegt in der Gestaltung der alltäglichen Arbeitsbedingungen und damit in der Arbeitsgestaltung.

Industrie 4.0 & Automatisierung = Mensch vs. Maschine?

Teilweise könnte man bei der Diskussion um Industrie 4.0 denken, es ginge um darum, mit besonders viel Technik die Menschen in der Produktion überflüssig zu machen. Die Vorstellungen der selbstorganisierten, vollautomatisierten menschenleeren Fabrik sprießten vor allem am Anfang der Industrie-4.0-Debatte wie Pilze aus dem Boden.
Nach und nach ebben diese Diskussionen ab. Professor Dieter Spath, der bis Ende September 2013 Leiter des Fraunhofer IAO war, erklärt, wieso Industrie 4.0 und Automatisierung nur bedingt etwas miteinander zu haben und woran eine Vollautomatisierung in der flexiblen Produktion der Zukunft scheitert.

Industrie 4.0 konkret: auf dem Weg in die Produktion der Zukunft

»Industrie 4.0« ist zwar in aller Munde, jedoch gleichzeitig in der Produktion noch nicht angekommen. Der Begriff schwebt in Sphären, die für viele noch nicht fassbar sind. Wie unklar die Begriffe sind, zeigt auch die aktuelle Leitstudie des Fraunhofer IAO »Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0«: mit dem zentralen Begriff der Industrie 4.0-Bewegung, »Cyber-Physische Systeme« oder kurz »CPS«, sind nur knapp 16 % der Befragten Produktioner vertraut (vgl. Abbildung 1).

Flexibilität in der Produktion: Heute wichtig, morgen Trumpf

Fixe Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr. Das gehört auch in Deutschland schon lange nicht mehr zum Standard im Arbeitsleben. Flexible Arbeitszeiten geben den Mitarbeitern mehr Freiheiten zur individuellen Gestaltung ihres Privatlebens und bieten Ausgleich für berufliche Erfordernisse. Unternehmen profitieren von neuen Möglichkeiten, konjunkturelle Schwankungen im Absatzmarkt flexibel zu kompensieren. Richtig genutzt wird flexibles Arbeiten zukünftig zum Wettbewerbsfaktor für Deutschland – auch in der Produktion.
Dies zeigt auch unsere aktuelle Studie »Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0«. Hier wird klar: In Zukunft steigen die Flexibilitätsanforderungen an den Personaleinsatz. Die wichtigsten Ergebnisse habe ich hier für Sie zusammengefasst.

And the Winner is… KapaflexCy!

Auf der 22nd International Conference on Production Research, ICPR 22 hieß es nicht nur schwitzen, weil die weltweit renommierte Konferenz im Bereich der Produktionsforschung dieses Jahr in Brasilien stattfand. Nein, diesmal war für uns v.a. der Preis heiß! 430 Beiträge aus etwa 40 Ländern haben sich für den Best Paper Award der ICPR 22 beworben – dass unser Beitrag »Cyber-Physical System for Self-Organised and Flexible Labour Utilisation« am Ende den begehrten Award erhielt, ist erneut eine schöne Bestätigung für uns, dass wir mit unseren Forschungsarbeiten zur Industrie 4.0 auf dem richtigen Weg sind!

Science Fiction wird fictionless Science in der Produktion

Bereits 1966 hat Star Trek die Zukunft vorausgesagt. Captain James T. Kirk griff in seine Tasche und sprach die magischen Worte »Beam me up, Scotty«. Captain Jean-Luc Picard benutze 1987 den ersten Tablet-PC, um Daten über den aktuellen Zustand seines Schiffs zu erfahren. Tom Cruise besaß in »Minority Report« bereits die Möglichkeit, Daten nur mit seinen Fingern durch den Raum zu bewegen und sie nach seinem Geschmack zu filtern. In diesen Filmen war es noch Science Fiction, doch seit Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte, ist die Fiktion Realität geworden und mobile Geräte sind längst Normalität.

Reden Sie von Industrie 4.0?!

Neulich in Stuttgart: Während ich gerade verzweifelt versuche, im Sprint meine morgendliche S-Bahn zu erreichen, schnappe ich beim Vorbeilaufen auf dem Bahnsteig einen Satzfetzen mit dem Begriff »Industrie 4.0« auf. Spätestens in diesem Moment frage ich mich, ob ich mich verhört habe, galten Produktionsthemen doch lange als bestenfalls konservativ und schon gar nicht geeignet für die kurze Bahnsteigkonversation.

Doch der Begriff scheint einen Nerv getroffen zu haben. Noch vor kurzem weitgehend unbekannt, scheint das Thema in der Öffentlichkeit angekommen zu sein. Und während heute noch unklar ist, wie der Begriff eigentlich definiert ist, erreicht die mediale Präsenz des Themas in den einschlägigen Produktionsmagazinen einen neuen Höhepunkt. Nichts Geringeres als eine mögliche Zukunft der Produktionsarbeit wird momentan mit dem Begriff überschrieben.

Industrie 4.0: Die Produktionsarbeit der Zukunft nimmt Gestalt an

Genug geredet! Nach vielen Worten ist es nun an der Zeit, Taten folgen zu lassen. Mit der Leitstudie »Produktionsarbeit der Zukunft – Industrie 4.0« und dem Forschungsprojekt »KapaflexCy« haben wir am Fraunhofer IAO die Weichen dafür gestellt, den nächsten Schritt zu gehen. Wir sind bereit, die Forschung in die Anwendung zu bringen. Dafür braucht es beim Thema »Industrie 4.0« gleichgesinnte Partner. Einige davon haben wir gefunden und mit über 80 Vertretern aus Industrie, Gewerkschaft und Wissenschaft eine gute Basis für unser frisch gestartetes »Innovationsnetzwerk Produktionsarbeit 4.0« geschaffen. Gemeinsam gilt es nun, nicht nur Antworten auf die Frage »Wie sieht die Produktionsarbeit der Zukunft aus?« zu finden, sondern diese auch in konkreten Projekten und Anwendungen umsetzen.