Arbeitswelt 4.0: Die Zukunft gehört den Gestaltern, nicht den Zögerern

Viele Unternehmen scheinen derzeit beim Thema Industrie 4.0 lieber die Zuschauerrolle einnehmen zu wollen. Doch ist es realistisch, abzuwarten und die neuen Herausforderungen erst dann aktiv angehen, wenn der Umbruch tatsächlich eintritt? Nicht, wenn die Veränderungen den Charakter einer industriellen Revolution annehmen. Darauf deutet aber vieles hin!

Vorabend der Revolution 4.0?

Als industrielle Revolution bezeichnet man radikale, abrupte und allumfassende Umbrüche. Klar ist, dass man eine Revolution nicht aussitzen kann, falls es dazu kommt. Das zeigen die Beispiele zahlreicher Unternehmen, von Kodak bis Quelle, die in der Vergangenheit versäumt haben, sich anzupassen. Es wird Gewinner und Verlierer geben, und wer die Zukunft aktiv angeht, erhöht die Chance, zu den Gewinnern zu gehören.

Man spricht von der vierten industriellen Revolution, um die Tragweite der Veränderungen zu verdeutlichen. Andererseits ist die Ankündigung der vierten industriellen Revolution lediglich eine Prognose, keine Gewissheit. Noch nie wurde eine Revolution vorhergesagt.

Im Detail bleibt ungewiss, wie radikal, abrupt und umfassend die Umbrüche erfolgen werden. Dennoch können und sollten sich Unternehmen darauf vorbereiten, dass spürbare Veränderungen bevorstehen.

Auswirkungen früherer »industrielle Revolutionen«

Jede der industriellen Revolutionen der Vergangenheit bewirkte große wirtschaftliche, aber auch tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche. Auch derzeit befindet sich wieder vieles im Umbruch.

Technologische Auslöser sind die Leistungsexplosion und der Preisverfall digitaler, vernetzter Systeme. Roboter, 3-D-Drucker und Künstliche Intelligenz stehen in den Startlöchern. Selbstfahrende Autos und Blockchains sind in der Erprobung. Gigantische Datenspeicher und ein ortsunabhängiger Zugriff auf weltweite Informationen treiben die Wissensgesellschaft voran.

Auch anderweitige Veränderungen haben das Potenzial, Umbrüche auszulösen. Neue Zentren wirtschaftlicher Entwicklung, etwa China, entstehen. Umwelt und Klima fordern eine nachhaltige Ressourcennutzung. Eine Neubewertung von physischem Kapital oder Humankapital ist im Gespräch. Man erwartet neue Arbeitsformen wie Crowdsourcing und -working.

Wie in der Vergangenheit werden auch mit der jüngsten Welle der Veränderung Märkte und Geschäftsmodelle wegbrechen und dafür neue entstehen. Innovative Arbeitsweisen mit verbesserter Produktivität dürften folgen und viele der bisherigen Produktionsprozesse, Aufgabenprofile und Qualifikationsbedarfe neu definieren. Falls die Umbrüche einen revolutionären Charakter annehmen, werden auch die Menschen und die Gesellschaft ungewohnte Ansprüche an Unternehmen stellen.

Fangen Sie an, denn Vorbereitungen brauchen Zeit

»Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.« (Aleksej Andreevic Arakceev, 1769-1834)

Nehmen Sie das Zepter des Handelns selbst in die Hand

Es geht nicht darum, jede neue Technologie sofort für das Unternehmen nutzbar zu machen. Vielmehr müssen die Unternehmen Fühler für die relevanten Veränderungen entwickeln und im Bedarfsfall schnell handeln können. Denn in eine ungewisse Zukunft kann man nur auf Sicht fahren.

Lernende Vorgehensweisen sind gefordert:

  • Orientieren Sie sich proaktiv, welche Veränderungen für Ihr Unternehmen relevant werden könnten. Anregungen dazu finden Sie im Blogbeitrag: »Welche zukünftigen Anforderungen stellen Märkte und Gesellschaft an das Unternehmen?«.
  • Entwerfen Sie eine spezifische Vision für die Zukunft Ihres Unternehmens. Der Blogbeitrag »Vier Zukunftsbilder bestimmen, wie Ihr Unternehmen morgen arbeitet« unterstützt Sie dabei.
  • Steigern Sie die Agilität Ihres Unternehmens, denn umfassend kann man sich auf eine ungewisse Zukunft nicht vorbereiten. Ein Blogbeitrag zur Agilität wird in Kürze folgen.
  • Und vor allem: Fangen Sie an!

Sprechen Sie mich bei Fragen gerne an.

So geht es weiter

In der Blogreihe »Arbeitswelt 4.0« zeigen wir auf, was sich verändert, welche Handlungsmöglichkeiten für Unternehmen resultieren und worauf sie im Veränderungsprozess achten sollten. Dargestellt werden Ergebnisse aus dem Projekt »DIALOG ARBEITSWELT 4.0 IN BADEN-WÜRTTEMBERG«. In diesem Projekt haben wir erforscht, wie kleine und mittelständische Unternehmen im Ländle ihre führende Position in den kommenden Jahren verteidigen können. Das Projekt wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert und gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Soziologie der Universität Hohenheim bearbeitet.

Mein nächster Blogbeitrag in der Blogreihe »Arbeitswelt 4.0« wird in Kürze erscheinen. Er vertieft das wichtige Thema Agilität.

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