»Pole Position« oder »Ferner liefen«: Elektromobile Perspektiven für Baden-Württemberg

Der Wandel zur Elektromobilität bringt in den kommenden Jahren eine Reihe gravierender Veränderungen mit sich. Im Jahr 2020 werden weltweit ca. 50 Prozent mehr PKWs verkauft als heute. Der Anteil von PKWs mit reinem Verbrennungsmotor soll von heute rund 98 Prozent auf ca. 67 Prozent im Jahr 2020 abnehmen. Der Anteil rein batterieelektrischer Fahrzeugkonzepte könnte bis dahin rund 5 Prozent betragen. Das klingt auf den ersten Blick recht bescheiden. Unsere aktuelle Strukturstudie »BWe mobil 2011« im Auftrag der Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie Baden-Württemberg zeigt jedoch, dass für diesen Marktanteil beim Endkunden ein Großteil des notwendigen industriellen Wandels schon vollzogen sein muss.

Der technologische Standortwettbewerb hat schon begonnen
Im Jahr 2020 könnte nahezu die Hälfte des weltweiten Marktpotenzials (Zuwachs) auf Komponenten des elektrifizierten Antriebsstrangs (Elektrische Maschine, Leistungselektronik, Batteriesystem, Ladegerät) entfallen, was einem Wert von ca. hundert Milliarden Euro entspricht. Die technologischen und strukturellen Grundlagen für dieses gigantische Marktpotenzial müssen viele Jahre früher geschaffen werden. Wer im Jahr 2020 eine führende Marktposition einnehmen will, muss heute eine führende Position in Forschung, Entwicklung und vor allem übergreifender Strukturpolitik für den Standort einnehmen. Auch der Wettbewerb zwischen den Standorten wird in diesen Bereichen entschieden.

Wachstum durch Elektromobilität: Perspektiven für Baden-Württemberg
Bei optimaler Ausnutzung bestehender Potenziale könnten im Automobilland Baden-Württemberg, bedingt durch technologischen Vorsprung und Wachstum, nahezu
10 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Allerdings muss sich hierfür auch die Industriestruktur und -kultur verändern.

Für starke Beschäftigungseffekte im Land ist es wichtig, eine hohe Wertschöpfungstiefe bei den so genannten neuen Antriebsstrangkomponenten zu erreichen. Je fortgeschrittener ein Standort in diesem Bereichen und je größer seine Wertschöpfungstiefe, desto größer seine Chancen im globalen Standortwettbewerb. Der Wissenstransfer zwischen Forschung und Entwicklung und industrieller Fertigung wird zum entscheidenden elektromobilen Erfolgsfaktor werden. Der hervorragend aufgestellte Anlagen- und Maschinenbau des Landes kann und muss diesen Prozess begleiten. Kleine und mittelständische Unternehmen als wesentliche Akteure in der automobilen Wertschöpfungslandschaft Baden-Württembergs müssen zudem aktiv in den Wissenstransfer großer Unternehmen und Forschungseinrichtungen eingebunden werden. Nur durch die Befähigung des Mittelstands lässt sich eine wettbewerbsfähige »elektromobile« Wertschöpfungsstruktur ganzheitlich im Land etablieren.

Wenn Sie mehr über unsere Studie erfahren wollen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf, oder laden Sie sich die »Strukturstudie BWe mobil 2011« herunter.