Schönwetterwolken für den Maschinen- und Anlagenbau: Sind Sie bereit für die Cloud?

Piloten müssen wichtige Entscheidungen treffen, um die Kontrolle über ihr Flugzeug bei jeder Wetterlage zu behalten. Bei einer Gewitterfront zum Beispiel türmen sich kilometerhohe Wolken auf, die zu Gewitterwolken werden und gefährliche Blitze verursachen können. Beim Business am Boden sind weniger physikalische Gesetze am Werk, sondern eher rechtliche, organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen. Aktuell zum Beispiel türmen sich IT-Wolken auf und verlangen von den Verantwortlichen weitereichende Entscheidungen.


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Sicher beim Start in die IT-Wolke
Die Cloud als virtueller Raum für IT-Dienstleistungen birgt großes Potenzial, ähnlich einer Wolke, die sich mit mehreren hundert Millionen Volt aufladen kann (Quelle: Welt der Physik). Die Power der IT-Wolke ist sogar nutzbar! Damit keine unnötigen Gefahren für Entscheider, ihr Unternehmen und ihre Kunden entstehen, weil sich eine große Cloud am Ende als Gewitterwolke entpuppt, sind deren Risiken geschickt zu umfliegen. Unternehmen müssen die richtigen Entscheidungen treffen, um einen maximalen Nutzen für die eigenen Geschäftsprozesse zu haben und dabei ihre Daten sicher zu wissen. Hierzu benötigen sie gezielte Informationen und Expertenrat. Vor allem bei Fragen wie »Welche IT-Wolke wähle ich?« und »Wie kann ich die Cloud gewinnbringend für meine Geschäftsprozesse nutzen?« ist eine umfassende Unterstützung durch Cloud-Anbieter und unabhängige Beratungsinstitutionen so wichtig wie die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Start eines Flugzeugs.

Für jeden die richtige Cloud
Für die zahlreichen, am Markt existierenden Cloud-Lösungen gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Eine bedeutende Branche in Deutschland ist der Maschinen- und Anlagenbau mit einem Umsatz von 173 Milliarden Euro in 2011 (Quelle: VDMA). Um diese Stellung zu halten oder sogar noch zu verbessern, setzen Unternehmen zunehmend auf das »prozessschwere« Servicegeschäft. Ein idealer Zielbereich für Lösungen aus der IT-Wolke?

Neben intern nutzbaren Zielen wie Steigerung der Flexibilität und Optimierung der IT-Landschaft im Unternehmen können durch einen Einsatz Cloud-basierter Systeme auch Nutzeneffekte im Hinblick auf die Service-Kunden entstehen, beispielsweise durch eine bessere IT-Unterstützung der technischen Dokumentation oder auch von Angeboten wie Ersatzteilservice oder Schulungen. Auch für die eigenen Mitarbeiter und externe Marktpartner (z.B. Zulieferer, Händler) werden Potenziale gesehen. Wie kann die virtualisierte Wolke hier genutzt werden? Im Idealfall als Qualitäts-Quelle für nutzerfreundliche, internetbasierte IT-Lösungen wie beispielsweise Kommunikationstools oder CRM-Systeme.

Von Nutzer, Nutzen und Nutzeneffekten
Trotz des erwarteten Nutzens bewegen sich Entscheider in einem Spannungsfeld aus Vor- und Nachteilen, wenn sie über eine Cloud-Unterstützung ihrer Serviceprozesse nachdenken. Aktuell fällt es Unternehmen noch schwer, zwischen Schönwetterwolken und Gewitterboten zu unterscheiden. Hierbei spielt eine Rolle, welche Daten in die Cloud gegeben werden sollen bzw. können (sensitive vs. »normal« kritische Unternehmensdaten) und auch, ob es sich denn wirtschaftlich lohnt. Cloud ist nicht gleich Cloud und Service ist nicht gleich Service lautet hier die Devise – im Einzelfall ist abzuwägen, welche Servicebereiche durch Cloud-Lösungen unterstützbar sind oder welche Daten lieber nicht in die IT-Wolke gegeben werden sollten. Auch ein Mischmodell kann eine Lösung darstellen: ein Teil des Geschäfts bleibt datentechnisch »On-Site«, für nicht-sensitive Geschäftsdaten und -prozesse können Cloud-Lösungen eine aus Datensicht unkritische und wirtschaftlich sinnvolle Alternative darstellen.

Das Fraunhofer IAO hilft bei der Unterscheidung von Schönwetter- und Gewitterwolken in der IT und hat zum Thema »Cloud Computing für Services im Maschinen- und Anlagenbau« eine Studie durchgeführt. Neben Potenzialen und Herausforderungen eines Einsatzes von Cloud-Lösungen zur Unterstützung des Service werden Sicherheits- und Unterstützungsbedarfe der Maschinen- und Anlagenbaubranche erläutert. Die Publikation ist für 49 Euro im IAO-Shop erhältlich.

Sabrina Lamberth-Cocca

Sabrina Lamberth-Cocca

Projektleiterin, erforscht Dienstleistungssysteme und deren Entwicklungsprozesse. Wirtschaftsinformatikerin und Kommunikationswissenschaftlerin mit Affinität zu den Themen Ökologie, Informationstechnologie und urbane Mobilität. Faible für Philosophie, Wortspiele und nordische Länder. Lernt Dänisch, Schwedisch und Norwegisch. Passionierte Freizeitsportlerin, die sich gerne am Schlagzeug entspannt.

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