Studie zu Stammdatenmanagement: Welches System passt zu meinem Unternehmen?

Stammdatenmanagement macht den unternehmerischen Unterschied: Die intelligente Vernetzung der wichtigsten Datenressourcen über Produkte und Kunden entscheidet über Präzision, Geschwindigkeit und Aufwand bei vielen unternehmerischen Transaktionen. Diesen Unterschied haben wir am IAO in unserer aktuellen Studie http://www.mdm2009.iao.fraunhofer.de genauer unter die Lupe genommen und die bekanntesten Systeme einem umfangreichen Test unterzogen. Das Gute gleich vorweg: Die Anbieter solcher Systeme haben die vitale Bedeutung des Stammdatenmanagements verstanden, denn jedes System hat eindeutige Stärken. Für Unternehmen macht das die Auswahl nicht leichter. Deshalb haben wir Ergebnisse unserer Studie zu einer Checkliste für Praktiker zusammen gefasst, die erste Hinweise dazu gibt, welches System gute Leistungen für welche Unternehmen verspricht:


IBM setzt mit seinem System einen klaren Fokus auf den Finanzsektor und bietet Kunden umfangreiche und erprobte Vorkonfigurationen an. Das System greift auf das IBM Finance Model zurück und liefert Schemata, Services etc. für den Finanzbereich direkt mit. Das System zielt von der Architektur her auf eine Integration von Fachanwendungen, ohne das diese auf dessen ständige Verfügbarkeit angewiesen sein dürfen.

Oracle hat diverse Lösungen am Markt, die für jeweils unterschiedliche Umgebungen konzipiert worden sind. Wir haben das System zur Kundendatenintegration getestet, das als interpretierendes System vor allem durch hohe Flexibilität überzeugt hat und sich Veränderungen der unternehmerischen Rahmensituation unkompliziert anpassen lässt. Es ist vor allem für Branchen mit hoher Kundennähe und hohem CRM-Aufwand konzipiert.

SAP unterstützt die meisten Datenmodelle (hierarchisch, relational, objektorientiert, flach, unstrukturiert). Seit der aktuellen Version 7.1 unterstützt das System nun auch die Verwaltung mehrer Stammdatenklassen und kann so zu einer ganzheitlichen Lösung beitragen. Es kann unkompliziert vorhandene Datenbestände einbinden und lässt sich leicht in ein SAP-Umfeld integrieren. Dieses Produkt ist deshalb insbesondere für Unternehmen geeignet, die über eine SAP IT-Landschaft integrieren möchten.

Stibo zeichnet sich durch ein sehr flexibles Datenmodell und eine hohe Unterstützung für Datenaustauschstandards aus. Der kleinste Anbieter am Markt punktet in unserem Test vor allem bei Anwendungen, wo Produktinformationen eng mit Marketing (z.B. in-time-Katalog-Erstellung) oder Dienstleistungen aus (Handel, Datenaustausch mit B2B-Kunden) ausgetauscht und integriert werden müssen.

Sun bietet ein System an, das vor allem in großen Software-Umgebungen wie dem britischen Gesundheitswesen (National Health Service) laufen muss und dort größte Datenmengen verwalten muss. Sun CAPS hat sich in unserer Studie als effiziente Lösung erwiesen, welche über eine Open Source Variante auch an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann. Das System bringt schon aufgrund seiner Entwicklungshistorie klare Mehrwerte gerade für den Gesundheitssektor.

TIBCO ist stark im Bereich Business Process Management und Workflowausführung. Im Markt der Stammdatenmanagementsysteme muss es allerdings als Markteinsteiger gelten, dessen besondere Stärken bislang noch nicht bei allzu vielen Unternehmen getestet werden konnten.

Dieser Überblick soll Unternehmen, die vor der Entscheidung für ein konkretes System stehen, erste Hinweise zu den bestehenden Angeboten geben. Der Einzelfall entscheidet jedoch, welches System in einer bestimmten Unternehmensumgebung die besten Leistungen erbringt. Hierzu möchte ich auf unsere Studie http://www.mdm2009.iao.fraunhofer.de verweisen und stehe Ihnen natürlich für Feedback, Anregungen und persönlichen Austausch gerne zur Verfügung.

Jochen Kokemüller

Jochen Kokemüller

Jochen Kokemüller hat das Institut 2012 verlassen.

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