Geht nicht gibt’s nicht! Wie Kommunen regionale Nachhaltigkeitsideen mit den richtigen Partnern umsetzen

Klimacheck – Blogreihe zum betrieblichen Klimaschutz

Klimacheck – Blogreihe zum betrieblichen Klimaschutz
Klimaschutz ist ein spannendes sowie komplexes Thema zugleich und stellt Unternehmen und insbesondere KMU vor Herausforderungen, Fragezeichen und nicht zuletzt zukunftsweisende Chancen. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe »Klima-Impact« des Fraunhofer IAO hat die Blogreihe »Klimacheck« gestartet, um Orientierung zum Thema betrieblicher Klimaschutz zu geben und Unternehmen anhand von Handlungsempfehlungen und Praxisbeispielen zu ermutigen, ihren Beitrag für eine klimabewusste Zukunft zu leisten.

Wasserknappheit aufgrund des Klimawandels, sterbende Dörfer, Energiewende und immer neue gesetzliche Anforderungen machen ein Umdenken in vielen Regionen unseres Landes nötig. Kommunen, Städte und Dörfer brauchen Mut, innovative Ideen und vor allem die richtigen Partner und Methoden, um die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Einige Kommunen zeigen heute schon, wie der nachhaltige Wandel Realität werden kann – und außerdem, dass die große Transformation mit kleinen ersten Schritten beginnt, die jede Kommune angehen kann.

Im BMBF-geförderten Vorhaben zirkulierBAR haben wir erforscht, wie man ein Projekt an diesem Standort umsetzen und ein entsprechendes Innovationsnetzwerk aufbauen kann. Welche Akteure müssen dafür zusammengebracht werden und wie hilft die Zusammenarbeit dabei, administrative Hürden zu nehmen? Dieser Blogbeitrag gibt in einem kurzen Rückblick Antworten auf diese Fragen.

Die Stadt Eberswalde hat sich schon 2008 einer Nullemissionstrategie angenommen und setzt konsequent Projekte mit dem Ziel um, die Stadt nachhaltiger zu machen – inspiriert und gefördert auch durch die ansässige Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE). Als die Idee eines geschlossenen Nährstoffkreislaufs entstand, fiel sie hier auf fruchtbaren Boden und schnell fanden die für die Region wichtigen Akteure hinter der Mission zueinander. Zum Beispiel etablierte sich eine Zusammenarbeit zwischen dem Start-Up Finizio und den Kreiswerken vor Ort. Über diese Allianz und die damit verbundenen Kontakte wurden Politik und Verwaltung in den Entwicklungsprozess der Kompostieranlage einbezogen. Heute sind alle Beteiligten stolz auf das Modellvorhaben und arbeiten gemeinsam an der Skalierung und Verstetigung. Das Pionierprojekt in Eberswalde zeigt, wie intelligente Netzwerke auch schwierige Herausforderungen bewältigen können – die Methode kann als Blaupause für viele andere Projekte in vielen anderen Regionen dienen.

Erfolgreiche Innovationsprojekte brauchen starke Allianzen

Viele Kommunen haben sich schon auf den Weg gemacht und Klimaziele definiert oder Modellprojekte begonnen. Einig sind sich dabei alle in einer Frage: Die großen Herausforderungen unserer Zeit können nicht durch Einzelne gelöst werden. In erfolgreichen Innovationsnetzwerken übernimmt jede Organisation die Aufgaben, die am besten zu ihr passen. Während sich die einen um die Umsetzung einer neuen Technologie kümmern, sorgen andere für eine stabile Finanzierung, managen die administrativen Prozesse im Hintergrund oder sorgen für den Zusammenhalt im Netzwerk.

Es zeigt sich, dass besonders vier Faktoren förderlich für die erfolgreiche Zusammenarbeit in regionalen Innovationsnetzwerken sind:

  • Gemeinsame Missionsorientierung und ein geteiltes Problembewusstsein
  • Zusammenarbeit mit Politik und innerhalb der Verwaltung
  • Vernetzung mit relevanten Organisationen und Personen der Region
  • Vorhandensein der nötigen Ressourcen (materiell und immateriell)

Überlassen Sie das Netzwerken nicht nur dem Zufall!

In unserem Beispiel begann das Innovationsprojekt mit einem Start-up, das seine Idee in eine Region brachte. Unabhängig von solchen glücklichen Umständen oder zufälligen Bekanntschaften, können erfolgreiche Innovationsnetzwerke unter Beachtung der oben genannten Faktoren aufgebaut werden. Wir unterstützen den Innovationsprozess und den Netzwerkaufbau. Anhand von wenigen Leitfragen kann schon ganz zu Beginn eines Innovationsprojekts geprüft werden, ob ein Netzwerk gut aufgestellt ist und wer noch überzeugt werden muss, um langfristig erfolgreich zu sein.

Wenn Sie das Thema Nährstoffwende interessiert, gibt es noch die Chance, das Projekt als beobachtende Kommune in den kommenden Jahren zu begleiten. Als beobachtende Kommune erhalten Sie Einblicke in die Forschungsergebnisse und können im Netzwerk voneinander lernen. Nutzen Sie die Chance und sprechen Sie mich an!

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Hannah Bergmann

Hannah Bergmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Design Thinkerin am Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO. In Berlin forscht Hannah an der Schnittstelle von bedarfsorientierten Innovationsprozessen und Design. Besondere Interessen: Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel.

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