4 Kommentare

  1. Sind die von Ihnen genannten Faktoren denn wirklich die entscheidenden Erfolgsfaktoren,
    oder sind sie nicht mehr notwendige denn hinreichende Bedingung zur erfolgreichen
    Einführung und Nutzung von Social Software?
    Aus soziologischer Sicht würde ich sagen, dass für den Mitarbeiter nur ein geringer Mehrwert darin besteht,
    sein persönliches und subjektives Wissen allen Anderen im Netzwerk zur Verfügung zu stellen, im Austausch gegen das Wissen der Anderen.
    Denn damit gibt er ein Stück seiner Macht auf. Im ZUge der Externalisierung seines Wissens wird er als Abreitnehmer austauschbar,
    sein Marktwert als Unternehmer seiner selbst sinkt, wenn er sein subjektives Wissen durch Social Software verfügbar macht und im Netzwerk speichert.
    Wenn sich der Arbeitnehmer als Unternehmer seiner Arbeitskraft und seines subjektiven Wissens versteht,
    wäre es für Ihn sinnvoller das Wissen der Anderen, welches ihm über die Social Software zur Verfügung gestellt wird zu nutzen,
    selbst aber möglichst wenig zu investieren. Es werden von Ihnen Motivatoren angeführt, Stichwort „Reputation“,
    die dieser Art von Trittbrettfahrerproblematik entgegenwirken sollen. Die Frage für mich bleibt, ob eine solche Software Ihren Wert für das Unternehmen ausspielen kann,
    wenn die Netzwerkakteure nicht intrinsisch motiviert sind, diese zu nutzen und sich aktiv zu beteiligen.
    So bleibt der Mitarbeiter im Konflikt zwischen der Gruppe oder dem Netzwerk und seiner persönlichen Stellung.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

  2. Für mich stellt sich hier die Frage, über welche Wissensform gesprochen wird. Explizites oder implizites Wissen. Der Unterschied zwischen beiden Wissensformen liegt darin, dass explizites Wissen territorial und individuell entwurzelt und somit beliebig transferierbar ist – durch Social Software, Wikis oder beispielsweise ganz profan Bücher. Interessanter ist letztlich – aus meiner Sicht – das implizite Wissen, dass ja auch das humane Kapital der Arbeitnehmer darstellt und somit entscheidend die Wissensbasis des Unternehmens beeinflusst. Allerdings wird implizites Wissen meist durch face-to-face-Kommunikationen weitergegeben, aber auch nur dann, wenn zwischen den beteiligten Akteure sich vertrauensvolle Strukturen etabliert haben, die einem unkontrollierten Abfluß von Wissens entgegen wirken.

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, soll aber gerade implizites Wissen über Social Software ausgetauscht/geteilt werden, was meiner Meinung nach ohne vorherige Vertrauensbildung zwischen den beteiligten Akteuren kaum möglich ist, auch sehe ich nicht, dass die Einführung von Social Software in Unternehmen den Grundstein für die benötigte Vertrauensbasis legt.

  3. Vielen Dank für die Rückmeldungen, die bis jetzt schon beigesteuert wurden. Ich freue mich über die spannenden Fragen und verschiedenen Sichtweisen.

    Der Meinung, dass für den Mitarbeiter nur ein geringer Mehrwert darin besteht, sein persönliches Wissens preiszugeben, möchte ich mich nicht anschließend. Entsprechende Gestaltung vorausgesetzt profitiert der Mitarbeiter an anderer Stelle ja auch wesentlich von dem verfügbar gemachten Wissen. Mit der Studie haben wir den Versuch unternommen ein Anreizsystem (in einem weiter gefassten Sinn) zu beschreiben, das dazu beitragen kann, das beschriebene Spannungsverhältnis zwischen den Interessen und Wissenszielen eines Unternehmens und den Ziele und Vorbehalten des Mitarbeiters zu reduzieren.

    Dabei spielen neben der Reputation weitere Faktoren z.B. auf Ebene des Unternehmens zw. Seiner Kultur wie „interner Zusammenhalt“ und „Einbeziehung“ eine weitaus bedeutendere Rolle, die grundlegend Einfluss auf die Partizipationsmöglichkeiten und das Vertrauen in einem Unternehmen haben. Die entsprechende Gestaltung dieser Faktoren hat dabei Auswirkungen auf die intrinsische und extrinsische Motivation eines Mitarbeiters, sich an einem Wissensmanagement mittels Social Software zu beteiligen.

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